Familien stark in Sachsen! Handbuch für die pädagogische Praxis

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Published on April 22, 2014

Author: Ines4gabi

Source: slideshare.net

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Familien stark in Sachsen! Familienbildung in Kooperation mit Kindertageseinrichtungen, Ein Modellprojekt des Sächsischen Landesjugendamtes, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales, 2007

DieBedeutungderFamilie  Handbuch für die Pädagogische Praxis in Sachsen „Familienbildung in Kooperation mit Kindertageseinrichtungen“ Ein Modellprojekt des Sächsischen Landesjugendamtes, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales

Koordinatoren: Jens Altmann, Ralf Brandis, Annett Heinrich, Doreen Hempel, Jeannette Kunert, Kathrin Standar Herausgeber: Sächsisches Staatsministerium für Soziales Albertstraße 10 01097 Dresden Weitere Exemplare sind zu beziehen über: Sächsisches Landesamt für Familie und Soziales Abteilung 4 – Landesjugendamt Reichsstraße 3 09112 Chemnitz Telefon: 0371/577-0 E-Mail: landesjugendamt@slfs.sms.sachsen.de Gesamtleitung: Günter Refle Projektleitungsteam: Margot Refle, Udo Schmitz, Christiane Voigtländer Felsenweg-Institut Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie Tolkewitzer Str. 90 01279 Dresden www.felsenweginstitut.de Für den Inhalt verantwortlich: Günter Refle, Christiane Voigtländer Redaktion: Günter Refle, Margot Refle, Udo Schmitz, Christiane Voigtländer Gestaltung, Layout und Satz: Grafikdesign Zimmermann . www.paperfish.de Druck: Starke und Sachse, Großenhain 1. Auflage: 500 Stück Dresden, Juli 2007 Impressum  Das Handbuch für die Pädagogische Praxis wurde im Auf- trag des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales durch das Felsenweg-Institut im Rahmen der zweiten Modellphase des Landesmodellprojekts „Familienbildung in Kooperation mit Kindertageseinrichtungen“ erarbeitet. Bei der Erarbeitung sind die Ideen, Erfahrungen und prak- tische Beispiele der Koordinatorinnen aus den Modellstand- orten eingeflossen.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich freue mich, dass auch Sie dieses Handbuch nutzen wollen, um Kooperationen zwischen Familienbildung und Kindertagesstätten auf- und auszubauen. Wir haben uns in Sachsen dafür entschieden, Familienbildung ganz besonders in der Kooperation mit den sächsischen Kinderta- gesstätten Eltern ganz buchstäblich näher zu bringen. Kein ins- titutionelles Netzwerk erreicht mehr Familien. Kitas können und sollen nicht nur für Sachsens Kinder maßgebliche Bildungschancen eröffnen, sondern auch für Eltern ein vertrauter und niederschwel- liger Lernort sein. Das kann in ganz unterschiedlicher Form und in unterschiedlichem Maß passieren. In der Regel werden Kinderta- gesstätten dabei mit Experten der Familienbildung zusammenar- beiten und oft auch einfach auf Angebote und Unterstützungs- möglichkeiten gezielt verweisen. Die Kooperation von Familienbildung und Kindertagesstätten, aber auch mit weiteren Partnern, die für Familien Rat und Unter- stützung bieten, schafft wichtige Synergien, ohne im gleichen Maß Mehraufwand zu erfordern. Gleichzeitig ist dieser Weg höchst flexibel und lässt jeder Kommune und jeder Einrichtungen die Möglichkeit, passgenau auf die eigene Situation zugeschnittene Formen zu finden. Darin liegt die große Chance, aber auch eine erhebliche Herausfor- derung, denn damit ist auch jede Region und jede entsprechende Institution dafür verantwortlich, einen eigenen Weg zu suchen und zu gehen. Ich bin sicher, dass der Einsatz an Zeit und Ideen in dieser Form den größten Nutzen für die Familien in Sachsen entfalten kann. Und das ist ohne Zweifel das wichtigste Kriterium: Eltern in Sachsen erleben, dass sie mit ihrer faszinierenden, aber auch herausfor- dernden Aufgabe nicht alleingelassen sind, sondern unkompliziert und je nach aktuellem Bedarf Rat und Hilfe erhalten. Eltern stär- ken, damit unsere Kinder zu starken Persönlichkeiten heranwach- sen können – das ist unser Ziel. Helma Orosz Staatsministerin für Soziales VorwortderMinisterinfürSozialesundFamilie 

Inhaltsverzeichnis Einleitung 1. Grundlagen – Theoretischer Hintergrund 2. Aufbau von Kooperationen mit Kindertageseinrichtungen 3. Auf- und Ausbau einer erziehungs- partnerschaftlichen Elternarbeit 4. Angebotsentwicklung und Gestaltung von Veranstaltungen 5. Kopiervorlagen 6. Anregungen und Beispiele 7. Literaturverzeichnis Inhaltsverzeichnis  Seite 5 - 6 7 - 24 25 - 44 45 - 62 63 - 78 79 - 95 96 - 111 112

Einleitung Familienbildung in Kooperation mit Kindertageseinrichtungen durchzuführen hat sich in den vergangenen Jahren als ein erfolg- reicher Weg erwiesen, um Familien für ihr Miteinander zu stärken und sie in ihrem Alltag zu unterstützen. Die Kindertageseinrichtung kann ein vielfältiger und vertrauter Lernort für Familien sein. Den Weg dahin haben wir im Rahmen des Landesmodellprojektes „Familienbildung in Kooperation mit Kindertageseinrichtungen“ erprobt. Auf Grundlage der Erfahrungen der ersten Projektphase wurde in der zweiten Projektphase ein strukturiertes Verfahren entwickelt, um Kooperationen nachhaltig und zügig aufzubauen, zu pflegen und durch ihre inhaltliche Ausgestaltung die Elternarbeit in Kitas im Sinne eines erziehungspartnerschaftlichen Miteinanders weiter- zuentwickeln. Der Weg hat sich bewährt und liegt nun ausführlich beschrieben als Handbuch vor. Die Inhalte, Abläufe und Ergebnisse der zweiten Projektphase sind im Abschlussbericht dargestellt. Aus diesem Grund haben wir uns bei der Gestaltung des Handbuchs auf jene Elemente konzentriert, die Sie als Praktiker in Ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Kapitel 1 gibt einen kurzen Einblick in theoretische Hintergründe, die bei dem Aufbau von Kooperationsbeziehungen zwischen Fami- lienbildung und Kindertageseinrichtungen von Bedeutung sind. Die Kapitel 2 bis 4 beschreiben den „Weg der Praxis“: Wie werden Kooperationen mit Kindertageseinrichtungen auf- gebaut? Welche Schritte sind beim Auf- und Ausbau eines erzie- hungspartnerschaftlichen Miteinanders zu gehen? Was ist bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen und Angeboten wichtig? Die Schritte sind als „Roter Faden“ gedacht, der Orientie- rung geben will. Bei der Umsetzung sind in jedem Fall die jewei- ligen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. In Kapitel 5 und 6 finden Sie Kopiervorlagen und Anregungen für die Praxis. Die Kopiervorlagen sind für Sie als Arbeitsinstrumentarium ge- dacht. Die Praxis zeigt jedoch, dass im Sinne der Flexibilität des Ansatzes Vorlagen im Gespräch mit Kita-Teams und Eltern ange- passt werden müssen. Die Muster dienen als „Anregungen von der Praxis für die Praxis“ dazu, Beispiele zu zeigen und Ideen anschau- lich zu machen. Einleitung 

