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"TK spezial" Berlin und Brandenburg 4-2013

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Information about "TK spezial" Berlin und Brandenburg 4-2013

Published on January 13, 2014

Author: TK_Presse

Source: slideshare.net

Description

Mit dem gesundheitspolitischen Newsletter "TK spezial" informieren wir über aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Themen wie relevante vertragliche Regelungen, Projekte und Veranstaltungen der Techniker Krankenkasse (TK) in Berlin und Brandenburg.

Dieses Dokument kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.
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Informationsdienst der techniker Krankenkasse berlin und brandenburg Inhaltsverzeichnis Nr. 4 /November 2013 Interview: von der Landespolitik in den Bundestag Analyse: Nutzenbewertung von Medikamenten Studie: So gestresst ist Deutschland Glosse Bei des Bibers Pelz Aufgrund seines Fleißes ziert er das Wappen vieler Städte und Universitäten. In der Zahnpasta-Werbung fungierte der Nager lange als Sympathieträger. Berühmt ist er für seine Baukünste, berüchtigt für seine ausdauernden Nagefähigkeiten: Innerhalb einer Nacht fällt der Biber schon mal einen dickeren Baum von 50 cm Durchmesser. „Ein beeindruckender Kerl“, um es mit den Worten des märkischen FDP-Vorsitzenden Gregor Beyer zu sagen. Ausdauer muss nun auch die FDP beweisen: Sie durchlebt aktuell die schwierigste Zeit seit ihrer Gründung im Jahr 1947. Neben Brandenburg sind die Liberalen nur noch in acht Länderparlamenten vertreten; erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik verpassten sie den Einzug in den Bundestag. Wenn im nächsten Jahr der märkische Landtag neu Nichts ahnend trägt dieser Biber einen Ast gewählt wird, könnte es für die FDP ˇ (Foto: Sven Zacek) auch hier eng werden. Aber auch die SPD wird mit Blick auf die nahenden Wahlen vermutlich nervös. Brandenburg war stets fest in sozialdemokratischer Hand. Die langjährigen Landesväter Stolpe und Platzeck mussten den Machtverlust kaum fürchten. Doch im September färbte sich das Land zwischen Prignitz und Lausitz tiefschwarz, die CDU wurde mit Abstand stärkste Kraft. Da bleibt den Parteien jenseits der Union nur die Hoffnung, dass diesmal der „Merkel-Effekt“ den Ausschlag gegeben hat – so äußert sich auch Birgit Wöllert (Die Linke) im Interview. Die CDU hingegen hofft auf einen grundlegenden Aufschwung. Der Landesvorsitzende und gesundheitspolitische Sprecher Michael Schierack hat die einst so zerstrittene Partei scheinbar befriedet. Mit dem Parteitag im Oktober setzte er die Themen Wirtschaft, Bildung und innere Sicherheit für den anstehenden Wahlkampf. Ministerpräsident Dietmar Woidke versprach kurz darauf zusätzliche Investitionen im Bereich Bildung – das Wahlkampfjahr ist eingeläutet. Gesundheitspolitik hingegen spielt für die Parteien keine große Rolle. Dafür ist die Landespolitik sehr mit Umweltthemen beschäftigt. Gesundheits- und Umweltministerin Anita Tack musste sich in den letzten Monaten vor allem mit Kormoranen, Schweinen und auch mit Bibern auseinandersetzen. Die Biber-Verordnung ist nicht zuletzt ein Erfolg der oppositionellen FDP. Nun können in Brandenburg Biber wieder geschossen werden, natürlich nicht in „Wild-West-Manier“, wie Gregor Beyer betont. Es soll dem Hochwasserschutz dienen und landwirtschaftliche Schäden verhindern. Aber ob es der FDP Sympathien einbringt? Editorial Liebe Leserin, lieber Leser, Stress prägt den Alltag vieler Bundesbürger. Nach einer von der TK in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage empfinden sechs von zehn Deutschen ihr Leben als stressig. Eine große Mehrheit meint zudem, dass das Leben vor 15 Jahren entspannter war als heute. Gleiches wird wohl auch für viele Politiker gelten: Auf einen fordernden Bundestagswahlkampf wird eine anstrengende Legislaturperiode folgen. Denn gerade in der Gesundheitspolitik warten viele Herausforderungen auf die politischen Entscheidungsträger. In Brandenburg ist nach der Bundestagswahl vor der Landtagswahl. Eines gilt aber für Bürger und Politiker gleichermaßen: Sofern genügend Auszeiten da sind, sind auch stressigere Zeiten besser zu bewältigen. Bei einem ausgiebigen Herbstspaziergang etwa lässt sich mancher Stress gut abbauen. Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen Susanne Hertzer Leiterin der TK-Landesvertretung Berlin und Brandenburg

