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Funktionalismus

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Information about Funktionalismus
Education

Published on June 19, 2007

Author: GenX

Source: authorstream.com

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Funktionalismus:  Funktionalismus Proseminar: Kognition und Umwelt SS 2002 Isabel Leonhardt, Dominik Fehlker Slide2:  Vertreter des Funktionalismus: - David K. Lewis - Hilary Putnam - Jerry A. Lewis Literatur::  Literatur: Wörterbuch der Kognitionswissenschaft, hrsg. von G. Strube et. al., Stuttgart 1996, Klett-Cotta Metzinger, Thomas, Neuere Beiträge zur Diskussion der Leib-Seele-Problems, Frankfurt a.M., 1985 The mind-body problem, hrsg. Von Richard Warner und Tadeusz Szubka, Oxford und Cambridge, 1994 Von der Philosophie des Denkens zur Computer-Philosophie, Amt für Schule, Hamburg, 1994 Internet: http://buecherei.philo.at/neuro.htm Links zu Themen wie KW, Neurophilosophie, Philosophie des Geistes Slide4:  Überblick Die Theorie des Funktionalismus Argumente für den Funktionalismus Argumente gegen den Funktionalismus Der Funktionalismus als Theorie zur Lösung des Leib-Seele-Problems:  Der Funktionalismus als Theorie zur Lösung des Leib-Seele-Problems Die Entwicklung der KI bewirkte während der letzten Jahre auch eine philosophische KI-Diskussion, in der die klassische philosophische Frage des Leib-Seele-Problems in verändertem Kontext diskutiert wurde. An die kognitive Seite des Leib-Seele-Problems („Können Maschinen denken?') knüpft die „starke KI-These' an: Computer werden als Elektronengehirne bezeichnet und geistige Prozesse mit Programmen identifiziert. Der amerikanische Philosoph Hilary Putnam umgeht mit seiner Theorie des Funktionalismus die Probleme dieser Identifizierung und vergleicht stattdessen die Funktion des Geistes bezüglich des Gehirns mit der Funktion der Software im Bezug zur Hardware (Funktionalismus als „schwache KI-These'). Slide6:  Grundgedanke des Funktionalismus: Die Relation zwischen mentalen und physikalischen Phänomen könnte analog sein zur Relation zwischen Software und Hardware. Denkgegenstände sind keine Realitäten, sondern nur Funktionen anderer Gegebenheiten. Wesentliche Charakteristika des Funktionalismus::  Wesentliche Charakteristika des Funktionalismus: Die funktionale Organisation des Menschen/ der Maschine lässt sich durch die Abfolge der geistigen/logischen Zustände beschreiben ohne Bezug auf die physikalische Realisierung. Zustände sind eng verknüpft mit Verbalisierung. Beim rationalen Denken ist das „Programm', welches die Reihenfolge der Zustände usw. festlegt, rationaler Kritik zugänglich. Slide8:  Strukturanalogie zwischen Geist und Computer Der Funktionalismus als der meistdiskutierte materialistische Ansatz zur Lösung des Leib-Seele Problems Philosophie des Geistes des Computerzeitalters Darstellung der Theorie des Funktionalismus:  Darstellung der Theorie des Funktionalismus Eine TM löst eine Rechenaufgabe analog zu einem Menschen, der diese Rechenaufgabe löst. Universelle TM = TM, die so programmiert ist, dass sie die Aufgabe einer beliebigen anderen TM übernehmen kann  Mensch. Turingberechenbar = Eine Funktion ist nur dann berechenbar, wenn es eine TM gibt, die diese Funktion berechnen kann. Turing wollte die TM nie realisieren, nur die präzise Darstellung einer logischen Funktion war von Bedeutung. Slide10:  Putnam griff einige Jahre später Turings Idee, die logisch-funktionale Ebene von der physikalisch-strukturellen Ebene zu unterscheiden, wieder auf in einem Gedankenexperiment einer TM, welche elektronische Sinnesorgane hat und Theorien über ihre eigene Struktur formulieren und überprüfen kann. So sollte es beispielsweise möglich sein, die Frage zu beantworten, ob es zulässig sei, geistige Ereignisse mit körperlichen Ereignissen zu identifizieren, indem man für die TM ein logisches Analogon konstruiert, bei dem die geistigen Zustände eines Menschen mit den funktionalen einer Maschine und die körperlichen mit den