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Horror2 12 03

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Information about Horror2 12 03
Travel-Nature

Published on August 27, 2007

Author: Richie

Source: authorstream.com

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Horror und Emotionenin Literatur und Film:  Horror und Emotionen in Literatur und Film Von: Jane Kähler, Janine Pestrup, Yvonne Jürgens Das ist ja der totale … Horror:  Das ist ja der totale … Horror Die letzte Matheklausur Eine Geiselnahme Die neue Frisur der Nachbarin Ein überfüllter Linienbus Der Verlust eines geliebten Menschen Ein Kaffeekränzchen bei der Schwiegermutter Die Unruhen im Irak Horror…:  Horror… …als Genre in Literatur und Film Horror in Literatur und Film:  Horror in Literatur und Film Gliederung: Einleitung: Definition: Horror Geschichtliches Horror: Von Religion zum Film Angstforschung Entwicklung Genre Horror ° Literatur ° Film Filmbeispiele Studie: Rezeptionsuntersuchung Hypothesen, Ansätze, Interviews Diskussion Slide5:  Horror: [der; lateinisch], Entsetzen, Schrecken, Abscheu. - Horror vacui, „Scheu (der Natur) vor der Leere', bezeichnet schlagwortartig die Meinung der Physiker des Mittelalters, dass eine Luftleere unmöglich sei. (Das große Bertelsmann Lexikon, 2001) Horror: Von der Religion zum Film:  Horror: Von der Religion zum Film Horror und Religion: Der Dualismus von Gut und Böse/ Gott und Teufel/ Himmel und Hölle/Samhaim-Wiederkehrer  das Böse/ der Horror zur Angsterzeugung und Aufforderung zur Einhaltung göttlicher Gebote Horror und Spukgeschichten  Grusel- Entertainment am Lagerfeuer  Disziplinierungsmaßnahme für unartige Kinder (Bsp: schwarzer Mann) Entkopplung Horror und Religion im Zuge literarischer Ästhetisierung (gothic novels, Spukgeschichten, Vampirromane) Mediale Evolution: vom Buch zum Film  zunächst Verfilmung klassischer Horrorgeschichten (Bsp. Nosferatu  technische Entwicklung  Entkopplung von der Religion zugunsten kommerzieller und ästhetischer Ziele ( systemischer und funktionaler Wechsel des Horrorgenres) Hypothese: Horror erzeugt Angst, Spannung, Ekel, Abscheu, Furcht… und Lust:  Hypothese: Horror erzeugt Angst, Spannung, Ekel, Abscheu, Furcht … und Lust Edvard Munch „Der Schrei' (1883) Angstforschung Slide8:  Angstforschung I Angst – Eine allgemeine Erklärung „Angst - eine neue Plage zur Jahrtausendwende?' ...fragt die Süddeutsche Zeitung in ihrer Neujahrsausgabe von 1998. Weiter heißt es: „Untersuchungen zeigen, dass 9 % aller Deutschen an einer Angsterkrankung leiden: Panikattacken, Klaustrophobie, Zwanghaftigkeit, Angst vor Plätzen, Menschen, Tieren. Ist solch unkontrollierte Großangst die Spitze eines Eisbergs von Angst in der Gesellschaft? Sind diese Ängste die Fortsetzung der vielen Ängste, die, Umfragen zufolge, seit 1991 Jahr für Jahr zunehmen.' Angstforschung II:  Angstforschung II Angst als ständiger Lebensbegleiter Angst als Spiegelung unserer Abhängigkeiten und des Wissens um unsere Sterblichkeit Gegenkräfte: Liebe, Hoffnung, Mut, Vertrauen, Demut, Glaube und Macht Unbewusstheit der Angst Häufigste Reaktion auf Angst: Flucht, Verdrängung oder Leugnen Angst ist unabhängig von der Kultur oder der Entwicklungshöhe eines Volkes/Einzelne Veränderung der Angstobjekte und ihrer Gegenmaßnahmen im Laufe der Zeit Angstforschung III:  Angstforschung III Psychotherapie als wichtigste, neue Möglichkeit der Angstverarbeitung Ausgewogenheit der Angst Die Angst vor uns selbst Die konstruktive oder normale Angst Angst als Preis für menschliche Freiheit und Entwicklungsmöglichkeit Die persönliche individuelle Form der Angst Angstforschung IV:  Angstforschung IV „Ein Unbehagen, das man empfindet, wenn der betreffende Gegenstand unbekannt ist, und die Vorahnung, dass man von einer inneren oder äußeren Macht überwältigt werden wird...' (Eidelberg, 1968, S. 37) Angst und Furcht – ein Definitionsversuch „Eine qualvolle innere Unruhe wegen eines drohenden oder befürchteten Unheils...' (Webster, 1976, S. 51) Angstforschung V:  Angstforschung V Angst als Konstrukt Dynamisches Verhältnis von Angst und Furcht Furcht als objektbezogen Angst als freischwebend Angstforschung VI:  Angstforschung VI Haftung der freischwebenden Angst an ein Objekt oder Ereignis Verhinderung eines emotionalen Zusammenbruchs Psychodynamik einer Phobie Binden der Ängste an bestimmte Objekte/Ereignisse durch Lernprozesse Angst