Studie enthüllt die hartnäckigsten Vorurteile im Straßenverkehr (FOTO)

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Information about Studie enthüllt die hartnäckigsten Vorurteile im Straßenverkehr (FOTO)

Published on March 5, 2014

Author: napresseportal

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Berlin (ots) - Fast alle Deutschen glauben, der Benzinpreis steigt immer vor den Ferien, Geschlechterklischees halten sich hartnäckig und die eigenen Fahrkünste werden meistens überschätzt. In kaum einem Bereich des menschlichen ... / http://ots.de/28e3cc

Faktenblatt Die Studie „Vorurteile im Straßenverkehr“ der Aktion Umparken im Kopf zeigt, dass Vorurteile im Straßenverkehr auch heute noch weit verbreitet sind. Das Faktenblatt dazu verrät, ob in einigen der Vorurteile nicht doch ein Funken Wahrheit steckt und wann ein Umdenken gut tun würde. 1. Der Benzinpreis steigt immer vor den Ferien. 91 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass dieses Vorurteil stimmt. Fakt ist: Dass die Benzinpreise mit Beginn der Ferienzeit steigen, lässt sich nicht sicher belegen. Generell unterliegt der Benzinpreis größeren Schwankungen und kann auch innerhalb eines Tages mehrfach steigen oder fallen. Schwankt der Preis in der Woche vor den Ferien, würden Tankstellenkunden von gesunkenen Preisen kaum Notiz nehmen. Ist der Preis aber gestiegen, fühlen sich die Kunden an der Zapfsäule in ihrem Vorurteil bestätigt. In der Verhaltensforschung nennt man diesen Effekt „Bestätigungsfehler“ oder Englisch „Confirmation Bias“: Unser Gehirn nimmt Ereignisse verstärkt wahr, die zu ohnehin bestehenden Meinungen passen. Widersprüchliche Fakten werden ausgeblendet. Zwar zeigt eine Studie des Automobil Club Europa (ACE) aus dem Jahre 2011, dass der Benzinpreis in den Jahren zuvor im Zeitraum vor den Osterferien immer im Schnitt um drei Cent pro Liter gestiegen ist, das Bundeskartellamt konnte jedoch keine Belege für unerlaubte Preisabsprachen der Mineralölhändler finden. Der ADAC empfiehlt das Tanken Montags in der Zeit von 18 bis 20 Uhr. Dann sei Benzin für gewöhnlich am günstigsten. 2. Männer fahren aggressiver als Frauen. 68 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass dieses Vorurteil stimmt. Dabei halten sogar 70 Prozent der Männer ihre Geschlechtsgenossen für aggressive Fahrer. Von den Frauen glauben nur 67 Prozent an die aggressivere Fahrweise von Männern. Fakt ist: Laut Daten des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) für das Jahr 2012 sind rund drei Viertel aller Verkehrssünder männlich – nämlich genau 77,6 Prozent. Häufigster Grund für Punkte in Flensburg sind dabei Geschwindigkeitsüberschreitungen. Hier gab es 2012 4,021 Mio. männliche Sünder, aber nur 1,126 Mio. weibliche. Allerdings verfügen auch mehr Männer als Frauen über einen Führerschein und legen insgesamt mehr Kilometer im Auto zurück. Eine Studie aus Großbritannien aus dem Jahr 2002 zeigt aber auch, dass aggressive Rücksichtlosigkeit bei 7,1 Prozent aller von Männern verursachten Unfälle der Grund war und nur bei 1,7 Prozent der Frauen. 3. Männer pflegen ihre Autos mehr als Frauen ihre Autos pflegen. 64 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass dieses Vorurteil stimmt. 66 Prozent der Männer sind der Meinung und 61 Prozent der Frauen. Fakt ist: Einen Unterschied bei der Autopflege zwischen Männern und Frauen konnten zumindest Forscher der Marktforschungsgesellschaften plus, Tema Q, ABH Marketingservice und GfK nicht feststellen. Diese haben 2012 im Auftrag von Waschanlagen und Pflegemittelherstellern Autofahrer und Autofahrerinnen befragt und herausgefunden, dass Sauberkeit im Auto für beide Geschlechter einen gleich hohen Stellenwert hat. 4. Jugendliche bauen mehr Unfälle als Ältere 61 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass dieses Vorurteil stimmt. Fakt ist: Die meisten Unfälle verursachen junge Fahrer und Fahrerinnen zwischen 18 und 25 Jahren. 2012 waren sie laut Statistischem Bundesamt in gut 58.000 Fällen die Hauptverursacher von

