Pressekonferenz: Präsentation von Prof. Dr. Babette Renneberg (Freie Uni Berlin) auf der TK-Pressekonferenz zum Gesundheitscoaching (22. Januar 2014)

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Health & Medicine

Published on January 21, 2014

Author: TK_Presse

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Braucht Gesundheit einen Trainer? Und: Können kranke Menschen durch ein telefonisches Coaching sogar gesünder werden – also Diabetiker, Herzkranke oder Bluthochdruckpatienten auf Medikamente verzichten und Krankenhausaufenthalte vermeiden? Diesen und weiteren Fragen sind Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) im Auftrag der TK nachgegangen. Am 22. Januar 2014 stellt die Techniker Krankenkasse (TK) auf einer Pressekonferenz in Berlin die neue Studie zum Gesundheitscoaching „Coaching statt Krankenhaus -braucht Gesundheit einen Trainer?" vor.


Dieses Dokument ist die Präsentation von Prof. Dr. Babette Renneberg, Freie Universität Berlin, anlässlich der Pressekonferenz am 22. Januar 2014 in Berlin entstanden und kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

Psychologische Evaluation Gesundheitscoach 22. Januar 2014 Prof. Dr. Babette Renneberg, Psychologie Freie Universität Berlin

Gesundheitscoaching Verhalten beeinflusst Gesundheitszustand Umgang mit bestehenden Einschränkungen verbessern Risiko von Folgeerkrankungen vermindern Gesundheit und Wohlbefinden verbessern Individueller Ansatz Um Gesundheit zu fördern, muss jeder „an der eigenen Haltestelle“ abgeholt werden 2

Ziele des TK-Gesundheitscoachings • Informationen vermitteln • Module: Medikamente, Bewegung, Ernährung, Trinkverhalten • Ziele und Pläne an die Bedürfnisse der Versicherten anpassen • Selbstwirksamkeit erhöhen – durch Erfolge! • Motivieren zur Veränderung des Gesundheitsverhaltens - Prinzipien der motivierenden Gesprächsführung anwenden * *Miller & Rollnick (2004). Motivierende Gesprächsführung. Freiburg: Lambertus 3

Aufbau des TK-Gesundheitscoachings Kontrollgruppe Fragebogen 1 Fragebogen 2 Fragebogen 3 Rückfallprophylaxe Erstgespräche Interview über Befinden › 4 Wochen › 14 tägige Telefonate je 20 min Thematische Module › 4 Monate › 14 tägige Telefonate je 20 -60 min › Coach entscheidet über Länge und Häufigkeit der Telefonate bis zu 4 Telefonate › 6 Monate › insgesamt bis zu 4 Gespräche à 20 min 4

Untersuchungsgruppen 2656 Personen: − je 1328 im Coaching und Kontrollgruppe − mit insgesamt 11 229 Diagnosen Alter: Im Mittel hatten die Teilnehmer_innen − ø 5 Monate Coaching + ca 2 Monate Nachhaltigkeit − ø 7 telefonische Kontakte mit persönlichen Coach − ø 66 Jahre − Range: 33-79 Jahre Geschlechterverteilung: − 81% männlich − 19% weiblich 5

Subjektive Gesundheit Wenn Sie sich Ihren allgemeinen Gesundheitszustand auf einer Skala von 0 bis 10 vorstellen (0 = 'schlechter geht es nicht' und 10 = 'besser geht es nicht‘) wie würden Sie Ihren derzeitigen Gesundheitszustand einstufen? sehr schlecht sehr gut            • subjektive Bewertung der eigenen Gesundheit  guter Prädiktor für Morbidität und Mortalität* *Benyamini, Leventhal, & Leventhal, 1999 6

Hauptergebnis Subjektive Gesundheit in der Gesamtgruppe d= .33 7,00 d= .53 6,27 6,50 6,05 6,00 d= .37 5,57 5,50 5,51 5,62 d= .19 5,72 klein mittel groß Cohen's d .2 .5 .8 5,00 4,50 KG Kontrollgruppe Coachinggruppe MG 4,00 T0 T1 T2 „Allgemeiner Gesundheitszustand“ (0-10) höhere Werte bessere subjektive Gesundheit 7

Subjektive Gesundheit Diabetes Herzinsuffizienz d= .23 7,00 d= .35 6,50 d= .40 7,00 d= .46 6,50 6,00 6,00 d= .18 d= .18 5,50 d= .29 d= .27 5,50 5,00 5,00 4,50 KG MG CG 4,00 T0 T1 KHK T2 T0 T1 MG CG T2 7,00 d= .59 6,50 KG 4,00 Diabetes & KHK & Herzinsuffizienz d= .44 7,00 4,50 d= .41 d= .20 6,50 d= .26 d= .46 6,00 6,00 5,50 5,50 5,00 5,00 d= .51 d= .06 4,50 KG 4,50 KG 4,00 MG CG 4,00 MG CG T0 T1 T2 T0 T1 T2 8

take-home message 1. Coaching steigert subjektive Gesundheit 2. Motivation für Gesundheitsverhalten, Informationen, konkrete Pläne, Unterstützung bei der Umsetzung 3. Auch wirksam bei schwer belasteten Personen 4. Eine einfach zu beantwortende Frage ist ein zentrales Outcome Maß für Gesundheit 9

BACKUP 10

Kontrollgruppenvergleiche - KHK Depressivität d= .38 70 d= .38 66,9 66,3 65 d= .19 d= .20 61,2 62,5 klein mittel groß 61,8 60 60,1 Cohen's d .2 .5 .8 55 KG CG MG 50 T0 T1 T2 Die Werte wurden auf eine Skala zwischen 0 und 100 transformiert. Höhere Werte = weniger depressive Symptome. 11

Kontrollgruppenvergleiche Subjektive Gesundheit - KHK KHK d= .44 d= .59 7,00 6,83 6,50 6,71 d= .41 6,07 d= .26 6,25 6,00 klein mittel groß 6,11 5,90 5,50 Cohen's d .2 .5 .8 5,00 4,50 KG CG MG 4,00 T0 T1 T2 Auf einer Skala von 0-10 konnten die TeilnehmerInnen ihren „allgemeinen Gesundheitszustand“ beschreiben. Höhere Werte stehen für eine bessere SG. 12

Subjektive Gesundheit Geschlecht 7,00 6,50 6,34 5,50 5,85 5,83 5,63 5,58 5,63 5,29 5,00 6,10 5,93 6,00 5,23 5,51 5,29 KG weiblich 4,50 KG männlich 4,00 MG CG weiblich CG männlich MG T0 T1 T2 Y-Achse = Subjektive Gesundheit (FB); höhere Werte= höhere subjektive Gesundheit Männer zeigen in beiden Gruppen eine höhere subjektive Gesundheit als Frauen. Der Unterschied bleibt über die Zeit konstant. 13

Telefon-Coaching - Herzinsuffizienz • Strukturierte telefonische Unterstützung und Telemonitoring reduzieren Risiko für Mortalität, Krankenhausaufenthalte wegen der Herzinsuffizienz, verbessern Lebensqualität und reduzieren Kosten* *Cochrane Review; Inglis et al. (2010) 14

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