Den Kooperationsaufbau haben in beiden Modellphasen pädago- gische Fachkräfte an den unterschiedlichen Standorten geleistet. Diese Fachkräfte wurden als Koordinatoren bezeichnet. Da es sich in der Mehrzahl um weibliche Fachkräfte handelte, wird in dem Handbuch der Einfachheit halber die weibliche Form – Koordinato- rin – verwendet. Alle männlichen Fachkräfte – die bisherigen und zukünftigen – sind damit eingeschlossen. Wir möchten all denen herzlich danken, die die Projektarbeit in den letzten Jahren unterstützt und begleitet haben. Besonderer Dank gilt Frau Wenzler aus dem Sozialministerium und Herrn Brinkel vom Sächsischen Landesjugendamt. Die Mitglieder des Projektbeirats bereicherten die Projektarbeit durch viele konstruk- tive Diskussionen - auch ihnen sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Herrn Prof. Knoll und Frau Braun vom Lehrstuhl für Erwachsenen- pädagogik der Universität Leipzig danken wir für die konstruktive und inhaltlich bereichernde wissenschaftliche Begleitung. Weiterer Dank für das aktive Mittun geht an die Leiterinnen, Erzieherinnen und Eltern der beteiligten Kindertageseinrichtungen. Ein ganz besonderer Dank gilt den Koordinatorinnen für Ihre engagierte Arbeit. Sie haben das Projekt an vier Modellstandorten in Sachsen ganz konkret betrieben und vorangebracht. Die hier beschriebenen Wege und Instrumente sind mit ihnen gemeinsam entwickelt, erprobt und diskutiert worden. Das Handbuch muss nicht so bleiben, wie wir es geschrieben ha- ben. Es darf sich entwickeln. Das heißt, Sie als Praktiker sollen es mit Ihren eigenen Ideen, Gedanken, methodischen Anregungen und Texten füllen. Viel Erfolg bei der Umsetzung! Dresden, im Juli 2007 Für das Projektteam Günter Refle und Christiane Voigtländer Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie Einleitung 

 Grundlagen – Theoretischer Hintergrund IKapitel

Grundlagen–TheoretischerHintergrund I  Es ist unumstritten, dass die Familie eine elementare Bedeutung für das gelingende Aufwachsen von Kindern hat. Ob ein Kind sich wohl fühlt und ob es seine Potentiale bestmöglich entfalten kann, hängt entscheidend von seinem familiären Umfeld ab. In der Fami- lie erfahrene Wärme, emotionale Unterstützung und verständliche Regeln sind wichtige Schutzfaktoren für eine positive Entwicklung des Kindes. Die Familie ist die früheste und wichtigste Sozialisationsinstanz einer Gesellschaft. In ihr werden junge Persönlichkeiten nachhaltig geprägt. Darüber hinaus ist die Familie die erste und grundlegende Bildungsinstitution für Kinder. Hier werden zentrale Fähigkeiten für lebenslanges Lernen geschaffen. Der Gesetzgeber ist sich der Bedeutung der Familie bewusst und sieht das Kindeswohl im systemischen Zusammenhang mit der Fa- milie. So benennt das SGB VIII u. a. als Leitziele die Schaffung einer familienfreundlichen Umwelt und die Unterstützung und Beratung von Eltern bei der Erziehung. Eine Form der Unterstützung und Beratung von Eltern bei der Erziehung stellt die Familienbildung dar. Deren zentrales Anliegen ist die Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz. Erziehungskompetenzen sind keine feststehenden Sachverhalte, sondern komplexe, soziale Konstruktionen. Sie beschreiben auch keine „Ein-Personen-Merkmale“ im Sinne eines Kataloges von Fähigkeiten und Kenntnissen, die einer Mutter oder einem Vater jederzeit und beziehungsunabhängig zur Verfügung stehen. Jede Kompetenz realisiert und aktualisiert sich immer in ganz kon- kreten und einmaligen Interaktionen mit dem jeweiligen Kind. Grundlagen – Theoretischer Hintergrund Familie Kindeswohl Systemische Wechselwirkung “Wir finden, Kinder sind etwas Grossartiges. Sie machen das Land menschlicher.“ Tilman Gerwien

Grundlagen–TheoretischerHintergrund I  Der wissenschaftliche Beirat für Familienfragen des Bundesminis- teriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat vier Kompe- tenzklassen elterlicher Kompetenzen beschrieben, die sich für die Befriedigung der Grundbedürfnisse und Entwicklungserfordernisse von Kindern als wichtig erwiesen haben: / selbstbezogene / kindbezogene / kontextbezogene / handlungsbezogene Unter selbstbezogenen Kompetenzen werden vor allem Dispo- sitionen der Eltern beschrieben, die im Zusammenhang mit be- ziehungs- und erziehungsthematischen Situationen stehen. Dazu gehört z. B., sich Wissen über die Entwicklung und den Umgang mit Kindern anzueignen, eigene Emotionen zu kontrollieren und überlegt handeln zu können, eigene Fehler einzugestehen und offen für Veränderungen zu sein. Die kindbezogenen Kompetenzen umfassen eine Reihe von Dis- positionen mit deren Hilfe Eltern auf individuelle Besonderheiten und Entwicklungserfordernisse ihrer Kinder eingehen können, wie z. B. Zuneigung zeigen, empfänglich sein für kindliche Bedürfnisse, kindliche Entwicklungspotentiale erkennen und zu ihrer Verwirkli- chung beitragen können. Die inhaltliche Beschreibung der kontextbezogenen Kompetenzen zielt vor allem auf Dispositionen ab, mit denen Eltern in der Lage sind, den (Lebens-)Kontext der Kinder entwicklungsförderlich zu gestalten. Dazu gehört beispielsweise, dass Eltern zusammen mit ihren Kindern Situationen aufsuchen oder gestalten, die für die Kinder entwicklungsförderlich sind (z. B. Zoobesuche, kreative Spielsituationen). Zur Klasse der handlungsbezogenen Kompetenzen gehört, dass Eltern Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit haben, ange- kündigtes Handeln auch tatsächlich umsetzen oder ihr Handeln erfahrungsgeleitet ändern und an neue Gegebenheiten anpassen (z. B. bei veränderten Familienverhältnissen oder sich ändernden Entwicklungsaufgaben der Kinder).

