KNS 422

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Education

Published on January 7, 2008

Author: Margot

Source: authorstream.com

Slide1:  Öffentlichkeitsaufklärung II: Antistigma - Programm Reduktion von Stigma und Diskriminierung schizophren Kranker Ausgangslage und Problemstellung Einstellungen und Verhalten der allgemeinen Bevölkerung gegenüber psychisch Kranken, insbesondere schizophren Kranken, sind durch unzureichendes Wissen und Vorurteile belastet. Das hieraus resultierende Stigma kann zu erheblicher Diskriminierung führen, die sich in gesellschaftlicher Benachteiligung und Behinderung äußert. Diskriminierungen solcher Art schränken die Verfügbarkeit von Wohnmöglichkeiten ein, erschweren den Zugang zu Beschäftigungsmöglichkeiten und erzeugen soziale Isolation der Erkrankten (Alisky & Iczkowski 1999, Angermeyer et al. 1999, Penn et al. 1999 ). Zielsetzung Wissen, Einstellungen und Verhalten ausgewählter Bevölkerungsgruppen sollen durch gezielte Interventionen beeinflusst werden mit dem Ziel einer Reduktion von Stigma und Diskriminierung. Zu diesem Zweck soll das Programm des Weltverbandes für Psychiatrie: „Fighting Stigma and Discrimination because of Schizophrenia“ zum Einsatz kommen. Darüberhinaus soll der Effekt des Programms auf Krankheitsverlauf und Outcome überprüft werden. Ursprünge von Stigmatisierung Diskriminierung ist das Resultat eines Prozesses, der damit beginnt, dass eine Person als anders betrachtet wird (World Psychiatric Association 1998): Beobachteter Unterschied Entwickeln einer ablehnenden Einstellung Stigma Diskriminierung Soziale Benachteiligung Verstärkte Behinderung Erhöhte Abweichung vom „normalen“ Verhalten und Verlust von Selbstrespekt Erleben von Stigmatisierung Stigmatisierung und Diskriminierung richten sich nicht nur gegen Erkrankte, sondern auch gegen deren Familien, Betreuer und Mitarbeiter psychiatrischer Einrichtungen. Weitverbreitete Vorurteile sind unter anderem (nach Häfner 2000 und Fokusinterviews Angermeyer 1999, unveröffentlicht) Schizophrenie ist ansteckend Schizophren Kranke sind unberechenbar und gefährlich Wer in der Psychiatrie arbeitet, muss auch ein bisschen verrückt sein Fokusinterviews mit schizophren Erkrankten, ihren Angehörigen und mit Pflegepersonal in psychiatrischen Kliniken (Angermeyer 1999, unveröffentlicht) zeigen, dass zentrale Bereiche des Stigmaerlebens der vorurteilsbehaftete Blick der Öffentlichkeit auf psychisch Kranke und die Psychiatrie und die hierdurch belastete interpersonelle Interaktion sind. Neueste Studien bestätigen, dass die am häufigsten von schizophrenen Patienten vorgebrachte Empfehlung für Maßnahmen gegen Stigmatisierung die Aufklärung der Öffentlichkeit ist (Wahl 1999) und dass mit Kampagnen und gezielten Aufklärungsprogrammen Stigma und Diskriminierung reduziert werden können (Penn et al. 1999, Holmes et al. 1999). Arbeitsprogramm und Methodik In Deutschland wird das Antistigma-Programm des Weltverbandes an mehreren Standorten mit verschiedenen standortspezifischen als auch komplementären Aktivitäten zur Reduktion von Stigma durchgeführt. Die in das Programm eingebundenen Zentren sind Düsseldorf, München LMU, Leipzig, Hamburg, Kiel, Itzehoe und München TU. In den Zentren Düsseldorf und München wird der Effekt des hier zum Einsatz kommenden Antistigma-Programms des Weltverbandes für Psychiatrie sowohl auf spezielle Zielgruppen als auch auf ausgewählte Patientengruppen geprüft. Vor Beginn der Interventionen werden in den Experimentalzentren Düsseldorf und München wie auch in den