Berlin und brandenburg Kommentar TK-Umfrage zum Gesundheitswesen Das wünschen sich die Berliner Im zurückliegenden Bundestagswahlkampf haben die Parteien mit ihren gesundheitspolitischen Gestaltungsvorschlägen nur sparsam Wahlkampf gemacht. Ein Grund ist: Die Vermittlung derart komplexer Themen gilt als schwierig. Davon unbenommen steht die Bundesregierung auch in der 18. Legislaturperiode vor der Herausforderung, Strukturreformen anzugehen. Welche Meinung haben die Bürger zur medizinischen Versorgung, der privaten Krankenversicherung (PKV) und der Rolle der gesetzlichen Krankenkassen? Das Meinungsforschungsinstitut forsa hat die Berliner im Auftrag der TK befragt. Mehr Entscheidungsspielraum und einheitlicher Versicherungsmarkt Kurz gesagt Immer wieder ist zu hören, dass die private Versicherungswirtschaft zunehmend unter Kostendruck gerät. Sollte die Politik gesetzgeberisch aktiv werden, um die PKV zu stabilisieren? Eine Mehrheit der Hauptstädter meint: Nein. Sechs von zehn Berlinern finden: Die Lösung der Probleme sollte der PKV selbst überlassen bleiben. Nur jeder Vierte sieht in dieser Frage die Politik gefordert. Dass die Krankenkassen wieder selbst über den Beitragssatz entscheiden können, wünschen sich vier von zehn Hauptstädtern. Im gesamten Bundesgebiet votiert fast jeder Zweite für mehr Vielfalt im Krankenkassenwettbewerb. Eindeutig sind die Positionen auch bei der Frage, wie die Bundesregierung das Verhältnis zwischen PKV und gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) regeln sollte. Einer Überführung des dualen Systems in einen einheitlichen Versicherungsmarkt würden 65 Prozent der Berliner zustimmen. Nur jeder Fünfte wünscht sich, dass die Dualität der Versicherungssysteme im deutschen Gesundheitswesen weiterhin erhalten bleibt. Teilhabe am Fortschritt – mehr Geld für die „sprechende Medizin“ Jedem zweiten Berliner ist wichtig, dass allen Patienten neue Diagnose- und Therapieverfahren zugutekommen – selbst wenn der Versichertenbeitrag dadurch steigt. Auch das ist ein Ergebnis der Befragung. Nur für 36 Prozent der Befragten haben stabile Beiträge eine höhere Priorität als die Teilhabe am medizinisch-technischen Fortschritt. Gleichzeitig wünschen sich die Berliner aber, dass die sogenannte sprechende Medizin beim ärztlichen Honorar bessergestellt wird. Das Gespräch zwischen Arzt und Patient soll gegenüber der Geräte-Medizin wieder höher honoriert werden. Dies unterstützen sieben von zehn Berlinern. Lediglich zwei von zehn Befragten sind bei einer solchen Umverteilung von Geldern im Gesundheitswesen skeptisch. Conrad Ehrlich, Referent für Gesundheitswesen der TK-Landesvertretung Der Arzt, die Pflegekasse und das Internet sind für die Berliner die Informationsquellen der Wahl rund um das Thema Pflege, so das Ergebnis der aktuellen Forsa-Studie. Erst auf Platz vier kommt der durch die Politik 2008 eingeführte Pflegestützpunkt. Davon gibt es in Berlin derzeit 27. Das sind mehr als im gesamten Freistaat Bayern. Hinzu kommen noch Angebote privater Anbieter. Auch die gesetzlichen Pflegekassen beraten nach wie vor ihre Versicherten. Kurzum: Den Berlinern stehen vielfältige Informationsmöglichkeiten zur Verfügung. Zusätzliche Beratungsstrukturen sind nur dann von Nutzen, wenn sie auf die Nachfrage der Bevölkerung treffen. Der Senat sollte das Angebot nicht vorbei an den Bedürfnissen der Berliner ausrichten. Vor dem Aufbau weiterer Strukturen müssen Inanspruchnahme und Qualität der Pflegestützpunkte evaluiert werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollten die Grundlage sein, um das Angebot stärker an den Bedürfnissen der Berliner auszurichten. Komplexität hin oder her – die Berliner haben zum Gesundheitswesen eine Meinung. Und übrigens: In den Augen der Hauptstädter rangieren die Krankenkassen als Interessenvertreter der Versicherten auf Platz eins – gefolgt von dem Hausarzt, der Verbraucherzentrale und den Patientenverbänden. TK spezial 4 / 2013 2