Grundlagen–TheoretischerHintergrund I 10 Anliegen des Projektes Das Projekt will als zentrales Anliegen Eltern in ihren Erziehungs- aufgaben unterstützen. Deshalb sollen / Eltern in der Ausübung ihrer Erziehungsaufgaben sicher und stark gemacht werden (präventiv). / viele Eltern in Sachsen mit bedarfsgerechten Bildungsangebo- ten erreicht werden (bedarfsgerecht). / die Angebote inhaltlich, zeitlich und örtlich an den Lebens- welten von Familien orientiert werden (niederschwellig). Der Weg der Umsetzung soll durch den Aufbau von Koopera- tionen zwischen Einrichtungen der Familienbildung und Kitas geschehen. Die Gründe dafür sind: / In Sachsen besuchen nahezu alle Kinder zwischen 3 und 6 Jahren eine Kita. / Für viele Eltern sind Erzieherinnen wichtige Ansprechpartne- rinnen, wenn es um Fragen der Erziehung und Bildung ihrer Kinder geht. / Die Erzieherinnen genießen aufgrund der Nähe und ihres Fachwissens ein hohes Vertrauen bei den Eltern. Das Projekt greift die Bemühungen vieler Kitas auf, Ihre Elternar- beit vertiefen und erweitern zu wollen. Dies geschieht nach einer im Landesmodellprojekt erprobten und bewährten Vorgehenswei- se und unter Berücksichtigung einrichtungsspezifischer Rahmenbe- dingungen. Zentrales Anliegen dieser Unterstützung ist die Beglei- tung, Beratung und Qualifizierung der Erzieherinnen / in der Weiterentwicklung der Erziehungs- und Bildungs- partnerschaft. / in der Weiterentwicklung und Umgestaltung ihrer Einrichtung zu einem (Lern-) Ort für Familien.

Grundlagen–TheoretischerHintergrund I 11 Bei der Umsetzung der Projektidee werden sowohl regionale als auch einrichtungsspezifische Besonderheiten berücksichtigt. Die Weiterentwicklung der Kitas hin zu einem Lernort für Familien geschieht in Übereinstimmung mit den Anliegen des Sächsischen Bildungsplans. Bei der institutionellen Weiterentwicklung bzw. Umgestaltung haben sich drei Kooperationsmodelle herauskristallisiert. Die Entscheidung, welches der drei Modelle von der jeweiligen Einrich- tung angestrebt wird, obliegt der Einrichtung selbst. 1. Das Grundmodell Innerhalb der Regeltätigkeit wird die vorhandene Elternarbeit qualitativ in Richtung Erziehungs- und Bildungspartnerschaft um- gestaltet. Das Bewusstsein über familienbildnerische Anteile in der eigenen Tätigkeit wird gestärkt. 2. Das erweiterte Modell Zusätzlich zum Regelangebot für Kinder und Familien finden sich weitere Angebote und Dienstleistungen für Familien. Die Kita er- weitert ihr Angebotsspektrum, indem sie Angebote der Familien- bildung in ihrer Einrichtung aufnimmt. Diese Leistungen werden nicht durch eigenes Personal geleistet. 3. Das integrierte Modell Die Kita entwickelt sich zu einem Familienzentrum, das selbst Angebote der Familienbildung übernimmt und durchführt. Damit wird sie zu einem expliziten Leistungserbringer der Familienbil- dung. Für das Erbringen dieser Leistungen werden zusätzliche zeitliche und finanzielle Ressourcen benötigt, da sie nicht mehr über die Regelfinanzierung der Kita abgedeckt ist. Das Kitaperso- nal muss sich in der Regel Zusatzqualifikationen erwerben. Gut zu wissen! Der Sächsische Bildungsplan erachtet es ebenso als eine un- erlässliche Voraussetzung für eine optimale Förderung der Kinder, dass Eltern in das Kita-Geschehen miteinbezogen und Erziehungs- und Bildungspartnerschaften aufgebaut werden.

Grundlagen–TheoretischerHintergrund I 12 Voraussetzung für eine tragfähige Kooperationsbeziehung ist, dass sich beide „Welten“ verstehen. Dazu gehört u.a. die Anliegen, Ziel- setzungen und Leitbilder des anderen „Fachbereichs“ zu kennen. Die Welt der Familienbildung verstehen / Anforderungen an die Familienbildung sind: / Prävention / Bedarfsgerechtigkeit / Niederschwelligkeit Präventive Familienbildung will Familien stärken und begleiten, bevor sich Belastungssituationen zuspitzen können. Sie grenzt sich damit von intervenierenden Angeboten der Familienhilfe ab. Prä- ventive Angebote der Familienbildung verfolgen einen ressourcen- orientierten Ansatz. Familiäres Miteinander wird demnach nicht grundsätzlich als defizitär betrachtet. Der Fokus richtet sich viel- mehr auf die Förderung schon vorhandener Stärken von Familien und damit auf die Aktivierung von Selbsthilfekompetenzen. Familienbildung muss sich an den Bedürfnissen der Familien orien- tieren und ihre Angebote bedarfsgerecht auswählen und gestal- ten. Um Familien für ihren Alltag und ihr Miteinander zu stärken, gilt es, dort anzusetzen, wo tatsächlich Fragen und Unterstüt- zungsbedarf vorhanden sind. Die Welt des Anderen kennen verstehen Voraussetzung für Kooperationen: Welt der Familien- bildung Welt der Kita

Grundlagen–TheoretischerHintergrund I 13 Niederschwelligkeit beschreibt die Orientierung familienpädago- gischer Angebote an den Lebenswelten der Familien. Wichtig ist in diesem Zusammenhang ein einfacher Zugang zu Angeboten. Dieser wird beispielsweise erreicht durch Alltagsnähe, räumliche und zeitliche Erreichbarkeit, Freiwilligkeit und Anonymität bzw. Vertraulichkeit. / Ansatzpunkte der Familienbildung Familienbildung orientiert sich immer an der Lebenswelt der Familien. Sie kann an den Lebensphasen einer Familie ansetzen (Lebensphasen-Ansatz) oder an den Aufgaben, die Familien zu bewältigen haben (Aufgabenorientierter Ansatz). Im Leben einer Familie gibt es verschiedene natürliche Phasen. Die Übergänge von einer Phase in die nächste bringen oft große Ver- änderungen und damit Unsicherheiten für die Familienmitglieder mit sich. Sie stellen deshalb eine gewisse Herausforderung dar und können als krisenhaft erlebt werden. Auf diese übergangsbe- dingten Herausforderungen sollen Familien vorbereitet werden. Im Sinne des aufgabenorientierten (oder auch lebenslagenorien- tierten) Ansatzes setzt Familienbildung an besonderen Lebenssitu- ationen und den in diesen Situationen vorhandenen Bedürfnissen von Familien an. Dies sind nicht allein unmittelbare Bildungsbe- dürfnisse, sondern Bedürfnisse nach Kontakt und Austausch, nach Entlastung durch Dienstleistungen und nach anregender Freizeit- gestaltung. Paar- beziehung Schwanger- schaft Baby- phase Kleinkind- phase F a m i l i e n - L e b e n s p h a s e n - A n s a t z Kind- phase Jugend- phase Leere Nestphase Großeltern- phase

