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Was macht die Macht im neuen Netz? (Pentzold)

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Information about Was macht die Macht im neuen Netz? (Pentzold)

Published on September 24, 2007

Author: fonk

Source: slideshare.net

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Was macht die Macht im neuen Netz? Zur diskursanalytischen Rekonstruktion der Regierungsprozesse in Wikipedia Workshop: Das neue Netz? Bestandsaufnahme & Perspektiven Otto-Friedrich-Universität, Bamberg _____________________________________________________ 22. September 2007 Christian Pentzold Professur Medienkommunikation – Technische Universität Chemnitz

Übersicht 1. Wikipedia und Web 2.0 2. Fragestellungen 3. Das konzeptionelle Werkzeug 4. Diskursanalytische Umsetzung 5. Eine Foucault‘sche Perspektive 6. Fragen

Übersicht

1. Wikipedia und Web 2.0

2. Fragestellungen

3. Das konzeptionelle Werkzeug

4. Diskursanalytische Umsetzung

5. Eine Foucault‘sche Perspektive

6. Fragen



Wikipedia und Web 2.0 - innovative Anwendung - verteilte gemeinsame Erstellung und Nutzung der Inhalte - Ende des klassischen Softwarezyklus - Offenheit – „Alternativität der Wissensproduktion“ (A. Hepp) - Content Management Systeme vs. Wikis - Britannica Online vs. Wikipedia

Wikipedia und Web 2.0

- innovative Anwendung

- verteilte gemeinsame Erstellung und Nutzung der Inhalte

- Ende des klassischen Softwarezyklus

- Offenheit – „Alternativität der Wissensproduktion“ (A. Hepp)

- Content Management Systeme vs. Wikis

- Britannica Online vs. Wikipedia

2. Fragestellungen Was sind die zentralen Interpretationsangebote für das Verhalten der Nutzer, die Entwicklung des Projektes und auftretende Probleme? Welche Lösungen werden vorgeschlagen? Welche Deutungsmuster kommen dabei zum Einsatz? Welche Konsequenzen im Hinblick auf Institutionen und Praktiken werden daraus abgeleitet?

2. Fragestellungen

Was sind die zentralen Interpretationsangebote für das Verhalten der Nutzer, die Entwicklung des Projektes und auftretende Probleme?

Welche Lösungen werden vorgeschlagen?

Welche Deutungsmuster kommen dabei zum Einsatz?

Welche Konsequenzen im Hinblick auf Institutionen und Praktiken werden daraus abgeleitet?

3. Das konzeptionelle Werkzeug Diskurs Foucault: Menge verstreuter Aussagen, die nach demselben Muster/Regelsystem gebildet und zusammengehalten werden R. Keller: abgrenzbare Bedeutungsarrangements, die in Praktiken (re)produziert werden / dauer- und regelhafte Strukturierung von Bedeutungszuschreibungen

3. Das konzeptionelle Werkzeug

Diskurs

Foucault: Menge verstreuter Aussagen, die nach demselben Muster/Regelsystem gebildet und zusammengehalten werden

R. Keller: abgrenzbare Bedeutungsarrangements, die in Praktiken (re)produziert werden / dauer- und regelhafte Strukturierung von Bedeutungszuschreibungen

- Wikipedia = Dispositiv - Diskursfragmente, Diskursstränge - Online-Diskurse

- Wikipedia = Dispositiv

- Diskursfragmente, Diskursstränge

- Online-Diskurse

Deutungsmuster - Interpretationsschemata / -rahmen (frames) für individuelle/kollektive Deutungsarbeit - in ereignisbezogenen Deutungsprozessen aktualisiert - konventionalisierte Deutungsfiguren - in konkreten sprachlichen Äußerungen manifestiert - Konkurrenz

Deutungsmuster

- Interpretationsschemata / -rahmen (frames) für

individuelle/kollektive Deutungsarbeit

- in ereignisbezogenen Deutungsprozessen aktualisiert

- konventionalisierte Deutungsfiguren

- in konkreten sprachlichen Äußerungen manifestiert

- Konkurrenz

Foucault und die Macht - Mikrophysik der Macht - Macht/Wissen – Wahrheitsregime - Gouvernementalität – Denkweise der Ratgeberliteratur - Regierung – diskursives Feld – Rationalität - Regierungstechnologien – Führung der Führungen

Foucault und die Macht

- Mikrophysik der Macht

- Macht/Wissen – Wahrheitsregime

- Gouvernementalität – Denkweise der Ratgeberliteratur

- Regierung – diskursives Feld – Rationalität

- Regierungstechnologien – Führung der Führungen

4. Diskursanalytische Umsetzung - Korpusbildung Datenformate – Situiertheit/Materialität der Aussage, formale Struktur Sample – zwei threads aus Wikipedia-l Themenaufhänger - Analyse Grobanalyse Tabellarische Erfassung der Aussageinhalte – Paraphrase (Textstruktur, Themen, Argumente, Akteure)