Berlin und brandenburg Aus der Landespolitik in den Bundestag Drei Fragen an Birgit Wöllert (Die Linke) und Dr. Martin Pätzold (CDU) Zu den Personen TK spezial: Nach 9 Jahren im Brandenburger Landtag sind Sie auf die Bundesebene gewechselt. Was erwarten Sie sich von der Arbeit im Bundestag? Wöllert: Ich erwarte natürlich, dass ich jetzt auf Bundesebene mit den Mitteln der Opposition mehr Einfluss auf eine gerechtere Sozialgesetzgebung nehmen kann. Ich erwarte auch, dass alle Parteien ihr im Wahlkampf angekündigtes Versprechen einlösen und das unsägliche Kooperationsverbot in der Bildung zurücknehmen. TK spezial: Mit 29 Jahren gehören Sie zu den jüngsten Abgeordneten im Bundestag. Was muss die Politik tun, um die Jugend besser zu erreichen? Dr. Pätzold: Teilweise wissen Jugendliche gar nicht, dass sie bereits im kleinen Rahmen selbst politisch agieren. Scheinbar unpolitisch kämpfen sie für Gerechtigkeit, Fairness und Mitbestimmungsrecht in der Schule, in der Freizeit oder im Alltag – nichts anderes geschieht in der Politik. Der Wille zum Gestalten, da bin ich überzeugt, ist in jedem von uns in unterschiedlicher Weise vorhanden und ausgeprägt. Jugendliche müssen darauf aufmerksam gemacht werden. Dazu gehören auch die Nutzung moderner Medien, Transparenz der Politiker und eine einfache Erreichbarkeit. TK spezial: Was sollte die Regierung in der Sozial- und Gesundheitspolitik auf jeden Fall zuerst anpacken? Birgit Wöllert ist in Bendorf am Rhein geboren. Die gelernte Pädagogin hat in Weißenfels, Zwickau und Potsdam studiert. Vor ihrem Einzug in den Bundestag war sie Abgeordnete des Brandenburger Landtages. Dr. Pätzold: Krankenkassen, deren Rücklagen die gesetzliche Mindestreserve um ein Mehrfaches übersteigen, sollen zur Prämienrückerstattung an ihre Mitglieder verpflichtet werden. Zudem soll die Pflegeversicherung weiterentwickelt und zugleich die Eigenverantwortung des Einzelnen gefördert werden. Einen wichtigen Schritt in diese Richtung stellt die staatliche Förderung einer privaten Pflegezusatzversicherung dar. Der Bundestag – 21 Kandidaten aus Berlin und Brandenburg sind erstmals darin vertreten TK spezial: Auch in Brandenburg hat die CDU bei der Bundestagswahl klar gewonnen. Sehen Sie das Ergebnis als Fingerzeig für die kommende Landtagswahl? Wöllert: Die CDU ist in fast allen Bundesländern die stärkste Partei geworden. Das ist geschehen auf einer Welle der Sympathieträgerin Frau Kanzlerin Merkel und ohne Inhalte der Politik zu vermitteln. Wir werden uns für die kommenden Wahlen gut vorbereiten. Wir haben mit unserem „Leitbild 2020 plus – Perspektiven für Brandenburg Gerecht-Solidarisch-Nachhaltig“ auf unserem Parteitag am 19. Oktober ein gutes Diskussionsangebot für die Landespolitik der nächsten Jahre unterbreitet. Dr. Martin Pätzold ist in Moskau geboren und hat sein Abitur in Berlin abgelegt. Der gelernte Wirtschaftswissenschaftler hat an der Humboldt-Universität in Berlin studiert und promovierte an der TU Chemnitz. TK spezial 4 / 2013 3