Grundlagen–TheoretischerHintergrund I 14 / Zielgruppen der Familienbildung Angebote der Familienbildung stehen grundsätzlich allen Inter- essierten offen. Das Sächsische Staatsministerium für Soziales hat in seinem Konzept zur Familienbildung in Sachsen vier Hauptziel- gruppen formuliert: / bildungsinteressierte und bildungsgewohnte Eltern, die weiterhin Angebote der Familienbildung wahrnehmen wollen und sollen / bildungsungewohnte Eltern, d. h. Menschen, die Bildungs- angeboten eher skeptisch gegenüber stehen, was nicht automatisch gleichzusetzen ist mit geringerem Einkommen oder sonstigen Belastungen / Eltern, deren Belastungssituation eine erhöhte Wahrschein- lichkeit für einen mittelfristigen Hilfebedarf im Sinne des KJHG erwarten lässt / Väter Hinzu kommen weitere Zielgruppen, wie Menschen mit Migra- tionshintergrund, mit Handicaps, mit besonderen sozialen Pro- blemen und Belastungen (wie z. B. pflegende Angehörige) und Senioren. / Familienbildung als Querschnittsaufgabe Familien kommen in ihren verschiedenen Lebensphasen mit unter- schiedlichen Einrichtungen des Gesundheits-, Bildungs-, und Sozial- wesens in Kontakt. In deren Angeboten sind häufig Anteile von Familienbildung enthalten. Neben den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern in den Einrichtungen der Familienbildung, den ex- pliziten Akteuren, setzen sich implizite Akteure unterschiedlicher Professionen in verschiedenen Einrichtungen dafür ein, Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken. Paar- beziehung Schwanger- schaft Baby- phase Kleinkind- phase I m p l i z i e r t e A k t e u r e d e r F a m i l i e n b i l d u n g Kind- phase Jugend- phase Leere Nestphase Großeltern- phase Frauenarzt Hebamme Kinderarzt LehrerErzieherinnen ..... .....

Grundlagen–TheoretischerHintergrund I 15 Implizite Akteure der Familienbildung sind Berufsgruppen außer- halb der Familienbildung, deren professionseigenes berufliches Handeln familienbildnerische Elemente umfasst. Sie besitzen na- türliche soziale Kontakte zu Familien, die in der Regel nicht pro- blembelastet sind und niederschwellige Zugänge zu Familien ermöglichen. Damit sind auch Familien erreichbar, die sonst häufig nicht durch präventive Angebote erreicht werden. Sie sind dadurch erste Ansprechpartner für Eltern im Hinblick auf erzieherische Fragestellungen und können Eltern an andere An- gebote weitervermitteln. Sie kennen ihre Zielgruppen und deren spezifische Lebenslage, so dass sie auf Grund ihrer Zielgruppen- nähe passgenaue Angebote entwickeln und positionieren können. Folgende Punkte sind für eine erfolgreiche Erweiterung der Famili- enbildung von zentraler Bedeutung: 1. Implizite Akteure der Familienbildung fühlen sich schnell überfordert von dem Anspruch, jetzt auch noch Familien- bildung machen zu müssen. Für sie ist es entlastend, die Anteile ihrer Regeltätigkeit zu identifizieren, innerhalb derer sie „sowieso“ die Erziehungs- und Beziehungskompe- tenz von Eltern stärken. Daran anknüpfend kann mit ihnen erarbeitet werden, wie sie diese Anteile ohne wesentliche Mehrbelastung qualitativ verbessern oder mit zusätzlichen Ressourcen weiter ausbauen können. 2. Explizite Akteure der Familienbildung mit dem Auftrag Netzwerkknotenpunkte zu bilden, haben die Verantwor- tung, die impliziten Akteure in das sozialräumliche Netz- werk zu integrieren und sie als Professionelle der Famili- enbildung partnerschaftlich in der Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu unterstützen. In der Praxis übernehmen sie teilweise beratende Funktionen. 3. Die Kontexte der einzelnen Professionen müssen unbedingt Beachtung finden. Hierzu zählt ihr Selbstverständnis, ihre Zielsetzungen und Leitbilder, ihre Organisationsstrukturen und ihre Handlungsspielräume.

Grundlagen–TheoretischerHintergrund I 16 Die Welt der Kita verstehen 1. Der Grundauftrag der Kita Kindertageseinrichtungen arbeiten in sozialpädagogischer Aus- richtung nach einem ganzheitlich verstandenen Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag, bei dem alters- und entwick- lungsspezifische Besonderheiten der Kinder berücksichtigt werden sollen. Dabei haben die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und die Beratung und Information der Erziehungsberechtigten eine wesentliche Bedeutung. Der Kindergarten ergänzt die Erziehung in der Familie und eröffnet den Kindern erweiterte und umfas- sendere Erfahrungs- und Bildungsmöglichkeiten über das familiäre Umfeld hinaus. Dabei hat der Kindergarten seinen Erziehungs- und Bildungsauftrag im ständigen Kontakt mit der Familie und anderen Erziehungsberechtigten durchzuführen (vgl. §2f GTK / §2 SächsKitaG). Im Rahmen des Sächsischen Bildungsplans werden familienunter- stützende Funktionen beschrieben, die Kindertageseinrichtungen übernehmen sollten. Neben dem primären Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag der Kinder werden ihnen familienbeglei- tende, entlastende, präventive und kompensatorische Aufgaben zugewiesen. 2. Der Sächsische Bildungsplan Für den Aufbau von Kooperationen mit Kitas ist es unerlässlich, den für alle sächsischen Einrichtungen bestimmenden Bildungsplan aufzugreifen. Der Sächsische Bildungsplan stellt gewissermaßen den „Masterplan“ für die Kitas dar. Seine Intention liegt in einem gemeinsamen Nachdenken über Bildung und Erziehung und dem Ziel der Professionalisierung des pädagogischen Handelns. In ihm werden auf der Grundlage einer neuen Sicht auf das Kind und der Beschreibung des Bildungs- und Lernverständnisses sechs Bildungsbereiche entfaltet. Das im Sächsischen Bildungsplan beschriebene neue Bild vom Kind geht vom Kind als Akteur seiner eigenen Entwicklung aus. Bil- dung wird verstanden als eine ganzheitliche Aneignung von Welt im Sinne von Selbstbildung in sozialen Kontexten. Dies führt zu einer veränderten Sicht und Rolle des Erziehenden: nicht mehr das Belehren, sondern das Ermöglichen steht im Vordergrund pädago- gischen Handelns.

Grundlagen–TheoretischerHintergrund I 17 3. Elternzusammenarbeit im Sächsischen Bildungsplan Der Sächsische Bildungsplan erachtet das Einbeziehen der Eltern und die Zusammenarbeit mit ihnen als unerlässliche Voraussetzung für eine optimale Förderung der Kinder. Die Familie wird ausdrück- lich als der primäre Erfahrungsort von Kindern gesehen, in denen sie ihre ersten Bildungserfahrungen machen. Aus dieser Grundhal- tung heraus entfaltet der Sächsische Bildungsplan eine erweiterte Sicht der Kita: Kita wird nicht mehr nur als Ort für Kinder gesehen, sondern auch als ein Kommunikationsort für Familien. Durch die Kita sollen Familien nicht nur eine Entlastung erfahren, sondern sie soll einen Beitrag zur Stabilisierung von Familie leisten. Dies soll dadurch gewährleistet werden, dass die Kita sich zu einem „Haus des Lernens für alle“ weiterentwickelt. Kitas sollen ihre Zusammenarbeit mit den Eltern auf der Grundhal- tung der Erziehungspartnerschaft gestalten. Mit dem Eintritt in die Kindertageseinrichtung hat das Kind eine für seine weitere Entwicklung nicht zu unterschätzende Aufgabe zu bewältigen. Das Kind öffnet sich einer zweiten Bezugswelt und erfährt durch sie ebenso Prägungen und Wegweisungen. Für das Kind hat das Verhältnis der beiden Lebensbereiche zueinander einen ebenso bestimmenden Charakter wie Ereignisse innerhalb Sächsischer Bildungsplan: Kita Ort für Kinder Ort für Familien Haus des Lernens für alle

