IB Vorlesung Friedensproblem 2 neue Version komple

50 %
50 %
Information about IB Vorlesung Friedensproblem 2 neue Version komple
Entertainment

Published on December 31, 2007

Author: Alexan

Source: authorstream.com

Friedensproblem :  Friedensproblem Wie kann der Frieden zwischen den Staaten gesichert werden? Das Friedensproblem Übersicht:  Das Friedensproblem Übersicht Literatur Frieden – noch ein Problem der IB? Was ist „Frieden“? Friedenskonzepte 1918/19 Allgemeine Konzepte (Thesen, Begründungen und Probleme) „Neue Kriege“ und ihre Probleme Literatur:  Literatur Herfried Münkler, Die neuen Kriege, Reinbek 2002. Bruce Russett/John R. Oneal, Triangulating Peace. Democracy, Interdependence, and International Organization, New York 2001. Kenneth N. Waltz, Man, the State, and War, New York 1959. Bernhard Zangl/Michael Zürn, Frieden und Krieg, Frankfurt/M. 2003. Frieden – noch ein Problem der IB?:  Frieden – noch ein Problem der IB? Definitionstypen 1:  Definitionstypen 1 Negativ (und anspruchslos): Abwesenheit von Krieg Abwesenheit von Gewaltandrohung Definitionstypen 2:  Definitionstypen 2 Negativ (und anspruchsvoll): Abwesenheit von Krieg und „struktureller Gewalt“ (Johan Galtung) Positiv (und anspruchsvoll): harmonisches Zusammenwirken (wie Organe in einem gesunden Körper) Probleme anspruchsvoller Definitionen:  Probleme anspruchsvoller Definitionen intersubjektiv akzeptierte Definition von „struktureller Gewalt“ (welche Lebens-chancen stehen wem zu? Was ist eine gerechte Ordnung? Was ist legitimer Zwang, legitime Begünstigung?) Negativer Frieden schon schwer genug zu sichern (siehe Weltkriege 1, 2 und „3“) Besser „das Beste nicht zum Feind des Guten machen“ Widersprüchliche Vorschläge: z.B. Konzepte 1918/19:  Widersprüchliche Vorschläge: z.B. Konzepte 1918/19 Eindämmung Deutschlands mit Bündnissen Allgemeine Abrüstung (statt Wettrüsten) Kollektive Sicherheit (statt Bündnisse) Verbreitung der Demokratie Nationale Selbstbestimmung Freihandel statt Handelsblöcke Sozialismus Allgemeine Antworten 1:  Allgemeine Antworten 1 Alle Menschen müssen sich ändern Alle Männer müssen sich ändern Alle kapitalistischen Systeme müssen sich ändern Alle autoritären Systeme müssen sich ändern Alle Nationen müssen ihren eigenen Staat bekommen Allgemeine Antworten 2:  Allgemeine Antworten 2 Alle Machtungleichgewichte müssen beseitigt werden Alle Waffen müssen beseitigt werden Internationale Organisationen müssen gestärkt werden Internationaler Handel muss gestärkt werden Alle Menschen müssen sich ändern:  Alle Menschen müssen sich ändern (und jeder muss bei sich anfangen) Religionen Pazifismus Psychoanalyse Religionen:  Religionen Erb-Sünde (Augustinus), das Böse (Egoismus, Agressivität) in uns überwinden, Attentismus (wirklicher Frieden wird erst durch göttliche Erlösung bewirkt) Bewusstsein auf neue Stufe bringen; Askese (Buddhismus, TM) Pazifismus:  Pazifismus Feindbildkonstruktion durchschauen Kriegsdienst verweigern Friedenserziehung Soziale Verteidigung als Alternative Psychoanalyse:  Psychoanalyse Triebe besser bewusst machen und steuern Todestrieb (Freud) Aggressionstrieb Machttrieb (Horst Eberhart Richter) Probleme 1:  Probleme 1 Leben in friedlichen Staaten wirklich die besseren Menschen (Schweden – Israel)? Erklärt das die unterschiedliche Häufigkeit (Varianz) von Kriegen über Epochen und Regionen? Sind Soldaten, Rüstungsarbeiter u.a. wirklich aggressive Egoisten oder nicht sogar besonders opferbereit für „das Große Ganze“? Probleme 2:  Probleme 2 Faktoren entziehen sich ganz oder teilweise politischer Kontrolle: Göttlicher Eingriff Sündhaftigkeit Triebstruktur Feministische Thesen:  Feministische Thesen Kriege werden (ganz überwiegend) von Männern geführt und von Männern beschlossen Männliche Werte, Normen und Verhaltensdispositionen begünstigen Kampf zu Lasten von friedlichem Interessenausgleich Männliche Werte – weibliche Werte:  Männliche Werte – weibliche Werte Mut, Tapferkeit, Ehre (Gesicht), Entschlossenheit, Unnachgiebigkeit, Standfestigkeit, Verschlossenheit, Selbständigkeit, Kameradschaft, Treue, Härte, Gewaltbereitschaft Statt: Kommunikation, friedlichem Ausgleich, Individualismus, Empathie, leben und leben lassen Fragen (1): Schuld der Männer? :  Fragen (1): Schuld der Männer? Sind Frauen als Entscheidungsträgerinnen aber wirklich friedlicher? Elisabeth I., Katharina die Große, Golda Meir, Margaret Thatcher, Indira Gandhi, Benazir Bhutto, Condoleezza Rice ??? Erziehen nicht Mütter die Söhne zu Kriegern? Verachten nicht Frauen den „feigen Mann“, der sich dem Dienst für das Vaterland entzieht? Antwort: Prägung durch patriarchalische Kultur:  Antwort: Prägung durch patriarchalische Kultur Denkweisen, Verhaltensmuster und Institutionen entscheidend (nicht die einzelne Person) Gleichberechtigung innerhalb einer Gesellschaft geht mit geringerer Kriegsbeteiligung einher (z.B. Skandinavien, Neuseeland) Fragen (2): Ursache – Wirkung :  Fragen (2): Ursache – Wirkung Ist eine höhere Gleichberechtigung die Ursache für geringere Kriegsbeteili-gung – oder ist es eher umgekehrt? Sind Gesellschaften mit mehr Gleich-berechtigung nicht immer auch demokratischer und nur deshalb auch friedlicher nach außen? Fragen (3): praktische Umsetzung:  Fragen (3): praktische Umsetzung Kann man in fremden Gesellschaften wirksam Gleichberechtigung fördern? Ginge das bei Bedarf schnell genug? Darf man in fremden Gesellschaften wirksam Gleichberechtigung fördern? Antwort 3: Marxismus:  Antwort 3: Marxismus „Alle kapitalistischen Systeme müssen sich ändern“ Marxistische Thesen: :  Marxistische Thesen: Klassengesellschaft bewirkt Ausbeutung, Expansion und Krieg Staat vertritt bürgerliche Klas-seninteressen (Profitstreben) Machtlose Masse der Bevöl-kerung (Proletariat) trägt die Kosten von Kriegen Ausbreitung des Sozialismus fördert Frieden Internationale Solidarität der Arbeiterklasse verhindert Krieg Begründungen (1): Imperialismus-Theorie:  Begründungen (1): Imperialismus-Theorie Verarmung der Massen  Rückgang der Kaufkraft  keine Waren-Nachfrage  Sinkende Profitrate  überseeische Wirtschafts-Expansion Militärische Sicherung von Absatzmärkten und Rohstoffen Krieg Begründungen (2): Ablenkungstheorie:  Begründungen (2): Ablenkungstheorie Überdeckung von Klassenkonflikten durch auswärtige Verwicklungen und Erweckung von Patriotismus „Renten“ für die „Arbeiteraristokratie“ (Ausbeutungsgewinne aus den Kolonien werden verwendet, um Arbeiterführer „ruhig zu stellen“) Begründungen (3): MIK und Krisenstabilisierung:  Begründungen (3): MIK und Krisenstabilisierung Militärisch-Industrieller Komplex (MIK) Militärs und private Rüstungsindustrie setzen gemeinsam Aufrüstung und Krieg durch Politiker benutzen Kriege in einer Konjunkturkrise, um Nachfrage anzukurbeln Probleme marxistischer Erklärungen (1)::  Probleme marxistischer Erklärungen (1): Zuletzt kaum noch Kriege zwischen entwickelten kapitalistischen Staaten und kaum noch territoriale Expansion Kein notwendiger Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Imperialismus (Schweiz?) Internationaler Handel ist kein Nullsummenspiel (alle können gewinnen) Probleme marxistischer Erklärungen (2)::  Probleme marxistischer Erklärungen (2): Kriege zwischen sozialistischen Staaten (SU – Ungarn 1956, China – Vietnam 1979) Aggressionen von sozialistischen Staaten (SU, China) Probleme marxistischer Erklärungen (3)::  Probleme marxistischer Erklärungen (3): Sozialismus (verstanden als staatliche Planwirt-schaft) hat kaum noch Anhänger (Stagnation und Repression)  Implementierung der Politikempfehlung wäre mit hohen innenpoliti-schen Kosten verbunden Liberale Gegenfragen (1)::  Liberale Gegenfragen (1): Lohnt sich Krieg wirklich häufig für Unternehmer und Aktionäre? Brauchen wir nicht sogar mehr Kapitalismus (Globalisierung der Märkte), weil Handel den Frieden fördert (I. Kant, Richard Cobden: 1804-1865) und weil betriebswirtschaftliches Denken feudalistisches Kriegerethos zurückdrängen muss (Joseph Schumpeter: 1883-1950)? Liberale Gegenfragen (2)::  Liberale