Berlin und brandenburg TK spezial: Zur Gesundheitspolitik: Was sind die größten Herausforderungen der nächsten vier Jahre? Hintergrund Wöllert: Das ist einmal die Sicherstellung einer nachhaltigen Finanzierung auf solidarischer Grundlage. Das ist für die LINKE eindeutig die solidarische Bürgerversicherung. Dazu gehört als erster Schritt die Wiederherstellung der paritätischen Finanzierung. Das ist aber auch die Sicherstellung einer flächendeckenden gesundheitlichen Versorgung in hoher Qualität. Dazu sind neue Wege in der integrierten Versorgung zu beschreiten. Die Sektorengrenzen zwischen den einzelnen Versorgungsformen müssen im Interesse der Patientinnen und Patienten viel durchlässiger gestaltet werden. Nicht zuletzt brauchen wir endlich ein Präventionsgesetz, das diesen Namen auch verdient. Bundestagswahl 2013 TK spezial: Sie waren Referent in der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit. Würden Sie bei schwierigen politischen Entscheidungen den Gesundheitssenator um Rat fragen? Dr. Pätzold: Mit dem Gesundheits- und Sozialsenator Mario Czaja bin ich immer noch in einem sehr guten Kontakt. Selbstverständlich stellt er in solch thematisch bezogenen Fragen einen meiner wichtigsten Ansprechpartner dar. Und natürlich tauschen wir uns regelmäßig zu vielen politischen Themen aus. Fachtagung: Früherkennung von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche Die Union ist auch in Brandenburg und Berlin der große Wahlsieger der Bundestagswahl. In beiden Ländern erzielte die CDU das höchste Zweitstimmenergebnis und gewann 14 der 22 Wahlkreise in Berlin und Brandenburg direkt. Insgesamt vertreten 47 Abgeordnete die Interessen der Region. Darunter finden sich viele bekannte Gesichter wie Frank-Walter Steinmeier (SPD) oder Gregor Gysi (Die Linke). Mit Mechthild Rawert (SPD) ist auch eine erfahrene Gesundheitspolitikerin wieder in den Bundestag eingezogen. Mit der Wahl ist gleichzeitig ein Generationswechsel verbunden: 21 Abgeordnete aus Berlin und Brandenburg sind erstmals in den Bundestag gewählt worden. Brandenburger Präventionsleitfaden vorgestellt Die 4. Auflage des Brandenburger Leitfadens Gewalt gegen Kinder Wie können Anzeichen körperlicher Gewalt und seelischer Vernachlässigung bei Kindern frühzeitig erkannt werden? Welche Möglichkeiten haben die Aktiven in Gesundheitswesen, Kinderschutz oder Familienberatung, um professionell und sachgerecht zu handeln? Diese und andere Fragen standen am 5. September 2013 in Potsdam im Mittelpunkt der Fachtagung „Gesund und gewaltfrei aufwachsen“. Berufsgruppen, Institutionen und Interessierte hatten dort Gelegenheit zur Information. Drei Fachforen gaben Anlass zum intensiven Austausch. Dr. Gudrun Borchardt, Referentin für Gesundheitswesen der TK-Landesvertretung Berlin und Brandenburg, zum Fazit des ersten Forums: „Der Kinderschutz lässt sich weiter verbessern, wenn alle Akteure durch stichhaltige Informationen sensibilisiert werden und sich die bestehenden Hilfestrukturen vernetzen.“ Anlass für die Tagung war die vierte Auflage des Brandenburger Leitfadens zur Früherkennung von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Der aktualisierte und erweiterte Band informiert über Formen von Gewalt, rechtliche Rahmenbedingungen sowie Fallmanagement. Erstmals aufgenommen sind die Brandenburger Netzwerke Gesunde Kinder, Frauenschutzeinrichtungen und die zahnärztlichen Dienste. Herausgeber ist der Brandenburger Berufsverband der Kinder- und Jugendmediziner. Zu den Unterstützern gehören das Gesundheitsministerium im Land, die AG Unfall- und Gewaltprävention, die Fachstelle Kinderschutz in Brandenburg sowie die TK. TK spezial 4 / 2013 4