Grundlagen–TheoretischerHintergrund I 18 eines Lebensbereichs. Im Hinblick auf eine gute Entwicklung des Kindes kann festgestellt werden, dass das Vorhandensein und die Qualität der sozialen Verbindungen zwischen den Lebenswelten von großer Bedeutung sind. Erziehungspartnerschaft kann als Qualitätsbeschreibung des Ver- hältnisses zwischen Erzieherinnen und Eltern verstanden werden. Im erziehungspartnerschaftlichen Miteinander wird der Erzie- hungs- und Bildungsprozess des Kindes in gemeinsamer Verant- wortung und gleichberechtigt gestaltet. Erziehungspartnerschaft heißt, Eltern und Erzieherinnen: u öffnen sich füreinander. Sie machen ihre Erziehungsvorstellungen transparent, tauschen Informationen über die Entwicklung, das Verhal- ten und die Erziehung des Kindes und über Konzeption und pädagogisches Arbeiten in der Kita aus. u kooperieren zum Wohle des Kindes. Sie erkennen die Bedeutung der jeweils anderen Lebens- welt für das Kind und versuchen, ihre Erziehungsmethoden und -ziele aufeinander abzustimmen. Eltern werden in die pädagogische Arbeit einbezogen. u akzeptieren sich gegenseitig als Experten. u unterstützen und ergänzen sich gegenseitig auf der Grund- lage einer Beziehung, die von Offenheit, Geduld, Akzep- tanz, Vertrauen und Dialogbereitschaft gekennzeichnet ist. 4. Schnittmengen im Bildungs- und Lernverständnis Die im Sächsischen Bildungsplan grundgelegte Sicht des Kindes, das Verständnis von Lernen und die daraus folgende Rolle der Erzieherin sowie die dargestellte Elternzusammenarbeit sind wich- tige Anknüpfungspunkte für die Kooperation. Im Projekt wurden diese Anknüpfungspunkte in Beziehung gesetzt zu den theoretischen Grundlagen der Familien- und Erwachsenen- bildung. Aufgabe war es, zu prüfen, inwieweit das Bildungsver- ständnis, die Sicht des Lehrenden und Lernenden mit den im Säch- sischen Bildungsplan dargelegten Sichtweisen kompatibel sind. Bildung im Sächsischen Bildungsplan wird beschrieben als Selbstbil- dung in sozialen Kontexten. Das Bildungsverständnis der Erwach- senenbildung ist ebenfalls eines der Selbstbildung. In der päda- gogischen Psychologie wird zunehmend eine konstruktivistische Lerntheorie vertreten. Lernen ist ein selbstgesteuerter und aktiver

Grundlagen–TheoretischerHintergrund I 19 Prozess. Der Lernende arbeitet neues Wissen in vorhandene Struk- turen ein – er konstruiert und rekonstruiert ein Leben lang. Die Selbstbestimmtheit und Alltagsrelevanz von Lernprozessen sind bei erwachsenen Lernern besonders stark ausgeprägt. Der Erwachsenenbildner versteht sich als Begleiter und Ermögli- cher von Lernprozessen, er gestaltet Lernumgebungen und akti- viert den Lernenden, um vorhandenes Wissen aufzudecken und weiterzuentwickeln. Hier wird deutlich, dass das Verständnis von Lernen und Lehren im Sächsischen Bildungsplan durchaus kompati- bel mit dem Ansatz der Erwachsenenbildung ist. Die Gestaltung der Kooperation Für den Aufbau trägfähiger Kooperationen zwischen der Familien- bildung und der Kita bedarf es einer Vorgehensweise seitens der Koordinatorin, die von gewissen Sicht- und Handlungsweisen ge- prägt ist. Darüber hinaus müssen die Aufgaben und damit das Handlungs- und Kompetenzprofil der Koordinatorin geklärt sein. Grundlegende Herangehensweisen und Sichtweisen Beim Aufbau von Kooperationen und beim Auf- und Ausbau von Erziehungspartnerschaft sind folgende grundlegende Herange- hensweisen förderlich. 1. Wertschätzung der bestehenden (Eltern-) Arbeit: a) Die Koordinatorin hat echtes Interesse, die pädagogische Arbeit kennenzulernen und vor allem verstehen zu wollen. b) Die Art und Weise wie das Projekt vorgestellt wird, muss die Wertschätzung betonen: I. es geht nicht um das Abschaffen vorhandener Eltern- arbeit, sondern um das Aufgreifen von Bestehendem II. Betonung einer einrichtungsspezifischen Vorgehens- weise, d. h. eine exakte Abstimmung auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der jeweiligen Einrichtung “Gerade für Erwachsene sind Aspekte wie Eigenaktivität, Interessenbezug, Eigenver- antwortlichkeit, Integration gemachter Erfahrungen und bestehender Überzeugungen sowie Bezug zu konkreten Situationen besonders wichtig.“ Reimann-Rothmeier/Mandl

Grundlagen–TheoretischerHintergrund I 20 2. Ressourcenorientierung – Anknüpfen an „Sowiesos“: a) Das, was sowieso schon getan wird, findet Beachtung: I. Bezug zum Sächsischen Bildungsplan herstellen II. Bewusstmachen familienbildnerischer Elemente inner- halb der laufenden Elternarbeit b) Die hohe Arbeitsbelastung der Erzieherinnen berück- sichtigen: I. alle Vorschläge an dem Maßstab des Leistbaren messen II. Erzieherinnen vor „sich selbst schützen“, d.h. die Koordinatorin erklärt sich zum „Zeitwächter“ 3. Stärkenorientierung: a) zunächst gilt es „das halbvolle und nicht das halbleere Glas“ zu sehen b) Die Einrichtung wurde nicht auf Grund von Defiziten ausgewählt (häufiges Vorurteil) c) Probleme als Entwicklungspotenziale begreifen und so benennen 4. Lösungsorientierung: a) Es geht um Lösungsfindung, nicht primär um die Analyse oder Darstellung der Probleme. 5. Reflektiertes Arbeiten a) Im Sinne eines qualitätsorientierten Handelns muss die gemeinsame Arbeit hinsichtlich der Zielereichung in regel- mäßigen Abständen reflektiert werden. b) Aus den gewonnen Erfahrungen gilt es, für die zukünftige Weiterarbeit Konsequenzen zu ziehen. Diese Sichtweisen und Herangehensweisen können als eine Art Brille verstanden werden, durch die bei allen Handlungsschritten im Rahmen der Kooperation geblickt wird.