Gegenfragen (2): Ist die kapitalistische Marktwirtschaft nicht notwendig für politische Demokratie und damit für das Herrschaftssystem, das Staaten (auch) nach außen friedlicher macht? Antwort 4: Liberalismus:  Antwort 4: Liberalismus „Alle autoritären Systeme müssen sich ändern“ Liberale Thesen::  Liberale Thesen: Demokratien greifen andere Staaten seltener an Demokratien führen keine Kriege gegeneinander und drohen sich nur selten den Einsatz militärischer Mittel an (Kant, Woodrow Wilson) Demokratien lösen Streit-fälle friedlich mit Hilfe inter-nationaler Organisationen Theoretische Begründungen (1)::  Theoretische Begründungen (1): Mitsprache der Kostenträger: In Demokratien entscheiden alle über Krieg und Frieden. Daher können die Kriegskosten (materielle und andere) nicht mehr einfach auf machtlose Untertanen abgewälzt werden (Kant) Institutionelle Beschränkungen: schwerfällige Entscheidungs-prozesse verhindern rasches Losschlagen (mehr Zeit für Verhandlungen) Theoretische Begründungen (2)::  Theoretische Begründungen (2): Credible signals: höhere Kosten von militärischen Niederlagen und politischen Rückziehern sowie transparente Entscheidungsprozesse verringern die Gefahr von Fehlkalkulationen (z.B. vermeintlicher Bluff) Pazifistische politische Kulturen: Regeln und Normen für die interne Konfliktregelung werden auch nach außen praktiziert (bes. gegenüber Demokratien) Befund (1):  Befund (1) Kriege zwischen Demokratien sind tatsächlich sehr selten (z.B. Indien – Pakistan 1999) Genaue Anzahl hängt ab von Definition und Operationalisierung der Begriffe „Krieg“ und „Demokratie“ Befund (2):  Befund (2) Sowohl „Kriege“ als auch „militarisierte Konflikte“ sind zwischen „Demokratien“ erheblich seltener, als das rein statistisch zu erwarten wäre – egal welche der üblichen Definitionen gewählt wurde! Demokratien initiieren zwar Kriege gegen Diktaturen, verhalten sich ge-genüber Diktaturen aber auch nicht unfriedlicher als andere Diktaturen  Demokratien verhalten sich nach außen insgesamt friedlicher als Diktaturen Fragen:  Fragen Liegt das wirklich am demokratischen Charakter der jeweiligen Staaten oder sind das einfach nur zufällige Häufungen oder sind die friedlichen Beziehungen zwischen Demokratien auf ihre Allianzbeziehungen im Zweiten Weltkrieg und Kalten Krieg zurückzuführen? Praktische Implikationen: Demokratisierungspolitik als Lösung?:  Praktische Implikationen: Demokratisierungspolitik als Lösung? Völkerrechtliche Probleme (Souveränität steht auch Diktaturen zu) Praktische Probleme (geringer Einfluss auf interne Entwicklungen: z.B. China, Kosovo, Irak) Übergangsprobleme: sind demokratisierende Staaten friedlich oder besonders aggressiv? (z.B. Ex-Jugoslawien) Antwort 5: Nationalismus:  Antwort 5: Nationalismus „Alle Nationen müssen ihren eigenen Staat bekommen“ Thesen::  Thesen: Fremdbestimmung fördert interne Konflikte und Grenzstreitigkeiten Wenn staatliche und ethnische Grenzen identisch sind, ist die Verteidigung gegenüber dem Angriff begünstigt, denn für die staatliche Einheit der Nation wird viel entschlossener gekämpft als für die Eroberung fremder Völker Befund::  Befund: Homogene Nationalstaaten (wie Frankreich oder Italien) waren zuletzt seltener in Grenzkriege verwickelt Nationalismus hat aber viele Kriege ausgelöst Probleme::  Probleme: Siedlungsräume lassen sich oft nicht klar abgrenzen Kein wissenschaftlicher und (erst recht) kein politischer Konsens darüber, wer als Nationen gelten soll (Basken, Quebecois, Kurden?) Viel mehr Ethnien als Staaten (über 1000 gegenüber unter 200) Nationalismus artet oft in nationalen Chauvinismus aus Antwort 6: Realismus :  Antwort 6: Realismus „Alle Machtungleichgewichte müssen beseitigt werden“ Realistische Thesen:  Realistische Thesen Kriege werden nur begonnen, wenn eine gute Aussicht auf raschen Sieg besteht Bei militärischem Gleichgewicht kann sich keine Seite einen schnellen Erfolg ausrechnen Folgerung: Mächtegleichgewicht muss aufrecht erhalten werden – Si vis pacem, para bellum (wenn Du den Frieden willst, dann bereite den Krieg vor) Befund::  Befund: Gleichgewicht erhöht die Kriegswahrscheinlichkeit! Ähnlich mächtige Staaten führen häufiger Krieg gegeneinander als verschieden starke viele (große) Kriege wurden u.a. für die Erhaltung des Gleichgewichts geführt Erklärung::  Erklärung: Schwache Staaten geben (meist) nach Kein Konflikt über Rangordnung und Prestigefragen Keine Unklarheit über Kriegsausgang Praktische Konsequenzen:  Praktische Konsequenzen Ungleichgewichte verstärken? (kaum praktikabel: wer will schon immer nachgeben müssen?) Mehr Transparenz über Kräftever-hältnisse und politische Entschlos-senheit durch Demokratie und Rüstungskontrolle Antwort 7: Abrüstung:  Antwort 7: Abrüstung „Alle Waffen müssen beseitigt werden“ Thesen:  Thesen Ohne Waffen, kein Krieg Rüstungswettläufe erhöhen Spannungen und den Anreiz für Präventivkriege Rüstungsanstrengungen schaffen in Militärs und Rüstungsindustrie zwei Gruppen, die ein Interesse am Krieg haben Befund:  Befund Rüstungswettläufe enden nicht immer, aber oft in Kriegen Unklar dabei: sind Rüstungswettläufe die Ursache von Kriegen oder nur Anzeichen für erhöhte Spannungen, die ihrerseits zu Kriegen führen („Krankheit oder Fieber“)? Waffen können auch erst im Verlauf eines Konflikts beschafft werden (z.B. Ex-Jugoslawien) Militärs und Industrie sind oft auch gegen Krieg Praktische Implikationen:  Praktische Implikationen Einseitige Abrüstung? (kann verwundbar machen) Allseitige Abrüstung? (utopisch, z.B. wegen Asymmetrien) Vereinbarte Rüstungsbegrenzung? (erhöht nicht immer Stabilität) Antwort 8: Institutionalismus:  Antwort 8: Institutionalismus „Internationale Organisationen müssen gestärkt werden“ Institutionalistische Thesen:  Institutionalistische Thesen Kollektive Sicherheit kann den Frieden garantieren Internationale Organisationen (IO) verringern durch mehr Transparenz das Sicherheitsdilemma und damit ungewollte Rüstungswettläufe und Kriege Verrechtlichung der internationalen Beziehungen reduziert militärische Konflikte Kollektive Sicherheit: Prinzipien:  Kollektive Sicherheit: Prinzipien Staaten garantieren sich gegenseitig ihre territoriale Integrität Bei einem Angriff auf ein Mitglied leisten ihm alle übrigen Beistand – egal wer der Aggressor ist! Zusätzliche Militärbündnisse sind zu vermeiden Kollektive Sicherheit: Funktionsbedingungen:  Kollektive Sicherheit: Funktionsbedingungen Rascher Konsens über Identität des Aggressors Weit verbreitetes Interesse an der Sicherung aller bestehender Grenzen muss andere Interessen überwiegen Klare militärische Überlegenheit der Status quo-Mächte Nationales Interesse an entschlossener Beteiligung an kostspieligen Sanktionen allgemeines Vertrauen, dass die Bedingungen auch künftig erfüllt sein werden Sicherheitsdilemma und IO (I):  Sicherheitsdilemma und IO (I) Staaten sind sich wechselseitig im Unklaren über (aktuelle und/oder künftige) Absichten der anderen, wissen also nicht, ob sie ihre Kriegsvorbereitungen (Aufrüstung, Bündnispolitik, Streitkräftebewegungen usw.) treffen, (Fall A) nur um Sicherheit zu erhöhen (status quo-Macht) oder (Fall B) um Grenzen oder Regeln einseitig zu ihren Gunsten zu verändern (revisionistische Macht) Sicherheitsdilemma und IO (II):  Sicherheitsdilemma und IO (II) Dilemma: wie soll man auf Aufrüstung (Bündnispolitik) des anderen reagieren? Mit Aufrüstung? (richtig bei Fall B, verschärft aber Spannungen im Fall A) Mit Passivität oder Appeasement? (richtig im Fall A, gefährlich im Fall B) Sicherheitsdilemma und IO (III):  Sicherheitsdilemma und IO (III) IO können Sicherheitsdilemma möglicherweise verringern, indem sie Staaten Möglichkeit geben, andere nach ihren Absichten und Motiven zu fragen Einvernehmliche Grenzen dafür festlegen, was noch als kooperatives Verhalten gelten kann (z.B. bei Rüstung, Streitkräftebewegungen) die Überwachung dieser Begrenzung erleichtern neutrale Untersuchungen erleichtern Verrechtlichung durch IO:  Verrechtlichung durch IO Verrechtlichung spezifiziert