Berlin und brandenburg Hintergrund Der Innovationsreport der TK zeigt: Nutzenbewertung von Medikamenten ist notwendig Nutzenbewertung durch AMNOG Arzneimittel zählen zu den größten Kostenfaktoren der gesetzlichen Krankenversicherung: In Berlin und Brandenburg waren es 2011 mehr als 2,2 Milliarden Euro. Dabei sind neue Medikamente oftmals teurer und nicht besser als Medikamente, die schon länger auf dem Markt sind. Der Gesetzbegeber hat deshalb 2010 eine frühe Nutzenbewertung von Medikamenten beschlossen. Die Hersteller müssen nun einen Zusatznutzen nachweisen, um einen höheren Preis verlangen zu können. Neu ist nicht gleich besser Die Notwendigkeit einer frühen Evaluierung von Medikamenten belegt der Innovationsreport 2013, den das Team um Professor Dr. Gerd Glaeske von der Universität Bremen mit Unterstützung der TK erstellt hat. Die Studie hat Arzneimittel untersucht, die 2010 und Anfang 2011 neu auf den deutschen Markt gekommen sind – also zum Teil vor dem Inkrafttreten der frühen Nutzenbewertung. Das nüchterne Fazit bei 23 untersuchten Medikamenten lautet: 21 stellen keinen therapeutischen Fortschritt dar. Beispiel für keine signifikante Innovation ist ein Medikament mit dem Wirkstoff Dronedaron, das zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt wird. Schon vor seiner Markteinführung gab es entsprechende Arzneimittel für die Erkrankung und es konnte keine patientenrelevante Verbesserung festgestellt werden. Gleichzeitig ist das Medikament deutlich teurer als Vergleichspräparate. Allein in Berlin und Brandenburg beliefen sich die Ausgaben für das Arzneimittel für die TK auf mehr als 217.000 Euro. Eine frühe Nutzenbewertung verhindert solche Mehrkosten. Dieses Geld kann besser in die Versorgung der Versicherten in Berlin und Brandenburg investiert werden. Mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) hat der Gesetzgeber 2010 ein Verfahren zur Nutzenbewertung von Medikamenten etabliert. Neu auf den Markt gebrachte Arzneimittel werden nun daraufhin überprüft, ob sie einen echten therapeutischen Fortschritt darstellen. Kann ein Zusatznutzen gegenüber schon auf dem Markt vorhandenen Medikamenten oder Therapien nachgewiesen werden, tritt das Pharmaunternehmen in Preisverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband ein. Konnte der Gemeinsame Bundesausschuss mit Unterstützung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) keinen Zusatznutzen erkennen, wird das Medikament einer Festbetragsgruppe zugeordnet. Das bedeutet, dass dieses Arzneimittel nicht teurer sein darf als bereits auf dem Markt befindliche Präparate. Kostenloser Service für niedergelassene Ärzte: der TK-Arzneimittelreport Die niedergelassenen Ärzte in Berlin und Brandenburg bei Arzneimittelverordnungen unterstützen und ihnen unabhängige Informationen zugänglich machen – das ist die Idee des TK-Arzneimittelreports. Im Mittelpunkt steht eine möglichst wirksame, sichere und wirtschaftliche Versorgung der Patienten mit Medikamenten. Der Arzneimittelreport umfasst einen individuellen Verordnungsreport für Medikamente, unabhängige Arzneimittelinformationen und Informationen zur Nutzenbewertung. Beim Verordnungsreport stehen Altoriginale, Me-too-Präparate und Priscus-Arzneimittel im Fokus. Der Arzt kann so auf Nebenwirkungen durch Priscus-Arzneimittel hinweisen. Zeitschriften wie „Der Arzneimittelbrief“ oder „Arzneiverordnungen in der Praxis“ bieten Informationen – pharmaunabhängig. Ebenfalls enthalten ist eine Zusammenfassung der praxisrelevanten Ergebnisse der Nutzenbewertung durch den G-BA. Der Report ist kostenlos und bietet einen individuellen Online-Zugang für den Arzt. Nicht jedes neue Medikament ist eine echte Innovation TK spezial 4 / 2013 5