ist keine reine Emotion Angst als Komplex von Emotionen Angstforschung VII:  Angstforschung VII Stress und Spannung  Stress Stress nennt man die Transaktion, bei der ein Reiz, der eine bestimmte Emotion im Körper hervorruft, als „Stressor' bezeichnet wird Dieser Stressor setzt eine ganz bestimmter Emotionsreaktion in Gang  Spannung psychologische Spannung  Anspannung der Muskulatur Spannung als Zustand gestörten Gleichgewichts Spannung als Folge von Angst Angstforschung VIII:  Angstforschung VIII Die Physiologie der Angst Physiologische Reaktionen auf Reize sind autonom Es gibt zwei Arten von autonomen Reaktionen: a) Sympathische b) Parasympathische Dominanz von sympathischen Reaktionen bei Angst Folge: verstärkte Herzfrequenz, zusammengezogene Blutgefäße, erhöhte Körpertemperatur, vermehrter Blutzucker, vermehrte Sekretion in den Schweißdrüsen etc. Angstforschung VIII:  Angstforschung VIII Das Gehirn besteht aus drei Schichten: a) der Neokortex (die oberste Schicht) b) der Paläokortex (mittlere Schicht mit Limbischem System) c) Mittelhirn/Reptilienhirn (unterste Schicht) Das Limbische System: Der Sitz der Emotionen (Levitt 1987: 99) Entwicklung des Genres/ Gesellschaftliche Funktion I:  Entwicklung des Genres/ Gesellschaftliche Funktion I Entkopplung Gut/Böse von Religion  Ästhetisierung des Horrors und Aberglaubens Horrorliteratur als Gegenbewegung zur schönen Literatur der Aufklärung (18./19.Jh.) Im Widerspruch zu Normen der zeitgenössischen Literatur, Abweichung vom Schönen, Vernünftigem, Gutem, Erklärbaren Tabuthemen: Sexualität, Tod, Gewalt, Kampf Gut und Böse, Dämonisches, Makabres Entwicklung des Genres/ Gesellschaftliche Funktion II:  Entwicklung des Genres/ Gesellschaftliche Funktion II Anklage gegen bürgerliche Kultur und Werte Konservativer Charakter, archaische Weltdeutung Themen: Verhängnis, Gemeinschaft, Demut, Rache Auseinandersetzung mit archaischen Ängsten der Moderne gegenüber Konjunktur im Kontext der gesellschaftlichen Erschütterungen des 18./19. Jh. Entwicklung des Genres/ Gesellschaftliche Funktion III:  Entwicklung des Genres/ Gesellschaftliche Funktion III Versuch, verordnetem ästhetischem Purismus zu entfliehen Nutzung vorhandener Symboltradition, Volks-, Aberglaube Horror und Erfahrungswelt als konflikthaltig unerträglicher Einbruch in wirkliche Welt „In einer Welt, die durchaus die unsere ist, die, die wir kennen, eine Welt ohne Teufel, Sylphiden oder Vampire, geschieht ein Ereignis, das sich aus den Gesetzen eben dieser vertrauten Welt nicht erklären lässt.' (Todorov/ Richard: 15) Rezeption I:  Rezeption I Trivialitäts-Vorwurf, kaum literaturwissenschaftliche Beschäftigung Ausgrenzung aus dem Kanon, „Regelbruch' Ungleiches Verhältnis Popularität – literaturwissenschaftliche Beschäftigung Aber: Elemente als literarischer Trend bei renommierten Autoren (Goethe, Schiller, Hebbel, Hoffmann, Storm, Tieck) Erst in den 70ern literaturwissenschaftliche Beschäftigung mit Schauerliteratur Trivialität: stereotype Formelhaftigkeit, auf Wiederholung drängend Rezeption II Entwicklung/Herkunft I:  Entwicklung/Herkunft I deutsches Phänomen: lokale Erzählungen, Gespenstergeschichten „My horror is not of Germany but of soul' (Edgar A. Poe: Tales of the Grotesque and Arabesque 1840) „Deutschland (sei) ein gedeihliches Land für alle Hexen, tote Bärenhäuter, Golems jeden Geschlechts' (Heine: Romantische Schule 1835) Entwicklung/Herkunft II:  Entwicklung/Herkunft II Umfang im dtsch. Sprachraum immens, aber verpönt Einfluss auf internationale Entwicklung des Horror-Genres Prototyp : Horace Walpole 'The Castle of Otranto' 1765 Apel, Launs „Gespensterbuch' 1810 beeinflusst Vampirerzählungen GB und USA: Spielraum zur Entwicklung und Ausbildung Gothic novel:  Gothic novel 1790-1810 in England Elemente: gotisches Bauwerk Entlegene katholische Länder Mittelalter Verbrecherischer trügerischer Geistlicher Flucht aus dem Bauwerk Entwicklung III:  Entwicklung III nach 1820 zu wenig zeitgemäß, Dracula Ende 19. Jh. leichter Aufgriff Stereotype aus der gothic novel weiter verwendet Stereotype als medienübergreifend Motivkomplexe:  Motivkomplexe Gespenst – Vampir – Werwolf – Monster - Außerirdischer Motive lösen sich phänotypisch bei gleicher Funktionalisierung ab Konjunkturen je nach historisch -kulturellem Kontext Slide26:  Gespenst Verbindung Transzendenz – Wirklichkeit, Diesseits-Jenseits Funktion: Hilfe, Bewachung, Erinnerung, Mahnung, Bewahrung