Straßenverkehrsunfällen. Senioren waren hingegen nur in 37.000 Unfällen verantwortlich. Allerdings: Ab 75 Jahren bauen sie deutlich mehr Unfälle. Auch an tödlichen Verkehrsunfällen sind überproportional häufig junge Autofahrer beteiligt. So stellt die Gruppe der 18 bis 24 Jährigen nur 8,2 Prozent der Bevölkerung, doch kommen 26,3 Prozent aller tödlich verunglückten PKW-Insassen aus dieser Altersgruppe. 5. Fahrer getunter Autos sind Drängler. 60 Prozent aller Deutschen sind der Meinung, dass dieses Vorurteil stimmt. Fakt ist: Einen direkten Zusammenhang zwischen Tuning und Drängeln kann man wohl nicht ziehen. Aber getunte Autos sind in der Regel leistungsstärker als Standardmodelle, was ihre Fahrer vielleicht auch häufig ausnutzen. Ebenso bleiben uns getunte Fahrzeuge aber auch besonders häufig im Gedächtnis, weil sie meist besonders auffällig sind. „Hier wirkt der unbewußt ablaufende „HaloEffekt“, bei dem unsere Psyche automatisch von einer Eigenschaft auf eine Reihe von anderen schließt, um Personen oder Dinge in ihrer Komplexität möglichst schnell einordnen zu können: Schöne Menschen sind erfolgreicher, Blondinen haben mehr Sex und Fahrer von getunten Autos begehen mehr Verkehrsdelikte und drängeln. Diese Zusammenhänge müssen nicht stimmen – passen aber so schön in unser Weltbild.“, erklärt Diplom-Psychologe Michael Thiel. 6. Frauen parken schlechter ein als Männer. 35 Prozent der Deutschen denken, dieses Vorurteil stimmt – 39 Prozent der Männer und 31 Prozent der Frauen. Fakt ist: Laut einer Studie des britischen Parkplatzbetreibers NCP aus dem Jahre 2012 parken Frauen im Schnitt sogar deutlich besser ein als Männer. Die Briten werteten dazu Filmaufnahmen von mehr als 700 Parkplätzen aus und beobachteten so rund 2.500 Einparker. Das Ergebnis: Frauen waren in fünf von sieben Bereichen besser als Männer. Frauen waren u.a. schneller bei der Suche, boten die besseren Manöver und schafften es häufiger, exakt mittig einzuparken. Männer hingegen konnten nur in einem Punkt den Frauen den Rang ablaufen: Sie parkten durchschnittlich fünf Sekunden schneller ein als das weibliche Geschlecht. 7. Frauen können keine Straßenkarten lesen. 29 Prozent der Deutschen denken, dieses Vorurteil stimmt – 35 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen. Fakt ist: Eine Studie der britischen Warwick Universität mit knapp 200.000 Probanden aus dem Jahre 2007 bestätigt tatsächlich, dass Frauen durchschnittlich schlechter Straßenkarten lesen können als Männer. Forscher vermuten, dass dies mit dem Orientierungssinn zu tun hat, der sich im Laufe der Evolution bei beiden Geschlechtern unterschiedlich entwickelt hat. 8. Sportwagenfahrinnen haben mehr Sex und 9. Sportwagenfahrer haben mehr Sex. 15 Prozent aller Deutschen sind der Meinung, Sportwagenfahrerinnen haben mehr Sex, 13 Prozent denken dies über Sportwagenfahrer. Fakt ist: Männer mit Sportwagen bekommen schneller ein erstes Date als Männer mit gewöhnlichen Autos. Die große Liebe lässt sich aber auch mit einem schnellen Untersatz nicht so leicht finden. Denn Frauen mit einer Vorliebe für Männer in schnellen Autos sind meistens nur auf unverbindlichen Sex aus. Zu diesem Ergebnis kam ein Team aus US-Wissenschaftlern von den Universitäten in Houston, San Antonio und Minnesota im Jahre 2011. Sportwagenfahrer haben also tatsächlich mehr Chancen auf Sex. Andersherum haben die Forscher auch herausgefunden, dass das Auto einer Frau keinen Einfluss auf ihre Attraktivität hat.

10. Selbsteinschätzung Die meisten Deutschen schätzen ihre fahrerischen Fähigkeiten stark überdurchschnittlich ein. Auf einer Skala von 1 (sehr schlechter Fahrer) bis 10 (sehr guter Fahrer) liegt der Schnitt bei 7,4. Als überdurchschnittlich gut (alle Werte ab 6) sehen sogar 86 Prozent aller Deutschen ihre eigenen Fahrkünste. Immerhin 56 Prozent sehen sich selbst im oberen Drittel. Fakt ist: Zahlreiche Studien zeigen, dass die meisten Menschen sich und die eigenen Fähigkeiten überdurchschnittlich positiv einschätzen, auch wenn dies statistisch natürlich nicht sein kann. Psychologen vermuten, dass dies mit psychischem Wohlergehen einhergeht. Vor allem in der Leistungsgesellschaft wollen die Menschen nicht durchschnittlich sein und entsprechende Rollenbilder leben Selbstüberschätzung geradezu vor. „Sich ein wenig zu überschätzen, das braucht der Menschen generell für sein Selbstbewusstsein. Deshalb schreiben wir die Fehler der anderen eher ihrem mangelnden Können oder ihrem Charakter zu, schieben aber unsere eigenen Fehler oft auf äußere Umstände. Im Klartext: Wenn ich über eine rote Ampel fahre, war die Ampel falsch angebracht oder die Sonne hat mich geblendet. Wenn ein anderer Fahrer über die rote Ampel fährt, hat er seinen Führerschein im Lotto gewonnen.“, sagt der Diplom-Psychologe Michael Thiel.

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