Grundlagen–TheoretischerHintergrund I 21 Rolle und Aufgabe der Koordinatorin Die beiden Haupttätigkeitsfelder liegen im Bereich des / Auf- und Ausbaus von Kooperationsbeziehungen / Auf- und Ausbaus erziehungspartnerschaftlicher Elternarbeit. Die Koordinatorin muss Kooperationen initiieren. Sie ist zumindest am Anfang der „Anschieber“ bzw. „Startfunke“ für viele entste- henden Kooperationen. Um Kooperationsbeziehungen tragfähig und stabil zu machen, ist es notwendig, dem Miteinander ein „Ge- sicht“ zu geben, eine Kultur zu schaffen und somit die Beziehung zu gestalten. Die entstandenen Kooperationen gilt es weiterhin zu koordinieren. Koordinieren meint gerade jene Vorgehenswei- se, die nicht bestimmend, sondern fördernd ist und genug Raum schafft, dass Eigenaktivitäten entstehen können. Im Aufbau von Erziehungspartnerschaften erhalten die Kitas durch die Koordinatorin Unterstützung in ihren Bemühungen, die Zusammenarbeit mit Eltern zu vertiefen. Auf dem Weg der Umgestaltung ihrer Einrichtung zu einem Ort für Familien werden sie begleitet, und bei der konkreten Planung und Gestaltung von Erziehungspartnerschaften erhalten sie Beratung seitens der Koor- dinatorin. Tätigkeitsfelder der Koordinatorin Auf- und Ausbau von Kooperations- beziehungen Auf- und Ausbau erziehungs- partnerschaftlicher Elternarbeit initiieren koordinieren gestalten unterstützen beraten begleiten

Grundlagen–TheoretischerHintergrund I 22 / Diese Tätigkeiten lassen sich in unterschiedliche Aspekte eines Rollenprofils zusammenfassen. / Vermittlerin im Feld der Information Dies bezieht sich vor allem darauf, dass die Koordinatorin in der Lage sein muss, die Idee der Familienbildung in den Kindertageseinrichtungen den Erzieherinnen und Eltern vermitteln zu können und diese dafür motivieren und begeistern zu können. Dabei reicht es nicht aus, die bloße Information darüber zu vermitteln, sondern es bedarf, dass diese in den Kontext der Institutionen und in Beziehung zu den beteiligten Personen gestellt werden müssen. Dies setzt voraus, dass die Koordinatorin nicht nur Wissen aus dem Bereich der Familienbildung vorweisen kann, sondern auch mit dem System der Kindertageseinrichtungen und der Lebenssituation von Familien mit Kindergartenkindern vertraut ist. / Beraterin im Feld der Reflexion Der Berater im Feld der Reflexion geht von vornherein von dem Grundsatz aus, dass er nicht mehr wissen kann als der Betroffene selbst und nur behilflich dabei ist, die vorhan- denen Potenziale und Ressourcen hervorzubringen. Dieses Rollenprofil ist von zentraler Bedeutung, da den Kinder- tageseinrichtungen nichts komplett Neues „übergestülpt“ werden soll, sondern man in einem gemeinsamen Entwick- lungsprozess (der von der Koordinatorin begleitet wird) schaut, welche Entwicklungen möglich und welche Ressour- cen dafür vorhanden sind (anknüpfen an dem, was bereits da ist). Diese Beraterfunktion hat ebenfalls eine wichtige Bedeutung, wenn es darum geht gemeinsam mit den Erzie- herinnen die eigene Berufsrolle zu reflektieren und sich mit den Anforderungen an diese Rolle auseinander zu setzen. / Moderatorin im Feld der Kommunikation Das Profil des Moderators im Feld der Kommunikation birgt eine initiierende Funktion in sich. Der Koordinatorin kommt dabei die Rolle eines ständigen Impulsgebers und Initiator zu. Die Kindertageseinrichtungen sind in ihrer momentanen Situation nicht in der Lage, diese erweitere Aufgabe ohne weitere Unterstützung zu bewältigen. Gleichzeitig übernimmt der Koordinator die Rolle eines Moderators, wenn es um den Aufbau von Netzwerken und eine gemeinwesenorientierte Ausrichtung der Arbeit der

Grundlagen–TheoretischerHintergrund I 23 Kindertageseinrichtungen geht. Er initiiert Netzwerkpart- nerschaften und bringt die Partner zusammen, die famili- enunterstützende Angebote in ihrem Leistungsspektrum haben. / Dieses Rollenprofil beinhaltet verschiedene Aspekte eines Kompetenzprofils. Die unterschiedlichen Kompetenzfacetten zeigen sich hier in personengebundenen Fähigkeiten, die für die Tätigkeit als Koordinatorin notwendig sind. / Vermittlungskompetenz: Vermittlungskompetenz drückt sich in der Fähigkeit aus, Informationen und Wissen zielgruppenorientiert zur Verfü- gung zu stellen. Dies benötigt Fachwissen, Methodenwis- sen, Wissen über die Ziel- bzw. Adressatengruppe und die Fähigkeit diese Aspekte miteinander in Bezug zu stellen. / Reflexionskompetenz: Reflexionskompetenz beinhaltet die Fähigkeit zur Analyse sowie zur Überprüfung von Situationen und Ergebnissen in Bezug auf ein vorher festgelegtes Ziel. Reflexionskom- petenz meint aber auch die Fähigkeit zur Selbstreflexion (Selbstevaluation), in der allgemeines und fachliches Wissen auf die eigene Situation bezogen werden. / Systemkompetenz: Unter Systemkompetenz kann die Befähigung verstanden werden, Personen, Gruppen und Institutionen in Beziehung zueinander zu bringen, deren Kapazitäten zu mobilisieren und dauerhaft als Ressource zu integrieren.

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25 Aufbau von Kooperationen mit Kindertageseinrichtungen IIKapitel

AufbauvonKooperationenmitKindertageseinrichtungen II 26 Die Zielsetzung der Kooperationen mit den Kindertageseinrich- tungen steht fest: Es sollen Eltern aus den kooperierenden Ein- richtungen in der Ausübung ihrer Erziehungsaufgaben sicher und stark gemacht werden. Dies wird umgesetzt, in dem die Erziehungspartnerschaften auf- und ausgebaut sowie neue und bedarfsgerechte Angebote der Eltern- und Familienarbeit durchge- führt werden. Die Kita wird durch die Koordinatorin: / unterstützt in ihren Bemühungen, die Zusammenarbeit mit Eltern zu vertiefen. / begleitet auf dem Weg der Umgestaltung ihrer Einrichtung zu einem Ort für Familien. / beraten bei der konkreten Planung und Gestaltung von Erziehungspartnerschaften. Der Aufbau von Kooperationen mit Kindertageseinrichtungen ist ein vielschichtiger und komplexer Prozess. Dieser Prozess wird durch die Koordinatorin im Austausch mit den Erzieherinnen initi- iert, koordiniert und gestaltet. Im Blickpunkt des Kooperationsmanagements stehen drei Kernprozesse: 1. soziale Kernprozesse: die Gestaltung des Miteinanders und der Kommunikation 2. funktionale Kernprozesse: die Klärung von Aufgaben, Zuständigkeiten, Absprachen und Vereinbarungen, Grenzen der Kooperation aufzeigen 3. strukturelle Kernprozesse: die Klärung der Ressourcenfrage, Gestaltung von transparenten Entscheidungsstrukturen Aufbau von Kooperationen mit Kindertageseinrichtungen “Kooperieren ist die Kunst, unter Berücksichtigung der eigenen Ziele und der Interessen des Kooperationspartners zielgerichtet zusammenzuarbeiten.“ soziale Kernprozesse funktionale Kernprozesse strukturelle Kernprozesse Gestaltungsprozess gelungene Koopera tionsbezi ehungen gelungene Kooperationsbeziehun gen soziale Kernprozesse funktionale Kernprozesse strukturelle Kernprozesse Gestaltungsprozess h Erfolgreiches kooperieren heißt: kommunizieren und Beziehungen aktiv gestalten hErfolgreiches kooperieren heißt: Klarheit schaffen hErfolgreiches kooperieren heißt: ressourcenorien- tiert arbeiten