internationale Normen Verrechtlichung erhöht Verbindlichkeit (u.a. durch Einbindung in nationale Rechtssysteme) Verrechtlichung legt Interpretation und Schiedssprüche in die Hände neutraler Experten (statt interessierter Politiker) Befund:  Befund Organisationen Kollektiver Sicherheit (Völkerbund, UNO) hatten kaum Erfolg Institutionen sind machtlos bei antagonistischen Präferenzen (Nullsummenspiel) Institutionen verringern aber die Häufigkeit von militärischen Konflikten (vor allem zwischen Demokratien) Praktische Implikationen:  Praktische Implikationen Institutionalisierung ist sinnvoll, wenn bereits ein Kooperationsinteresse besteht Institutionen sollten nur Normen und Regeln enthalten, die die Staaten (zumeist) einhalten möchten Institutionen sollten nur vorsichtig die Verbreitung von Normen fördern Antwort 9::  Antwort 9: „Internationaler Handel muss gestärkt werden“ Thesen:  Thesen Handel (und Kapitalverflechtung) schaffen gemeinsames Interesse an friedlichem Austausch Protektionismus stimuliert Imperialismus und militärische Blockbildung Handel intensiviert grenzüber-schreitende Kommunikation und Verständigung Begründung:  Begründung Grenzüberschreitende Geschäfte (Handel, Kredite, Investitionen) bringen beiden Seiten Vorteile Im Kriegsfall würden diese Vorteile verloren gehen Gruppen, die von den Geschäften profitieren, setzen sich für Frieden ein Kaufleute und Bankiers verdrängen Adel und Militär Geschäftskontakte erhöhen Transparenz, die Misstrauen und Missverständnisse verringert Einwände: Handel und Konflikt:  Einwände: Handel und Konflikt Ohne Interdependenz kein Konflikt? Konflikt um Verteilung des Gewinns Konflikte um Märkte Stärkung von protektionistischen Interessengruppen Förderung von sozialen Konflikten, Umweltzerstörung und Migration? Befund::  Befund: Freihandel zumeist friedensfördernd (v.a. wenn er konsequent multilateral betrieben wird): Interdependente Staaten haben weniger militärisch Konflikte miteinander Offene Volkswirtschaften sind seltener in militärische Konflikte verwickelt Handel besonders intensiv mit Bündnispartnern (Ursache – Wirkung?) Handel fördert Wohlstand (und damit indirekt Demokratie und Frieden) Friedensproblem: Zwischenfazit:  Friedensproblem: Zwischenfazit Kriege sind unwahrscheinlicher bei Machtungleichgewichten Beziehungen zwischen Demokratien Gemeinsamer Mitgliedschaft in IOs Überdurchschnittlicher wirtschaftlicher Verflechtung Diese Effekte verstärken sich gegenseitig Kant hatte recht! Erfolg der IB?: zum Rückgang zwischenstaatlicher Kriege:  Erfolg der IB?: zum Rückgang zwischenstaatlicher Kriege Kriegsbeteiligung der Großmächte im 19. und 20. Jahrhundert zurückgegangen Seit 1945: Nur noch 15% klassische zwischenstaatliche Kriege Über 80% Bürgerkriege 1989-1997: 103 bewaffnete Konflikte Nur 6 davon zwischen souveränen Staaten Exkurs: „Neue Kriege“ und internationale Politik:  Exkurs: „Neue Kriege“ und internationale Politik Kennzeichen des „neuen Krieges“ Nationale und internationale Ursachen Nationale und internationale Folgen Therapieoptionen Literatur: Herfried Münkler, Die neuen Kriege, Reinbek 2002. Kennzeichen des „neuen Krieges“:  Kennzeichen des „neuen Krieges“ Mehr private Gewaltakteure (z.B. War Lords, paramilitärische Milizen) „Krieg ernährt (wieder) den Krieg“ (Krieg als ökonomischer Selbstzweck) Geringe Kosten für Gewaltakteure Hohe Kosten für Nicht-Kombattanten Lange Dauer Ursachen:  Ursachen Staatszerfall Internationaler Waffenhandel Internationale Finanzierung durch Organisierte Kriminalität Drogenexport Rohstoffexport (z.B. Diamanten, Holz, Elfenbein) Hilfsorganisationen (ungewollt) Folgen:  Folgen Zerstörung von Gesellschaften durch Brutalisierung, Ausblutung und Demoralisierung, Seuchen, Hunger usw. Übergreifen auf Nachbar-länder (Flüchtlingsströme, Interventionen) Förderung internationaler Kriminalität (incl. Terrorismus) Therapieoptionen:  Therapieoptionen Militärische Intervention? Humanitäre Hilfe? Austrocknen durch Isolation? Stärkung der Regierungsmacht?