Berlin und brandenburg TK-Stress-Studie: Deutschland unter Druck Morgens auf dem Weg zur Arbeit noch schnell die Kinder zur Schule bringen, dann die Präsentation für das Meeting fertig machen, einige dringende E-Mails beantworten und in der Mittagspause rasch noch etwas einkaufen gehen. Fast sechs von zehn Deutschen empfinden ihr Leben als stressig – jeder Fünfte steht sogar unter Dauerdruck. Das ergab die repräsentative Stress-Studie, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK erstellt hat. Am stärksten belastet ist die Sandwichgeneration zwischen Mitte 30 und Mitte 40. In der Rushhour ihres Lebens reiben sie sich auf zwischen Kind, Beruf, Haushalt und den eigenen Eltern, die zunehmend Unterstützung brauchen. In dieser Generation sind acht von zehn gestresst, jeder Dritte sogar ständig. Grundsätzlich gilt: Je höher das Einkommen und der Bildungsgrad, desto höher auch Fast sechs von zehn Deutschen fühlen sich gestresst der empfundene Belastungsgrad. Gute Nachricht für viele Brandenburger: Während das Stresslevel in Metropolen besonders hoch ist, verspüren die Menschen in ländlichen Regionen weniger Druck. Beunruhigender Trend: Der Stresslevel steigt Ständige Erreichbarkeit, zunehmende Digitalisierung, immer mehr soziale Medien: Wer das Gefühl hat, dass der Stress zunimmt, steht mit diesem Eindruck nicht alleine da. Mehr als jeder zweite Deutsche fühlt sich heute stärker unter Druck als vor drei Jahren und eine 2/3-Mehrheit glaubt, dass das Leben vor 15 Jahren grundsätzlich entspannter war. Diese Entwicklung ist nicht ungefährlich. „Die Studie zeigt: Je höher der Stresslevel, desto kränker sind die Menschen“, so Forsa-Chef Manfred Güllner. Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden – bei allen Diagnosen dasselbe Bild: Je gestresster ein Mensch ist, desto eher ist er betroffen. Eindeutig ist auch der Zusammenhang mit psychischen Leiden: „Gestresste Menschen haben gegenüber Entspannten ein fast viermal so hohes Risiko für seelische Beschwerden“, so Güllner. Impressum Herausgeber: Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Berlin und Brandenburg Alte Jakobstraße 81/82, 10179 Berlin Verantwortlich: Susanne Hertzer Redaktion: Marcus Dräger, Conrad Ehrlich Telefon: 030 - 245 47-  17 5 Telefax: 030 - 245 47-  00 5 E-Mail: lv-berlin-brandenburg@tk.de Internet: www.tk.de/lv-berlin Twitter: http://twitter.com/TKinBerlinBB Hintergrund Der kleine Unterschied beim großen Stress Schon Loriot wusste: „Männer und Frauen passen eigentlich nicht zusammen.“ Diese These kann die aktuelle Stressstudie der TK nicht grundsätzlich bestätigen, sie dokumentiert aber sehr aufschlussreich die Unterschiede der beiden Geschlechter beim Phänomen „Dauerstress“. Grundsätzlich sind Frauen stärker belastet als Männer, so das Ergebnis der Studie. Während Männer zuallererst vom Job gestresst sind, setzt Frauen ein anderer Faktor noch stärker unter Druck: sie selbst! Fast jede zweite Frau gibt an, dass sie ihre hohen Ansprüche an sich selbst in Stress versetzen. Auch der familiäre Druck lastet überwiegend auf den Frauen: Haushalt und Kindererziehung sind für sie ein deutlich größerer Belastungsfaktor als für Männer. Im Umgang mit Stress gibt es bei beiden Geschlechtern noch Verbesserungspotenzial: Statt den Kopf in den Sand zu stecken (eher Frauen) oder zur Flasche zu greifen (eher Männer), empfehlen Experten Entspannungstechniken, Sport oder auch das Lesen eines guten Buchs. Vielleicht eines von Loriot?

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