von Pflichten und Rechten körperlos, schlecht ikonographisch verwendbar Nicht wirklich schockierend, bösartig Vampir Phänotypische Veränderung bei gleichem Motiv-Bestand „Dracula' Archetyp des Vampirs Horrorliteratur als Beleuchtung von geheimen Wünschen, Ängsten  Sexualität, Aristokratie Kultureller Kontext: Vampir Europa/ Vampir USA Künstliches Monster u.a. Prototyp in „Frankenstein' als Horrorgestalt der Moderne Wichtigkeit kultureller und historischer Umbrüche (Industrialisierung, Gentechnologie) Streben nach verbotenem Wissen  Sanktion Mensch wird in seine Schranken gewiesen Slide27:  Formale und inhaltliche Methoden :  Formale und inhaltliche Methoden Erzeugung von Glaubwürdigkeit a) Ich-Form, Tagebuch b) Dokumentation c) Rahmenhandlung, Manuskriptfund d) Berufung auf Gewährsmänner, Augenzeugen e) Anfangsgleichgewicht und Übergang zu Ungleichgewicht f) Warnungen zuvor g) Reise in einsame Gegend oder Horror dringt ein in scheinbar sicheren Ort h) Wiederherstellung der Ordnung Schauerelemente/ Stereotype I:  Schauerelemente/ Stereotype I Charakter-Stereotypen unschuldige Heldin (Lucy Westenra) jugendlicher moralischer Held (Arthur Holmwood) Bösewicht, Bedroher (Graf Dracula) andere Figuren: dark lady (Lucy), Wissenschaftler (van Helsing) Schauerelemente/ Stereotype II:  Schauerelemente/ Stereotype II 1. Isolierung, Einsamkeit  Angeborenes Bedürfnis nach physischer Nähe 2. öde bzw. wilde Landschaften  Indikator für den psych. Zustand der Protagonisten 3. Stille  akustische Umsetzung der Verlassenheit, Einsamkeit 4. Unwetter  Instinktive Ängste vor Unwetter und abergläubische Angst Slide31:  5. Dunkelheit  Dunkelheit als instinktiver Angstauslöser (Lorenz) 6. Eingeschlossenheit, Gefangensein  Verhinderung von Flucht 7. Uhrzeit  Angstelement Dunkelheit, Geisterstunde aus dem Gespensterglauben 8. Schauplätze  Friedhof, Gruft : Angst vor dem Tod sowie Tabubereich Leichnam  gotische Burg, Kloster, Ruine: Abgeschiedenheit, Abgeschlossenheit, Verweis auf Mittelalter  Haus und Zimmer: Haus als Bollwerk gegen Äußeres wird heimgesucht, Verlust der letzten Sicherheit Stereotypen III:  Stereotypen III Weiterentwicklungen, Abwandlungen: Stephen King: Umwendung von Symbolen der Sicherheit und Unschuld Kinder, Maschinen, Kleinstadt, Clown, Krankenschwester, Hund als Träger von Horror Schauerelement Sprache:  Schauerelement Sprache direkte und indirekte Erzeugung von Angst Kontext Konnotation, Sprachschöpfung, Beschreibung Prosa (King) Lyrik (Droste-Hülshoff) Droste-Hülshoff „Der Fundator“::  Droste-Hülshoff „Der Fundator': „S´ ist eine Dämmernacht, genau Gemacht für Alp und weiße Frau (...) Der Alte lehnet am Simse. Wie der Teich sich dehnet ums Eiland, wo der Warte Rund sich tief schattiert im matten Grund. Das Röhricht knirrt, die Unke stöhnet (...)Wie steigt der blaue Duft im Rohr und rollt sich im Gesims empor! Wie seltsam blinken heut die Sterne!(...)' Vom Buch zum Film:  Vom Buch zum Film Deutschland, 1922 Stummfilm, SW 64 min. Regie: F.W. Murnau Vorlage: Bram Stoker Musik: Hans Erdmann Mit u.a.: Max Schreck, Gustav v. Wangenheim, Filmographie: Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens Zunächst große Zeit des Horrors im deutschen Stummfilm  später geht das Monopol für Horror in die Filmfabrik nach Hollywood Slide36:  Filmszenen: Nosferatu – Symphonie des Grauens Horrorfilm:  Horrorfilm Das klassische Sujet des Horrorfilms ist Das Halbwesen. „Im Horrorfilm werden die Untoten alter Mythen und Volkssagen zu neuem Leben erweckt und gegen die Ratio gehetzt: Vampire, Werwölfe, Tiermenschen, Halbwesen jeglicher Couleur…' (Giesen 1983: 7) steigen aus dem Dunkel empor, um dem Bewusstsein den Kampf anzusagen. Im Unterschied zum Klassischen Horrorfilm wird dieser Kampf nun nicht mehr ausschließlich angedeutet, sondern offen, unter Verwendung scheußlichster Bilder, ausgetragen (Beispiele: alle Zombie-Filme neueren Datums, der Film Tanz der Teufel oder das Omen und seine beiden Fortsetzungen). (Reß 1990: 15) Filmszene: Königin der Verdammten Schlitzer- Filme::  Schlitzer- Filme: Sie sind das wohl beliebteste Genre der sogenannten „splatter-movies'. Ein stereotypes Handlungsmuster zeichnet solche Streifen aus. Irgendein irrer Schlitzer schleicht durch anonyme Großstädte oder einsame Wälder und metzelt alles nieder, was ihm unters Messer oder sonstige Mordwerkzeuge (sehr beliebt sind Motorsägen, Eispickel, Macheten) kommt. Am