das Awareness-Programm durchführenden Kontrollzentren Köln und Bonn sowie in den Zentren Berlin und Essen, in denen weder das Antistigma- noch das Awareness-Programm angewendet wird, die Basiserhebungen durchgeführt. Der Einfluss der Interventionen auf Krankheitsverlauf und Outcome wird mit Messungen zu Lebensqualität, Rückfallrate und sozialer Integration sowie zum Stigmaerleben und zur Patientenzufriedenheit erfasst. Im Frühjahr 2001 wurde eine Bevölkerungsbefragung (n=7246) zum Wissensstand über Schizophrenie und Einstellungen gegenüber schizophren erkrankten Menschen in den Experimental- und Kontrollzentren durchgeführt. Daran schließen sich die auf die Befragungsergebnisse abgestimmten Interventionen zunächst auf lokaler Ebene an (Dauer: 24 Monate). Der Schwerpunkt der Aktivitäten in allen deutschen Projektzentren liegt auf der Aufklärungsarbeit in Schulen, kontinuierlicher Medienarbeit und gezielten Aufklärungsaktivitäten in der Öffentlichkeit. Hilfreich ist hierbei das internetbasierte Stigma-Alarm-Network (Sane), in dem Protestaktionen gegen Fälle von Diskriminierung psychisch Kranker aufgrund negativer Presseberichte, Filme oder Anzeigen organisiert und koordiniert werden. Eine weitere Zielgruppe für die Durchführung von Interventionen zur Wissens- und Einstellungsänderung sind Personen, die in der Versorgung psychisch Kranker tätig sind, wie z.B. Medizinstudenten, Pflegepersonal, Ärzte und Therapeuten. Von besonderer Bedeutung für diese Zielgruppe ist die Förderung von Verhaltenskompetenzen im Umgang mit Erkrankten, die durch spezielle Schulungen, Trainings und Workshops erreicht werden soll. Nach Abschluss der lokalen Antistigma-Interventionen werden erneute Befragungen in der Öffentlichkeit, den Zielgruppen und bei den Patienten durchgeführt, deren Ergebnisse die Grundlage für eine bundesweite Aufklärungsarbeit bilden. Die Enderhebungen aus den Experimental- und Kontrollzentren erlauben den Vergleich der Effektivität des Awareness-Programms (Öffentlichkeitsaufklärung I) und des Antistigma-Programms. Programmschwerpunkte Bundesweite und regionale Einstellungsumfragen, Patientenbefragungen, Fokusinterviews Entwicklung lokaler Interventionskonzepte und Medienstrategien Materialien zur Psychoedukation Telematik-Plattform Multizentrische Langzeitstudien - Prüfen der Programmeffekte auf Verlauf und Outcome Literatur Alisky JM, Iczkowski KA: Barriers to housing for deinstitutionalized psychiatric patients. Hospital Community Psychiatry 41 (1990), S. 93-95 Angermeyer MC, Matschinger H, Holzinger A: Akzeptanz gmeindepsychiatrischer Reformen in der Bevölkerung. Psychiatrische Praxis 26 (1999) Häfner H: Das Rätsel Schizophrenie. Eine Krankheit wird entschlüsselt. München 2000. Holmes P, Corrigan PW, Williams P, Canar J, Kubiak MA: Changing Attitudes About Schizophrenia. Schizophrenia Bulletin 25, 3, S. 447-456 (1999) Penn DL, Kommana S, Mansfield M, Link BG: Dispelling the Stigma of Schizophrenia: II. The Impact of Information on Dangerousness. Schizophrenia Bulletin 25, S. 437-446 (1999) Wahl O: Mental Health Consumer‘s Experience of Stigma. Schizophrenia Bulletin 25, 3, S. 467-478 (1999) World Psychiatric Association: Fighting Stigma and Discrimination because of Schizophrenia. New York, World Psychiatric Association, 1998, Vol 1+2 Projektleitung: Gaebel, W. Projektkoordination: Baumann, A. Projektmitarbeit: Witte, M. Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Heinrich-Heine-Universität, Rheinische Kliniken Düsseldorf

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