Add a comment

Related presentations

Related pages

Bibelpanorama Magazin Frühjahr 2014 by Gabriel Walther ...

HIT * B IB. EL. P. Neu. Die Apostelgeschichte. Elia. David. ... TK087 CHF 2.60. Neu. ... In seinen Vorlesungen, ...
Read more

KNX Journal 1 2012 by Axel Stepken - issuu

Aufgabe Zu den Standbeinen der ib company GmbH zählt die ... Neue Version der ... NETx MaRS 2.0. Das neue Softwaresystem aus dem Hause ...
Read more

3929851091Chirurgie.pdf - scribd.com

... die wir aus ihren Vorlesungen und ... 510 ÄAppO 2002 1 MPP-Gk 2 (neu ... für die postoperalive Zeit, evtl. Fakt-XIll-Substllution Kompl ...
Read more

(Mathematik Kompakt 0) Martin Brokate, Götz Kersting (Auth ...

... (den Kompl ement ärm engen ... o Die Kombination von Additivität und monotoner Konvergenz ergibt die folgende Version ... SatzVII 1. n 2:: 1.::: I. n ...
Read more

Neuerwerbungslisten: 11/2011 ZWST 02 / Fach Alle Fächer

... 2., neu bearb. und erw. Aufl. ... komplett neu für Version 2.0] / Peter Monadjemi ... Umdruck zur Vorlesung Grundlagen der Fluidtechnik ...
Read more

www2.phonetik.uni-muenchen.de

www2.phonetik.uni-muenchen.de ... 1
Read more

3929851091Chirurgie.pdf - Scribd

... d1c neu au f den Markt gcbmcht worden ... (German Modification , Version 2010) ... Perloperative Antibiotikaprophylaxe i.gem alle 2 Std_. . Kompl: ...
Read more

Google

Advertising Programmes Business Solutions +Google About Google Google.com © 2016 - Privacy - Terms. Search; Images; Maps; Play; YouTube; News; Gmail ...
Read more