Ende des Films wird er in der Regel mit der gleichen Brutalität, mit der er seinen Opfern begegnete, zur Strecke gebracht (Reß 1990: 15) Filmszene: Scream Ausgewählte Filmbeispiele: 1.) Halloween:  Ausgewählte Filmbeispiele: 1.) Halloween Produktionsland: USA (1978) Regie: John Carpenter Originallänge: 91 min. Videolänge: 88 min. Darsteller u.a.: Donald Pleasence, Jamie Lee Curtis, Tony Moran ______________________________ Hintergrundkulisse: Kleinstadt (Haddonfield) Phantastische Ornamente: altes, verfal- lenes Haus (Spukhaus) 2.) Tanz der Teufel II:  2.) Tanz der Teufel II Produktionsland: USA (1987) Originaltitel: Evil Dead 2 – Dead by Dawn Regie: Sam Raimi Originallänge: 110 min. Darsteller u.a.: Bruce Campbell, Sarah Berry, Kasie De Paise __________________________________ Hintergrundkulisse: Holzhütte im Wald Phantastische Ornamente: Altes, magisches Buch (Necronomicon), Verzauberter Wald, Zaubersprüche, Zauberstab, Zeitreise, Dämonen, etc. 3.) Scream:  3.) Scream Produktionsland: USA (1997) Regie: Wes Craven Originallänge: 110 min. Darsteller u.a.: Neve Campbell, Drew Barry- moore, David Arquette, Courtney Cox ______________________________________ Hintergrundkulisse: Kleinstadt (Woodboro) Phantastische Ornamente: Nix aufgefallen ! Der moderne Horrorfilm – splatter movie :  Der moderne Horrorfilm – splatter movie Inhaltsanalyse : (In Anlehnung an Reß 1990 „Die Faszination Jugendlicher an Horrorvideos') stereotype Abhandlung bestimmter Themen zur Erzeugung von Angst, Ekel, Abscheu (Gattungsschema) 1.) Gesellschaftsbild 2.) Tod und Gewalt 3.) Profile (Täter/ das Böse, Opfer, Helden) 4.) Tötungsmittel/ Waffen 5.) Sexualität 1.) Gesellschaftsbild:  1.) Gesellschaftsbild Klassischer Horrorfilm: Verfall feudalistischer Strukturen Moderner Horrorfilm: Verfall heutiger kapitalistischer Gesellschaftssysteme/ No- Future- Ideologie …. in Bezug auf:  Gesetz- und Ordnung  Wirtschaftsordnung  Institution Kirche  Wissenschaft und Technik  Gesundheitswesen  Schule  Elternhaus  Massenmedien Der moderne Horrorfilm zeichnet ein apokalyptisches Bild unserer Gesellschaft Das Böse hat alle gesellschaftlichen Bereiche durchdrungen Held kann nur noch auf sich selbst vertrauen Der Horrorfilm verhöhnt humanistische Wertvorstellungen unserer Zeit mit Massen von Blut, zerfetzten Körpern und Gedärmen 2.) Tod und Gewalt:  2.) Tod und Gewalt Tod und Gewalt als unverzichtbare Bestandteile des modernen Horrors (mind. 5 ausführlich gezeigte Morde pro Film) (Filmszene Tanz der Teufel 2) 3.) Profile:  3.) Profile 3.1.) Die Opfer Frauen als bevorzugte Opfer im Horrorfilm Werden häufig als leichtlebig, moralisch verdorben charakterisiert Charakteristika: Unbekümmertheit  begeben sich achtlos in Gefahr und laufen dem Täter geradezu ins offene Messer Moral des Horrorfilms: Wer sich mit kindlicher Tollkühnheit in Gefahr begibt, der kommt darin um (Reß 1990: 83)  Horrorfilme als Möglichkeit der Initiation für Jugendliche in das Böse als Vorbereitung in das Leben (hier Funktionale Annäherung an die Märchen-Literatur) (Vgl. Reß 1990: 81) Slide46:  3.2. Der Täter/ das Böse) Typus: Halbwesen Im klassischen Horrorfilm: das Böse skizziert als gotische Halbwesen, die Würde, Eleganz und Schönheit ausstrahlen, so dass sich die Opfer ihnen geradezu freiwillig hingeben (Vgl. Seeßlen 1981: 7) Im modernen Horrorfilm: Hier und Jetzt als Schauplatz des Bösen maskenhafte Distanziertheit Eindruck der Allmächtigkeit/agiert aus Hinterhalt Der Reiz des Halbwesens liegt in seiner Aura des Unheimlichen Filmszene: Tanz der Teufel 2 Michael Myers aus Halloween Das Halbwesen:  Das Halbwesen als Ausdruck der tiefverwurzelten Furcht der Menschen vor dem Fremdartigen, Andersdenkenden (historisches Beispiel: Hexenverbrennungen) Dabei verändert sich das Bild des Bösen gemäß seiner Zeit (Angst bleibt gleich/ Angstinhalte verändern sich) als Ausdruck der Faszination für das Unheimliche  das Böse hat einen ontogenetischen Kern – es konfrontiert mit dem Tod  Vielen Menschen erscheint in höchstem Grade unheimlich, was mit Tod, Leichen, Wiederkehr, Geistern, Gespenstern, etc. zusammenhängt (Halbwesen sprechen deutlich die Thematik des Todes und der Endlichkeit der menschlichen Existenz an) (Vgl. Freud 1919:264ff.) 3.) Profile:  3.) Profile 3.3. Die Helden Im klassischen Horrorfilm: strahlende Helden Im modernen Horrorfilm: Typus aussichtsloser Streiter  Schlacht gegen das