Kolumne immobilien business 12 2016

50 %
50 %
Information about Kolumne immobilien business 12 2016

Published on December 17, 2016

Author: MartinIsler

Source: slideshare.net

1. Über die Frage, ob aktives oder passives Investieren zu mehr Rendite führt, wird häufig emotional debattiert. Im Grunde geht es doch darum, die eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen. Denken Sie klüger zu sein als der Markt oder im besten Fall nur Durchschnitt? Ist Ihr Handeln geprägt von aktiven Entscheidungen, oder versuchen Sie eher durch angestrengtes Nachdenken die bessere Wahl treffen zu können? Je komplexer die Entscheidung, umso grösser die Gefahr, in den Details den Überblick komplett zu verlieren. Mit Logik alleine kommen Sie also nicht weiter. Statt eine Entscheidung zu fällen, schliessen Sie sich der Mehrheit an und reden sich dabei ein, dass sich eine so grosse Anzahl von Anlegern wohl doch nicht irren kann. Nicht Ihrer Meinung wird Warren Buffett sein, der Grossmeister der Geldanlage. Ein Mann des aktiven Investierens, dem es mit dem richtigen Händchen im Verlauf von Jahrzehnten gelungen ist, den Wert seines Investmentvehikels pro Jahr um mehr als 15 Prozent zu steigern – und damit die Benchmark deutlich zu schlagen. Strategie, Know-how und Intuition prägen die Investitionen eines der reichsten Menschen der Welt. Noch erfreut sich Herr Buffett bester Gesundheit, trotz den Ernährungsgewohnheiten eines unter Sechsjährigen mit Glacé und Cola zum Frühstück. Er weiss um seine Fähigkeiten und ist sich ebenso bewusst, dass sein Investitionsverhalten nicht kopiert werden kann. Nach seinem Tod soll so seine Frau Astrid 10 Prozent seines Vermögens in kurzlaufende Obligationen investieren und die restlichen 90 Prozent in einen simplen passiven Indexfonds. Warum? Weil seine um 16 Jahre jüngere Astrid keine aktive Investorin sei – und sich auch nicht darin versuchen sollte. Aber ganz so einfach ist es trotzdem nicht. Passive Investitionen haben mit schwerwiegenden Nachteilen zu kämpfen, die sich durch die Struktur der marktkapitalisierenden Indizes begründen. Diese enthalten ungewollte Klumpenrisiken wie UBS Sima oder Swiss Prime Site. In überbewertete Aktien und Fonds wird automatisch mehr investiert und zu wenig in unterbewertete Titel. Was am Ende des Tages zählt, ist die Marktkapitalisierung. Volatilität oder Korrelationen sind schlicht nicht von Interesse. Passives Investieren oder doch nicht? Im ineffizienten Markt der Schweizer indirekten Immobilienanlagen hätte sich Astrid als passive Investorin jüngst fürchterlich aufgeregt. Erneut wäre ihr vor Augen geführt geworden, dass ein ausgeprägtes Desinteresse für den Markt eben auch mit einer gewissen Blindheit für Opportunitäten einhergeht. Als der Immobilienfonds Streetbox in den Index aufgenommen wurde, kaufte auch Astrids Treuhänder automatisch nach Vorgabe der Strategie Fondsanteile über die ersten drei Handelstage zu Höchstständen. Für ihre Nerven wäre es besser gewesen, sich die Details der letzten Transaktionen nicht geben zu lassen. Über 10 Prozent Kursverlust innerhalb von wenigen Tagen! Sie ertappte sich dabei, wie sie ernsthaft mit dem Gedanken spielte, im kleinen Nischenmarkt Schweiz von nun an aktive Entscheidungen zu fällen und es ihrem Ehemann gleichzutun. 12.2016 l Martin Isler l Marc Seiler l Bank J.Safra Sarasin AG l Real Estate Hub Switzerland KOLUMNE Schlägt bald Astrid den Markt?

Add a comment