4. Diskursanalytische Umsetzung

- Korpusbildung

Datenformate – Situiertheit/Materialität der Aussage, formale Struktur

Sample – zwei threads aus Wikipedia-l

Themenaufhänger

- Analyse

Grobanalyse

Tabellarische Erfassung der Aussageinhalte – Paraphrase (Textstruktur, Themen, Argumente, Akteure)

Wikipedia, Emergence, and The Wisdom of the Crowds; 2.05.2005 (06:36) – 9.05.2005 (09:43) Beginn, Werbung, Erklärung, Argumentation  Einbezug aller, realistische Diktion, Analogieschluss All Wikipedians, The Wisdom of the Crowds; basic premise is that crowds of relatively ignorant individuals make better decisions than small groups of experts; I’m sure that everyone here agrees with this as Wikipedia is run this way and Wikipedia is a success […] similarly, ants display emergence because an ant colony can accomplish things that each individual ant cannot even conceive Alex Krupp 1 Gegenanalogie, lange Erfahrung mit dieser Deutung, vertritt scheinbar schon länger andere Ansicht  jetzt Gelegenheit, diese wieder einzubringen Central theme when I give public talks is precisely that WP is not run this way, and that WP is not an instance of “The Wisdom of the Crowds” Jimmy Wales 3 Analogie abgelehnt, Autoren vergessen  Ertrag, Bewusstsein, Arbeit Isn’t the Wikipedia an example of collaboration, not emergence? Emergence implies that the large-scale behaviour is qualitatively to than the small-scale behaviour; WP is composed of many articles, which are all similar to each other  you would be hard-pressed to tell whether Tim Starling 2

Feinanalyse Phänomenstruktur Diskurse benennen in Konstitution ihres referentiellen Bezugs unterschiedliche Elemente und verbinden diese zu Phänomen-/Problemstruktur Bestimmung der Art des Phänomens, Phänomendimensionen, Probleme, Wertimplikationen, Handlungsmöglichkeiten Dimensionale Erschließung des Phänomens Inhaltliche Ausfüllung der Dimensionen  strukturierter Prozess der Textauslegung

Feinanalyse

Phänomenstruktur

Diskurse benennen in Konstitution ihres referentiellen Bezugs unterschiedliche Elemente und verbinden diese zu Phänomen-/Problemstruktur

Bestimmung der Art des Phänomens, Phänomendimensionen, Probleme, Wertimplikationen, Handlungsmöglichkeiten

Dimensionale Erschließung des Phänomens

Inhaltliche Ausfüllung der Dimensionen

 strukturierter Prozess der Textauslegung

Wertbezug Regeln Handlungsbedarf/ Lösungen Probleme Nutzer sind riesiger Schwarm Emergentes Verhalten und Ergebnisse aus unkoordinierten Mikro-Beiträgen (bite-size) Nutzer teilen sich in Schwarm und in Kerngruppe Dem Schwarm einer großen und zahlenmäßig steigenden, anonym bleibenden Nutzerzahl steht eine Kerngruppe von untereinander bekannten Nutzern gegenüber Alle Nutzer sind als rational handelnden, intelligente Individuuen zu verstehen. - Kollaboration, nicht blinde, separate Arbeit Nutzer Wikipedia-Diskurs Phänomenstruktur

Nutzer sind riesiger Schwarm

Emergentes Verhalten und Ergebnisse aus unkoordinierten Mikro-Beiträgen (bite-size)

Nutzer teilen sich in Schwarm und in Kerngruppe

Dem Schwarm einer großen und zahlenmäßig steigenden, anonym bleibenden Nutzerzahl steht eine Kerngruppe von untereinander bekannten Nutzern gegenüber

Alle Nutzer sind als rational handelnden, intelligente Individuuen zu verstehen.

- Kollaboration, nicht blinde, separate Arbeit

Deutungsmuster Anschluss an Phänomenstruktur Diskursspezifische Aktualisierung und Verknüpfung von (allgemeinen) Deutungsmustern Nutzung von Kodierungen Sequenzanalyse – Interpretationshypothesen Erfassung des Bedeutungsgehalts der Passagen bei Benennung Rückgriff auf Text

Deutungsmuster

Anschluss an Phänomenstruktur

Diskursspezifische Aktualisierung und Verknüpfung von (allgemeinen) Deutungsmustern

Nutzung von Kodierungen

Sequenzanalyse – Interpretationshypothesen

Erfassung des Bedeutungsgehalts der Passagen

bei Benennung Rückgriff auf Text

Deutungsmuster: Wikipedia ist ein emergent phenomenon .   „ The swarm does the bulk of the writing, especially finding and providing current facts, starting new articles, and adding neglected POVs.“ (03.05.2005; 22:19, UTC) “ Often there will be a new and fairly low-quality article created by an anon user on a topic I had never heard of.” (04.05.2005; 18:20, UTC) “ Wikipedia is the world’s largest wiki, isn’t it? When it’s 10 times or 100 times the size, with 1,000 to 3,000 logged-in, daily contributors – how will we manage then?” (24.10.2002; 22:41, UTC)

Deutungsmuster: Wikipedia ist ein emergent phenomenon .  