Böse hinterlässt in der Regel große psychische und physische Wunden Helden spiegeln das Gesellschaftsbild des Horrorfilms wieder Werden häufig im Film als pflichtbewusst, aber auch introvertiert, schüchtern und sexuell verklemmt dargestellt 4.) Tötungsmittel:  4.) Tötungsmittel Typische Waffen: Hieb- und Stichwaffen Primäres Ziel: Unversehrtheit des menschlichen Körpers anzutasten  Zerfetzung des Fleisches Im klassischen Horrorfilm: ästhetische Formen des Tötens Im modernen Horrorfilm: gezielte Darstellung sadistischer Folter- und Gewaltmethoden  der moderne Horror damit als Tabubrecher  Verbindung von der Gewalt in Horrorfilmen zu primitiven Initiationsriten primitiver Völker, bspw. Beschneidungen, Narben-Tätowierungen etc. 5.) Sexualität:  5.) Sexualität klassischer Horrorfilm: exotische Leidenschaft und aussichtloses Sehnen modernen Horrorfilm: keine normalen sexuellen Beziehungen  fehlende erotischen Komponenten  Oper-Täter-Helden-Konstellationen von Angst, Bedrohung und Gewalt dominiert 2 Formen der Sexualität vorherrschend  Anästhesie (fehlender Geschlechtstrieb)  Parästhesie (Perversion des Geschlechtstriebes) Plädoyer für sexuelle Askese und Zurückhaltung: Jungfrauen bleiben am Leben/ Triebhafte werden aufgeschlitzt  Sexualität und Gewalt als besondere Konstellation im modernen Horror (lustvoll- gewalttätige Bemächtigung, des Objektes)  Sadismus, Kannibalismus, Vampirismus  Darstellung von Sexualität im Horrorfilm als Ausdruck der Triebbewältigung im Jugendalter (Vgl. A. Freud 1980: 117) Fazit: Typische Angstthemen:  Fazit: Typische Angstthemen Krankheit (Verfall des Körpers) Schmerz Visualisierung des aufgebrochenen Körpers  Psychopathen Tod Gewalt Nacht und Finsternis  Dabei ist die explizite und möglichst realistische Darstellung von Tod, Gewalt, Leichen zur Erzeugung von Angst und Ekel besonders wichtig Szene: Tanz der Teufel  integriert in ein stereotypes Handlungsmuster Filmsprachliche Analyse:  Filmsprachliche Analyse Einstellungsdauer Einstellungsrhythmus Kameraführung/ Bildmontage - Schockmontage - Einstellungsgrößen Maske und Tricktechnik Musik und Geräusche Filmkulissen und Ornamentik Filmsprachliche Analyse::  Filmsprachliche Analyse: Grundannahme: Darstellung von Gewalt wird ohne Rücksicht auf die Rahmenhandlung als spannend erlebt Thesen: Faszination von Horrorfilmen aufgrund deren spezielle formale Gestaltung Horrorfilme sind unterhaltsam, weil sie die Erwartung des Zuschauers befriedigen, auf das Unerwartbare zu stoßen (Hoppner 1986: 82) Sie erzeugen Angst und Spannung, weil sie auf formaler Ebene mit dem Aspekt des Unvorhersehbaren operieren Sie erzeugen Rezeptionslust, indem ihre formale Gestaltung in Hinblick auf die fiktive Ebene Angstmomente durch Unvorhergesehenes genießen lässt (Gänsehaut, Kribbeln,  Angst wird im Hinblick auf die physiologischen Erregungen bei der Rezeption von Horror als lustvoll erlebt (Gänsehaut, Kribbeln, etc. 1.) Einstellungsdauer:  1.) Einstellungsdauer Ø Einstellungsdauer im Horrorfilm: 6,1 Sek. Generell gilt: kurze Einstellungen erhöhen die Spannung Lange Einstellungen: a) erzeugen Langeweile ODER b) erzeugen Anspannung/Spannung Halloween: Ø von 8,9 bzw. 9,7 Sek. 2.) Einstellungsrhythmus:  2.) Einstellungsrhythmus kunstvolle Verschachtelung von Höhepunkten und Ruhepausen (Anspannung/ Entspannung)  Zweierrhythmus von Kampf und Sieg  emotional: Hektik und Angst/ Ruhe und Sicherheit (Freud, zitiert nach Baier/Heer 1976: 6) 3.) Kameraführung/ Bildmontage:  3.) Kameraführung/ Bildmontage Durch die Art und Weise der Kameraführung und Montagetechnik soll der Zuschauer geschockt, verwirrt und getäuscht werden Typische Mittel:  Ober- und Unterperspektive  Parallelmontagen  Schockmontagen 1. Schritt: Idylle wird vorgegaukelt 2. Schritt: unvermittelt bricht das Grauen herein 3.) Kameraführung II:  3.) Kameraführung II Einstellungsgrößen Hauptsächlich Halbnah- und Nahaufnahmen Totalaufnahmen nur bei der Darstellung von Naturgewalten Groß- und Detailaufnahmen bei der Darstellung von Gewaltszenen, Verletzungen, Folterungen, Opferdarstellungen, etc. Bsp. für Totale aus Tanz der Teufel 2  Kameraführung hat das primäre Ziel, den Zuschauer zu schockieren  emotionale Rezeptionsreiz wird nachlassen, wenn man entsprechend viele Horrorfilme gesehen hat, und deren Schema durchschaut hat 4.) Maske und Tricktechnik:  4.) Maske und Tricktechnik Im Klassischen Horrorfilm: Atmosphäre des