physikalischen in Analogie gesetzt werden. Slide11:  Ein Beispiel für diese Analogie wäre, dass eine Aussage „Ich habe Schmerzen genau dann, wenn ich eine C-Faserreizung habe' beim Menschen der „Aussage' einer Maschine „Ich befinde mich genau dann im Zustand A, wenn Flipflop-Schaltung 36 an ist' entsprechen würde. Durch eben diese Analogiebildung folge, so Putnam, dass jede im Zusammenhang zum Leib-Seele-Problem stehende philosophische Argumentation ihr genaues Gegenstück beim Problem der logischen/strukturellen Zustände von Turingmaschinen habe Slide12:  Putnam geht sogar noch weiter: Den beiden möglichen Beschreibungen einer TM, zum einen der strukturelle Entwurf eines Technikers, zum anderen der formalen Beschreibung des Logikers, entsprechen zwei Beschreibungen der Psychologie des Menschen – der behavioristische Ansatz, welcher eine vollständige, mit Chemie und Physik verknüpfte physikalische Beschreibung des Menschen versucht, sowie eine abstraktere Beschreibung von geistigen Vorgängen ohne deren, falls überhaupt existierenden physikalischen Realisierungen. Bei dieser abstrakten Beschreibung spielen lediglich die geistigen Zustände und Eindrücke, sowie die Anweisungen, welche die Zustandsfolgen festlegen und deren Beziehung zum verbalisierten Denken eine Rolle. Die Analogie zur formalen Definition einer Turingmaschine ist offensichtlich. Slide13:  Ein geistiger Zustand (z.B. Schmerz, aber auch Wünsche und Überzeugungen) ist ein funktionaler Zustand des Organismus, und genau deshalb ist für ein Verständnis dieser Zustände auch Wissen über die funktionale Organisation auf einer Ebene zwischen der physikalischen Ebene und der Ebene des beobachtbaren Verhaltens nötig. =andgt; Bei Putnams Ansatz wird von einer speziellen Realisierung abgesehen. =andgt; Weshalb sollte man nichtorganischen Realisierungen dieser Modelle Bewusstsein oder andere geistige Eigenschaften absprechen? Slide14:  Jerry A. Fodor entwickelte Putnams Gedanken weiter: Er orientiert sich an der Linguistik und Informatik ( hier v. a. an von-Neumann-Rechnern und höheren Programmiersprachen) und entfernt sich vom Modell der Turingmaschine. Seine Annahme: Es gibt eine interne „Sprache des Geistes' zur Erklärung und Beschreibung des Denkens und intelligenten Verhaltens. Auch hier wird eine Analogie zu einer Maschine gebildet: Diese 'Sprache des Geistes' entspricht der zweiten Sprache eines Computers. (Rechner haben eine Maschinensprache, in der sie mit sich selbst kommunizieren und eine höhere, I/O- Sprache, in der sie mit ihrer Umwelt kommunizieren). Slide15:  Fodor interessiert sich vor allem für propositionale Einstellungen. Propositionale Einstellungen sind Relationen. Beispiel: Person x hofft/glaubt/wünscht, dass y. Hier steht x in Relation hoffen/glauben/wünschen zu y, wobei y für die Repräsentation eines Sachverhaltes steht. Die Art der Relation wird bestimmt durch ihre funktionale Rolle zu mentalen Zuständen und Reizen und Verhaltensrelationen, die Repräsentation des Sachverhalts, der Inhalt, wird symbolisch im Geist repräsentiert. Slide16:  Der Funktionalismus als komputationale Theorie des Geistes: Geistige Prozesse haben nur Zugang zu formalen (= syntaktischen) Eigenschaften, aber nicht zu inhaltlichen (= semantischen) Eigenschaften von Repräsentationen. Geistige Prozesse sind also regelgeleitetes, formales Operieren mit Symbolen. =andgt; Geist/Gehirn analog zu Software/Hardware =andgt; Denken = Rechnen 'Insofar as we think of mental processes as computational, it will be natural to take the mind to be, inter alia, a kind of computer.' Argumente für den Funktionalismus:  Argumente für den Funktionalismus Funktionalismus fördert die Zusammenarbeit zwischen kognitiver Psychologie und KI in methodologischer Hinsicht und bei der Hypothesenbildung: „Was müssen wir tun, um die kognitive Leistung x durch einen Computer erbringen zu lassen?' =andgt; „Was heißt es eigentlich beim Menschen, dass er x erbringt?' = funktionale Analyse kognitiver Prozesse, es könnte sogar eine einheitliche Theorie