AufbauvonKooperationenmitKindertageseinrichtungen II 27 Phasen beim Aufbau von Kooperationen Hilfreich beim Aufbau von Kooperationen ist die Unterscheidung von zeitlich nacheinander ablaufenden Phasen. 1. Organisationsinterne Planungsphase Schritt 1 Klärung des eigenen Kooperationsinteresses Schritt 2 Auswahl der Kooperationspartner Klärung des eigenen Kooperationsinteresses Die Klärung des eigenen Kooperationsinteresses hat eine zentrale Bedeutung für Tragfähigkeit und Nachhaltigkeit der Kooperations- beziehung. Die Erfahrungen zeigen, dass vor allem das Gespräch zwischen Träger und Koordinatorin wichtig ist, um Nutzen, Rah- menbedingungen und Ressourcen festzulegen. . Zielsetzung Die Koordinatorin und der Träger müssen die eigenen Ziele und den Nutzen bestimmen. Darüber hinaus müssen die internen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen definiert und die zur Verfügung stehenden Ressourcen festgelegt sein. Die Koordinato- rin kennt die Erfolgskriterien, an der ihre Arbeit gemessen wird. - Methode Die Koordinatorin führt ein persönliches Gespräch mit der Ge- schäftsführung. x Ergebnissicherung Die Koordinatorin hält die Ergebnisse schriftlich fest, damit später im Sinne von Reflexion und Weiterentwicklung daran angeknüpft werden kann.

AufbauvonKooperationenmitKindertageseinrichtungen II 28 Als Ergebnisse dieser Klärung liegen gebündelte Aussagen zu folgenden Fragen vor: / Welche Zielsetzung und welchen Nutzen verfolgen wir? / Was wollen wir bis wann realisiert haben? (organisationsinterne Erfolgskriterien) / Welche Verpflichtungen können wir eingehen? / Was können und sollen wir leisten? / Welche Rahmenbedingungen stehen der Koordinatorin zur Verfügung? / Welche Ressourcen stehen der Koordinatorin organisationsintern zur Verfügung? / Wer ist organisationsinterner Ansprechpartner für die Koordinatorin? Auswahl der Kooperationspartner Die Auswahl der Kooperationspartner erfolgt auf unterschiedliche Art und Weise: / Kitas kommen mit eigenem Kooperationswunsch auf die Koordinatorin zu. / Kitas werden über Dritte vermittelt. In beiden Fällen gilt es anhand von gewissen Kriterien zu prüfen, ob eine zukünftige Zusammenarbeit sinnvoll ist. Auswahl von Kitas als Kooperationspartner Kitas fragen selbst an Kitas werden vorgeschlagen Auswahl Koordinatorin Kriterien Jugendamt freie Träger Stadtteilrunde eigener Träger und Andere

AufbauvonKooperationenmitKindertageseinrichtungen II 29 . Zielsetzung Die Koordinatorin muss anhand von Kriterien entscheiden, zu welchen Kitas Kontakt aufgenommen werden soll. - Methode Bei der Auswahl werden relevante Rahmenbedingungen bzw. Kriterien (organisationsinterne und organisationsexterne) berück- sichtigt und fließen in die Entscheidung ein. Kriterien sind: / Freiwilligkeit: die Kooperation muss gewollt sein / Leistbarkeit: die Kita muss genügend Freiräume für die Kooperation zur Verfügung haben / Trägerzustimmung: die Kooperation ist vom Träger gewollt x Ergebnissicherung Die für die Auswahl relevanten Kriterien werden schriftlich fest- gehalten, so dass zu einem späteren Zeitpunkt die getroffenen Entscheidungen nachvollziehbar sind (umfasst sowohl die positive als auch die negative Auswahl). Als Ergebnisse liegen gebündelte Aussagen zu folgenden Fragen vor: / Welche Beweggründe liegen bei den Kitas vor, die sich aktiv um eine Zusammenarbeit bemühen? / Welche Beweggründe haben die „Vermittler“ von Kitas? / Ist bei der Auswahl der Kitas das Verhältnis von öffent- lichen und privaten Einrichtungen berücksichtigt worden? / Sind die Interessen und Anliegen der Verwaltung (Jugend- amt) und des Jugendhilfeausschusses bekannt und bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt worden? / Steht die Anzahl der (neuen) Kitas in einem realistischen Verhältnis zu den zur Verfügung stehenden Ressourcen? / Ist die Leiterin über die Vermittlung seitens des Trägers in Kenntnis gesetzt?

AufbauvonKooperationenmitKindertageseinrichtungen II 30 2. Phase der Kontaktaufnahme Schritt 1 Telefonat mit der Leiterin Schritt 2 Treffen mit der Leiterin in der Einrichtung Schritt 3 Vorstellung der Kooperationsidee im Team Schritt 4 Vorstellung der Kooperationsidee bei der Elternschaft Telefonat mit Leiterin Die persönliche Kontaktaufnahme mit der Leiterin einer Einrich- tung beginnt mit dem Telefonat. Dieses Gespräch prägt den ersten Eindruck, den die Leiterin von der Koordinatorin gewinnt und legt in einem gewissen Sinn auch die emotionale Basis für die Einschät- zung der Kooperationsidee. . Zielsetzung Die Koordinatorin hat in einer guten Gesprächsatmosphäre einen Besuchstermin bei der Leiterin vereinbart. Die Leiterin hat eine erste Vorstellung von der Projektidee gewonnen und wünscht sich, beim Vororttermin Näheres darüber zu erfahren. - Methode Die Koordinatorin führt ein Telefonat unter Berücksichtigung fol- gender Punkte: / kurze Vorstellung (Name und Funktion) / in wenigen Sätzen erläutert sie das Projektanliegen / in wenigen Sätzen erläutert sie, wie es zur Auswahl der Einrichtung kam / fragt nach, ob die Leiterin ggf. über ihren Träger / Jugend- amt informiert worden ist / fragt nach, ob die Leiterin das Projekt kennt bzw. schon mal etwas darüber gehört hat / vereinbart einen Vororttermin in der Kita und berücksich- tigt dabei den Tagesablauf der Leiterin, bzgl. der Uhrzeit als auch der Gesprächsdauer (sollte jedoch mindestens eine Stunde sein) h Berücksichtigen Sie bei der Gesprächs- vorbereitung, ob es sich um eine „vermittelte“ Kita handelt!