Unheimlichen Im modernen Horrorfilm: Schockeffekte erzeugen (Maske, Tricktechnik etc.) Ästhetik des Hässlichen und perfekter Realismus bei der Darstellung von Tötungsszenen, Opern, etc.  zunehmender Darstellungsrealismus wird begünstigt durch neue filmisch-technische Möglichkeiten (special effect) 5.) Musik und Geräusche:  5.) Musik und Geräusche Im klassischen Horrorfilm: Spannungsmomente meistens von Stille begleitet/ sparsamer Einsatz von Musik Im modernen Horrorfilm: Fast alle Szenen mit Musik unterlegt Spannungshöhepunkte von schrillen Tönen und Melodien begleitet ( Schockeffekt) Einsatz klassischer Geräusche Entsprechend einem jugendlichen Publikum immer häufiger Rock- und Popsongs als Soundtrack 6.) Filmkulissen und Ornamentik:  6.) Filmkulissen und Ornamentik Im modernen Horrorfilm: Hintergrundkulissen und Schauplätze im Alltagsleben der Zuschauer angesiedelt (Kleinstädte, wie bei Halloween und Scream, Schulen, Kaufhäuser, etc.)  Realismus Studie Grimm:  Studie Grimm Jürgen Grimm : Erlebnisweisen von Horrorfilmen – ein Zuschauerexperiment (1993) These 1 Angsterzeugung unter Bedingungen der Unterhaltung ist kein Selbstzweck, sondern ein funktionales Vergnügen, sei es, um sich in Grenzerfahrungen zu testen, sei es, um der Gewissheit willen, dem Angstmachenden notfalls zu widerstehen. These 2 Gewalt- und Horrordarstellungen in den audiovisuellen Medien erreichen vor allem dann einen hohen Erlebniswert, wenn das Publikum die Gefährdungen und Leiden der Opfer empathetisch nachvollziehen kann.  emotionale Fokussierung des Rezipienten auf die Opfer (Gefühl des Mitleids) Wie funktioniert der Medienhorror?:  Wie funktioniert der Medienhorror? Ergebnisse des Rezeptionsexperiments Verwendete Spielfilmausschnitte: Marathon-Mann – Tanz der Teufel 2 Ergebnisse des Rezeptionsexperiments:  Ergebnisse des Rezeptionsexperiments Versuchaufbau nach den vier Messzeitpunkten (t1 bis t4): t1 (vor der Filmvorführung): Schriftliche Befragung mit prärezeptivem Ängstlichkeitstest t2 (begleitend zur Filmvorführung): Physiologische Messungen (Puls und Hautwiderstand) ,Erfassung des nonverbalen, gestischen Ausdrucksverhaltens, Bewertung der Filme über ein semantisches Differential t3 (nach der Filmvorführung): Postrezeptiver Ängstlichkeitstest (analog zu t1) t4 (nach der Filmvorführung): Retrospektives offenes Gespräch Testpersonen: Insgesamt 81 Personen (38 Frauen, 43 Männer) in vier Versuchsgruppen Ergebnisse des Rezeptionsexperiments:  Ergebnisse des Rezeptionsexperiments Marathon-Mann (Zahnarztszene)  Tanz der Teufel (Metzelszenen) Parallel zur Filmvorführung 1. Empathetische Reaktionen im gestischen Ausdrucksverhalten 2. Physiologische Erregung anhand der elektrodermalen Aktivität Slide65:  „Beim Marathon-Mann mit dem Zahnarzt, das ist bei jedem so, generell Zahnarzt, ihn nehme an, da geht keiner gerne hin' „Beim Zahnarzt war ich auch schon mal', „Ja Zahnarzt, das ist so eine Sache, das verbindet jeder, deshalb ist der Schmerz auch so nachempfindbar', Zuschauerreaktionen beim Marathon-Mann: Zuschauerreaktionen beim Tanz der Teufel 2:  Zuschauerreaktionen beim Tanz der Teufel 2 „Wie er sich selbst in die Hand reinhackt', Am besten erinnerte Szene: „Wie er sich die Hand absägt' „Mit dieser Zerstückelung mit dieser elektrischen Handsäge und wie er sich dieses Messer in die Hand hineingejagt hat und so weiter', „Das mit dem Kopf ab' Zuschauerreaktionen beim Tanz der Teufel 2Umdeutung vom Schrecklichen ins Komische: :  Zuschauerreaktionen beim Tanz der Teufel 2 Umdeutung vom Schrecklichen ins Komische: „Wie er sich immer selbst mit den Tellern auf den Kopf gehauen hat, war schon sehr lächerlich, ob das so arg Horror ist?- kam mir eher ein bißchen komisch vor?' Gefahr des Abdriftens ins Lächerliche: „Horrorfilme mag ich nur, wenn sie nicht so unrealistisch sind. Wenn sie unrealistisch werden, also übertrieben, dann mag ich sie nicht.' „Das war alles Tricktechnik, mit dem Kopf ab und so, das finde ich albern, doof.' Slide68:  (+) angenehm – unangenehm (-) -1.90 -1.93 0.03 (+) brutal – zärtlich (-) +2.07 +2.28 0.21 (+) alltäglich – außergewöhnlich (-) -1.81 -2.22 0.41 (+) beruhigend – beunruhigend (-) -1.96 -1.26 0.70 (+)ekelhaft – nicht ekelhaft (-) +0.88 +1.75 0.87 (+) faszinierend – abstoßend (-) -0.73 -1.91 1.18 (+)spannend – langweilig (-) +1.44 -0.30 1.74 (+) komisch- tragisch (-) -1.35 +0.47 1.82 (+) angsterregend – abstumpfend (-) +1.28 -0.67 