„ The swarm does the bulk of the writing, especially finding and providing current facts, starting new articles, and adding neglected POVs.“ (03.05.2005; 22:19, UTC)

“ Often there will be a new and fairly low-quality article created by an anon user on a topic I had never heard of.” (04.05.2005; 18:20, UTC)

“ Wikipedia is the world’s largest wiki, isn’t it? When it’s 10 times or 100 times the size, with 1,000 to 3,000 logged-in, daily contributors – how will we manage then?” (24.10.2002; 22:41, UTC)

Deutungsmuster: Wikipedia ist eine Gemeinschaft rationaler, intelligenter Autoren. „ The thing is, like it or not, the sysops ARE a defacto police force. It doesn’t matter that we have the ability to make action when necessary. We care about the pedia enough to take action when necessary.” (25.10.2002; 01:00, UTC) “ I am all for giving people benefit of the doubt, and assuming good faith.” (25.10.2002; 11:38, UTC) “ I fight to keep things open, not to tolerate anti-social behaviour, but to keep Wikipedia form becoming the online equivalent of a police state. I believe that soft security is the best way to run a wiki community, and that too much hard security will eventaully kill us.” (25.10.2002; 03:29, UTC) “ It is a detrimental approach to come up with categories of problem contributors. Every contributor is individual, emotional, biased, and a bit kooky. Noone is perfectly normal – that’s just the average.” (25.10.2002; 15:10, UTC)

Deutungsmuster: Wikipedia ist eine Gemeinschaft rationaler, intelligenter Autoren.

„ The thing is, like it or not, the sysops ARE a defacto police force. It doesn’t matter that we have the ability to make action when necessary. We care about the pedia enough to take action when necessary.” (25.10.2002; 01:00, UTC)

“ I am all for giving people benefit of the doubt, and assuming good faith.” (25.10.2002; 11:38, UTC)

“ I fight to keep things open, not to tolerate anti-social behaviour, but to keep Wikipedia form becoming the online equivalent of a police state. I believe that soft security is the best way to run a wiki community, and that too much hard security will eventaully kill us.” (25.10.2002; 03:29, UTC)

“ It is a detrimental approach to come up with categories of problem contributors. Every contributor is individual, emotional, biased, and a bit kooky. Noone is perfectly normal – that’s just the average.” (25.10.2002; 15:10, UTC)

5. Eine Foucault‘sche Perspektive - Deutungsmuster im diskursiven Feld - Wiki-Rationalität, Regierungsprogramm - Wiki-Gouvernementalität – Gesamtheit der Reflexionen, Analysen, Deutungen - Diskurseffekte - Verfestigung der Deutungen  Software-Architektur, Institutionenbildung (Rollen), Weitergabe, instrumentelle Modalitäten (Regeln, Kontrollmechanismen)

5. Eine Foucault‘sche Perspektive

- Deutungsmuster im diskursiven Feld

- Wiki-Rationalität, Regierungsprogramm

- Wiki-Gouvernementalität – Gesamtheit der Reflexionen, Analysen, Deutungen

- Diskurseffekte

- Verfestigung der Deutungen  Software-Architektur, Institutionenbildung (Rollen), Weitergabe, instrumentelle Modalitäten (Regeln, Kontrollmechanismen)

6. Fragen Wie gestaltet sich Regulierung des Nutzerverhaltens in anderen Anwendungen? Zukunft der Offenheit? Macht des Codes? Macht des Rechts? Macht des Marktes? Diskurs zum Web 2.0?

6. Fragen

Wie gestaltet sich Regulierung des Nutzerverhaltens in anderen Anwendungen?

Zukunft der Offenheit?

Macht des Codes?

Macht des Rechts?

Macht des Marktes?

Diskurs zum Web 2.0?

Danke für ihre Aufmerksamkeit!

Danke für ihre Aufmerksamkeit!

Kontakt Christian Pentzold, M.A. Technische Universität Chemnitz Professur Medienkommunikation [email_address] www.tu-chemnitz.de/phil/medkom/mk/personen_pentzold.php www.christianpentzold.de

Kontakt

Christian Pentzold, M.A.

Technische Universität Chemnitz

Professur Medienkommunikation

[email_address]

www.tu-chemnitz.de/phil/medkom/mk/personen_pentzold.php

www.christianpentzold.de

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