aller intelligenter Systeme geben. Der Funktionalismus ist empirisch plausibel, d.h., begreift man das Gehirn als funktional organisiertes System der Informationsverarbeitung, dann lassen sich empirische Befunde der Gehirnforschung gut erklären ( z.B. der Ausfall einzelner Funktionen oder die Aufspaltung in zwei autonome Subsysteme -andgt; auch ein System/ eine Menge integrierter Funktionen kann man prinzipiell in zwei Teilsysteme/- mengen aufspalten). Der Funktionalismus reduziert weder den mentalistischen Diskurs auf eine physikalische Ebene, noch muss er psychologisches Vokabular eliminieren, also entgeht er den Vorwurf von Kategorienfehlern, allen Einwänden aus dem Begriff der Identität und essentialistischen Argumenten, die eine Verschiedenheit von mentalen und physikalischen Zuständen annehmen. Slide18:  Macht allgemeine Aussagen über das, was allen mentalen Zuständen gemeinsam ist, und sie zu solchen macht, möglich, beschreibt also das Wesen mentaler Phänomene. Die Kompatibilität mit dem partikularen Physikalismus erlaubt es dem F., die Identität zwischen einzelnen mentalen/ funktionalen Zuständen und einzelnen neurophysiologischen Zuständen beim Menschen zu postulieren und so zu einem funktionalen Materialismus zu werden. Der Funktionalismus weiß sowohl die innere als auch die äußere Relationalität mentaler Zustände zu erklären, mentale Zustände werden also real, funktionale Zustände können untereinander eine hohe Interdependenz aufweisen, als Input/Outputverknüpfende Zustände erklären sie die Umweltbeziehung des Systems und sind durch ihre physikalischen Realisierungen kausal wirksam. Vereinbarkeit der Annahme einer kausal abgeschlossenen Welt mit der Welt einer eigenen mentalen Wirkungsebene. Fördert in der Informatik die Vision, wirklich denkende und intelligente Systeme zu entwickeln. Argumente gegen den Funktionalismus:  Argumente gegen den Funktionalismus Der Funktionalismus als zu liberale Theorie des Geistes impliziert, dass auch Systemen mentale Eigenschaften zugesprochen werden, bei denen dies offensichtlich nicht der Fall ist, da von der speziellen physikalischen Struktur abgesehen wird und nur die funktionale Organisation und irgendwelche Inputs und Outputs in Betracht kommen. Der Funktionalismus als zu restriktive Theorie des Geistes vernachlässigt aufgrund der Konzentration auf propositionale Einstellungen und kognitive Prozesse andere mentale Bereiche wie phänomenale Bewusstseinszustände, z.B. Qualia ( Qualia sollen diejenigen Eigenschaften unserer geistigen Zustände sein, die dafür verantwortlich sind, wie es für uns selbst ist, diese Zustände zu haben, wird also bewiesen, dass es Qualia gibt, dann folgt daraus, dass der F. einen wesentlichen Aspekt des Geistigen nicht erfasst) und implizites Wissen und Können ( knowing how statt knowing that). Slide20:  Es bestehen Zweifel daran, ob sich mentale Operationen wie Denken allein im Medium einer satzartigen Repräsentation in einer Sprache des Geistes durch Komposition und serielle Transformation digitaler Symbole erklären lassen, da für bildhaftes, assoziatives Denken und für Wahrnehmung und Mustererkennungen möglicherweise analoge und verteilte Repräsentationen und parallele Prozesse angemessener sind. Die möglicherweise beweisbare Äquivalenz zu einer Turingmaschine oder einem Programm erklärt nicht die unmittelbare Erfahrung des Bewusstseins und der Subjektivität („Wie fühlt sich der Geist von innen an?' „Wie ist es, ein bestimmtes bewusstes Wesen zu sein?'). Slide21:  Sogar Putnam selbst kritisiert den Funktionalismus in einer Veröffentlichung zum Thema „Warum hat der Funktionalismus nicht funktioniert?' (Zur Erklärung von Intentionalität, von Denken und Verstehen ist mehr nötig als Äquivalenzbeziehungen zwischen komputationalen Zuständen, und kalkülmässige Modelle des Geistes sind nicht ausreichend für die kognitive Psychologie. Ohne Bezugnahme auf die Umgebung können Begriffe und Überzeugungen nicht individuiert werden).

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