1.95 (+) interessant – uninteressant (-) +0.62 -1.88 2.50 (+) realistisch – unrealistisch (-) -0.04 -2.88 2.84 (+) intelligent – dumm (-) +0.60 -2.49 3.09 (+)glaubwürdig – unglaubwürdig (-) +0.32 -2.80 3.12 N=81 Marathon-Mann Tanz d. Teufel 2 Differenz Bewertungsprofile im Vergleich Filmbewertung „Marathon-Mann' und „Tanz der Teufel 2' Mittelwerte aller Befragten, Skala +3 bis – 3, sortiert nach Bewertungsdifferenzen Horror und EmotionenAnsätze und Hypothesen Ergebnisse aus Literatur- und Filmanalyse, Grimm- Studie und Interviews aus Nikele, M. von 1996:  Horror und Emotionen Ansätze und Hypothesen  Ergebnisse aus Literatur- und Filmanalyse, Grimm- Studie und Interviews aus Nikele, M. von 1996 Welche Alters- und geschlechtsspezifischen Gruppen sind davon besonders getroffen ??? Warum fühlen sich Menschen von der Darstellung von Gewalt, Tod und Grauen emotional angezogen ? Welchen gesellschaftlichen Nutzen erfüllen Horrormedien? Inhaltsanalytischer Ansatz :  Inhaltsanalytischer Ansatz Horrorfilme erzeugen Angst, Entsetzen und Grauen… …Weil sie in den Menschen tief verwurzelte Ur- Ängste thematisieren (Halbwesen und Tod/ Gewalt und emotionale Zerrissenheit) …Weil sie unser zivilisiertes Gesellschaftsbild als von tiefsten Verfall betroffen skizzieren … Weil sie trotz hohem Fiktionalitätsgrad sehr nah an unserer Realität angesiedelt sind „Horror ist die Gattung der Phantastik, in deren Fiktion das Unmögliche in einer Welt möglich und real wird, die der unseren weitgehend gleicht, und wo Menschen, die uns ebenfalls gleichen, auf dieses Anzeichen der Brüchigkeit ihrer Welt mit Grauen reagieren' (Baumann 1993:109) Fiktionalität und Angsterzeugung:  Fiktionalität und Angsterzeugung Gewaltdarstellungen sollten so nah wie möglich an der Erfahrungswirklichkeit der Rezipienten angesiedelt sein, um als angstvoll empfunden werden zu können dabei haben die gotischen Elemente des klassischen Horrors ihre bedrohliche Wirkung auf den modernen Rezipienten verloren (Angst und Angstinhalte) Werden Gewaltdarstellungen jedoch zu extrem und unrealistisch, können sie schnell als humorvoll und lächerlich abgetan werden und erzeugen keine Angst, sondern bestenfalls Ekel und Abscheu Slide72:  Horror ist ein Gefühlspolarität von Angst, Grauen, Ekel, Abscheu und…. LUST Horror wird als lustvoll erlebt, weil er fiktiv ist. „Beim Horror ist die Lust am Grauen deshalb möglich, weil es die Lust an seiner Darstellung ist' (Nikele 1996 :88)  Erleben von dunklen Seiten menschlicher, bzw. übersinnlicher Existenz und nichtalltäglicher Situationen Angst und Lust Ich bin schon eher ein bisschen an Tod und Krankheit und so, das interessiert mich schon, und Verfall [...] mich interessieren eher abgründige Sachen (Gregor,23 J./ Musiker und Student) Ja, dieses Brutale, aber eben nur angucken, nicht ausleben [...]irgendwo steckt’s in mir drin und über so Filme kann ich die Seite doch noch ein Stück zulassen[...] aber es sind eben Filme, nicht die Realität (Ines 25 J./Studentin/Vegetarierin) Filmsprachlicher Ansatz: Angst und Lust:  Filmsprachlicher Ansatz: Angst und Lust Darstellung von Gewalt erzeugt Emotionen wie Angst, Spannung, Ekel, Grauen, aber auch Lust (Gattungsschema/Gattungswissen)  Erwartung des Unerwartbaren Schockreaktionen und Anspannungsmomente: physiologische Komponente der Emotionen liegt in den speziellen formal-technischen Gattungsschemata des Horrorfilms begründet, z. B. erzeugen Schockmontagen lustvolle Momente, wie Gänsehaut, Kribbeln, Adrenalin-Kick etc.) Interesse der Rezipienten neben den Inhalten auch an der Technischen Seite des Films (Tricktechnik, Masken, etc.) Verweis auf die Fähigkeit des Rezipienten zwischen Fiktionalität und Realität zu differenzieren Slide74:  „Aber beim Horrorfilm wird man am meisten gefordert. Damals hab Ich zu erstenmal gemerkt, dass ich mich selber nicht mehr spür, dass ich Schweißausbrüche krieg, so einen Achterbahneffekt.' (Tobias, 30 J./Arbeitslos) Das war dann auch wirklich so nah, Gänsehaut und komisches Gefühl halt'. (Gregor, 23 J./Musiker und Student) Andere Filme guck ich mir auch gerne wegen der Effekte an, das ist die technische Seite… (Gregor, 23 J./ Musiker und Student) Schichtspezifischer Ansatz:  Schichtspezifischer Ansatz Studien ergaben, dass insbesondere Jugendliche eine besondere Affinität zum Horror haben ( insb. Haupt-, Sonder- und Berufsschüler) Quelle: Akademie für Lehrerfortbildung (hrsg.): Akademiebericht Nr. 89. Gewalt in Video. Daten - Fakten Erhebung des Kreisjugendamtes der Kreisverwaltung Altenkirchen von 1984  Welche Filme gefallen dir persönlich am Besten? generell lässt das Rezeptionsbedürfnis bei älteren Rezipienten mit der Zeit nach filmhistorischer Gründe, soziale Gründe (Familie, Beruf), etc. Nutzungsorientierter Ansatz:  Nutzungsorientierter Ansatz Gebrauchswert gewalthaltiger Horror Medien variiert nach Alter, Geschlecht, sozialem Hintergrund, persönlichen Vorlieben, etc. Faszination Jugendlicher an Horrorvideos- und Literatur Abwechslung, Spannung, Action Tabugrenzen überschreiten Stärkung des jugendlichen Ichs (gerade aufgrund der Ablehnung von Horrormedien seitens der Erwachsenen sind sie zur Identitätsbildung besonders geeignet) Entwicklungspsychologisch  Entwicklung des Ichs als wichtigste Aufgabe der Jugendzeit/ dazu gehört( lt Wegener 1996) auch die Entdeckung des Nicht-Ichs  Horrorfilme spiegeln emotional die Ängste des jugendlichen Seelenlebens wieder Nutzungsorientierter Ansatz II:  Nutzungsorientierter Ansatz II Ethnologisch  Konsum von Horrorfilmen erfolgt in der Regel in der Gruppe (Initiationsritus)  Mutprobencharakter, „Spielchen'  dabei sprechen Horrorfilme Themen an (bspw. Sexualität und Gewalt), welche Erwachsene aus der jugendlichen Lebensrealität zu verbannen versuchen Psychoanalytisch  „Angstlust' (These der Kongruenz von latenten Inhalten und unbewussten Wünschen, Bedürfnissen und Konflikten des Betrachters) (Balint 1972) Ja wir waren auch neugierig, so was verbotenes zu machen. (Ines, 25 J./ Studentin) …, möglichst blutige Filme zu gucken, Spielchen halt so (Gregor, 23 J./ Musiker und Student Nutzungsorientierter Ansatz III:  Nutzungsorientierter Ansatz III Geschlechtsspezifisches Nutzungsverhalten bei Mädchen und Jungen postulierbar  bei Mädchen sekundäre Rezeptionsmotivation (Gruppenzugehörigkeit, Anerkennung durch männliche Freunde, Abendgestaltung)  bei Jungen Mutprobencharakter, Gruppen- spielchen mit fiktiver Gewalt - „…hauptsächlich Männer. Die meisten Frauen finden das ekelig, die sagen, sie kriegen Alpträume und können nicht schlafen. Wenn sie mitgucken, sitzen sie da, halten sich die Ohren zu und machen die Augen zu.' (Ines, 25 J./ Studentin) Nutzungsorientierter Ansatz IV:  Nutzungsorientierter Ansatz IV Der Horrorfilm ist ein Unterhaltungsangebot Horrorfilme werden gern mit Freuden konsumiert, bei guter Laune als Abendgestaltung Sie bieten eine spezifische, fiktive Welt, in der Rezipienten den öden Alltag für Ø 90 min. gegen phantastische Spielarten der Gewalt, des Gruselns und der Spannungsmomente eintauschen (Emotionales Erleben, dass die Realität/Alltag nicht bieten kann) „..dass wir dann wirklich so in guter Laune was aussuchen, Pizza bestellen, also wirklich als Abendgestaltung' (Ines, 25 J./ Studentin) Gewalt, die man halt normalerweise in seiner Umgebung nicht so akzeptiert [...] wird aber beim Film plötzlich interessant, weil man spielerisch damit umgehen kann. Dann kriegt das Ganze eine Ebene, in der man sich auf einmal bewegt, in der man sich sonst nie bewegt, in seiner Realität'. (Tobias, 30 J./ arbeitslos) Slide80:  Gefühle werden durch Wahrnehmung, Vorstellung und Gedanken bei uns hervorgerufen. Besonders intensiv ist die Verbindung zwischen Gefühlen und Erinnerungen (Vgl. Roth 2001: 258) Emotionen als simultane Form der Weltkonstruktion (hier: der Fiktiven Welt) (Vgl. Gerhards 1987) Horror und Emotionen Emotionen in Literatur und Film:  Emotionen in Literatur und Film Horrorliteratur und -filme als Teilsysteme innerhalb des Kunstsystems  funktionale Zuweisung: Unterhaltung Horrorliteratur und -filme stellen Produkte zur Befriedigung emotionaler Wünsche und Bedürfnisse her  Angst und Lust/Spannung und Entspannung Ästhetik- und Polyvalenzkonventionen (Vgl. Hauptmeier/ Schmidt 1985) Genrespezifische formale Mittel zur Erzeugung von Schockmomenten  physiologische Erregungen Produktion und Rezeption  kontextabhängig  personenabhängig Wirkungstheorien:  Wirkungstheorien Katharsisthese Inhibitionsthese Stimulationsthese Habituationsthese These der Wirkungslosigkeit These: Die Fähigkeit, zwischen fiktiver und realer Gewalt zu differenzieren und dementsprechend zu agieren, liegt in der Sozialkompetenz des jeweiligen Rezipienten begründet Slide83:  Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit

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