AufbauvonKooperationenmitKindertageseinrichtungen II 31 x Ergebnissicherung Die Koordinatorin hält die Ergebnisse des Tefonats für die Vor- bereitung des Besuchstermins schriftlich fest. / Besuchstermin in der Einrichtung / erster Eindruck über den Kenntnisstand der Leiterin über das Projekt / erster Eindruck, wie die Leiterin zu dem Projekt steht (ggf. Erwartungen, Skepsis etc.) Treffen mit der Leiterin in der Einrichtung Das Gespräch mit der Leiterin vor Ort in der Einrichtung ist das „Herzstück“ der persönlichen Kontaktaufnahme. Verläuft dieses Treffen positiv, ist der erste Schritt für den Aufbau einer Beziehung zur Einrichtung gelungen. Persönliche Kontaktaufnahme umfasst: / persönliches Kennenlernen / Kennenlernen der Projektidee (für die Leiterin) / Kennenlernen der Einrichtung (für die Koordinatorin) . Zielsetzung Die Leiterin konnte für das Projekt gewonnen werden. Die Leiterin kennt das Anliegen und die Ziele des Projektes und hat eine erste Vorstellung, wie diese Ideen für ihrer Einrichtung umgesetzt wer- den können (aus „dem“ Projekt ist „unser“ Projekt geworden). Die Koordinatorin hat einen ersten Eindruck der Einrichtung ge- wonnen. Sie hat verstanden, welche Schwerpunkte in der Eltern- arbeit gesetzt werden. Die Wünsche und Hoffnungen der Leiter- innen in Bezug auf das Projekt sind ihr bekannt. Die Koordinatorin und Leiterin haben sich kennengelernt.

AufbauvonKooperationenmitKindertageseinrichtungen II 32 - Methode Die Koordinatorin führt ein Zweiergespräch mit der Leiterin. Für die Vorstellung des Trägers und des Projektes liegen ggf. Materi- alien vor. Die Materialien sollen das Gesagte visualisieren und der Leiterin die Möglichkeit geben, im Nachgang zum Gespräch die Informationen nachzulesen. Die Koordinatorin erhält eine persönliche Führung durch die Ein- richtung (evtl. kombiniert mit einer kurzen Begrüßung der Erzie- herinnen) und lernt in entspannter Atmosphäre die pädagogische Arbeit, den Stand der Elternarbeit sowie positive Erlebnisse und Erfolge kennen. x Ergebnissicherung Ergebnisse auf einen Blick: / Das Anliegen und die Ziele des Projektes sind der Leiterin bekannt. / Die Ziele von Familienbildung sind der Leiterin bekannt. / Der Zusammenhang zwischen der Umsetzung des Säch- sischen Bildungsplans und den Projektzielen, sind der Leite- rin bewusst. / Die Anknüpfungspunkte zur bestehenden Elternarbeit der Einrichtung sind bekannt. / Chancen und Bedenken, die die Leiterin geäußert hat, sind benannt und aufgegriffen worden. / Die nächsten Schritte / Termine sind vereinbart worden. / Es ist geklärt, zu welchem Zeitpunkt die Elternschaft infor- miert und integriert wird. / Es ist eine positive Grundstimmung gelegt worden. h Nutzen Sie die Seite „Vorstellung des Projektes“! Projekterfahrung Häufig geäusserte Erwartungen von Leiterinnen: u Weiterentwicklung der Einrichtung in ihrer Elternarbeit u Transparenz der Arbeit für die Eltern u Intensivierung der Zusammenarbeit mit Eltern (Ideen, Potenziale und Ressourcen der Eltern kennen lernen und nutzen) u positive Außenrepräsentanz der Kita u Stärkung der Rolle der Erzieherinnen u Identifizierung der Eltern mit der Kinder- einrichtung ihres Kindes stärken u abwechslungsreiche und bedarfsgerechte Angebote für Eltern und Kinder u thematische Angebote für Eltern, da Hilflosig- keit und Überforderung der Eltern in Fragen der Erziehung immer häufiger beobachtet werden u Vermittlung kompetenter Ansprechpartner für Familien Kopiervorlage 79

AufbauvonKooperationenmitKindertageseinrichtungen II 33 Für starke Kitas: In Sachsen besuchen nahezu alle Kinder zwi- schen 3 und 6 Jahren eine Kita. Für viele Eltern sind Erzieherinnen wichtige Ansprechpartne- rinnen, wenn es um Fragen der Erziehung und Bildung ihrer Kinder geht. Die Erzieherinnen genießen aufgrund der Nähe und ihres Fach- wissens ein hohes Vertrauen bei den Eltern. Vor diesem Hintergrund wollen viele Kitas ihre Elternarbeit vertiefen und erweitern. Im Projekt „Familienbildung in Kooperation mit Kindertageseinrichtungen“ werden u Kitas unterstützt - in ihren Bemühungen, die Zusammenarbeit mit Eltern zu vertiefen. u Kitas begleitet - auf dem Weg der Umge- staltung ihrer Einrichtung zu einem Ort für Familien. u Kitas beraten - bei der konkreten Planung und Gestaltung von Erziehungspartner- schaften. Gemeinsam sind wir stark: Durch den Aufbau von Kooperationen zwischen Einrichtungen der Familienbildung und Kitas soll die bestehende Elternarbeit in Kitas unterstützt und erweitert werden. Dies geschieht nach einer im Projekt erprobten und bewährten Vorgehensweise und unter Berücksichtigung einrichtungs- spezifischer Rahmenbedingungen. Zentrales Anliegen dieser Unterstützung ist die Begleitung der Erzieherinnen in der Weiterentwicklung der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft. Dies umfasst unter anderem die Analyse der bestehenden Elternarbeit, eine Bedarfserhebung bei den Eltern, die Planung und Durchführung von Veranstaltungen usw. Für starke Familien: Familien leisten viel für unsere Gesellschaft. „Sie balancieren zwischen zahlreichen Aufga- ben und Wünschen, zwischen Notwendigkeiten und begrenzten Möglichkeiten. Für diese Leistungen verdienen die sächsischen Familien unsere Anerkennung, unseren Respekt und un- sere Unterstützung.“ (Helma Orosz, Sächsische Staatsministerin für Soziales in ihrer Regierungs- erklärung im April 2006) Das Projekt „Familienbildung in Kooperation mit Kindertageseinrichtungen“ will Eltern in Ihren Erziehungsaufgaben unterstützen. Die Erziehung der Kinder liegt vor allem in den Hän- den ihrer Eltern. Deshalb sollen u Eltern in der Ausübung ihrer Erziehungsauf- gaben sicher und stark gemacht werden. u viele Eltern in Sachsen mit bedarfsgerechten Bildungsangeboten erreicht werden. u die Angebote inhaltlich, zeitlich und örtlich an den Lebenswelten von Familien orientiert werden.

AufbauvonKooperationenmitKindertageseinrichtungen II 34 Vorstellung der Kooperationsidee im Team Neben der Leiterin sind die Erzieherinnen für die Ausgestaltung einer Kooperation von zentraler Bedeutung. Verläuft die Vorstel- lung der Kooperationsidee im Team positiv, hat sich die „Tür weit geöffnet“. Neben dem persönlichen Kennenlernen stehen die Vorstellung des Projektes sowie das Wahrnehmen von Erwartungen, Hoffnungen und Sorgen seitens der Erzieherinnen im Vordergrund. Die Vor- stellungsrunde sollte aber nicht inhaltlich überfrachtet werden, sondern einen Einstiegscharakter haben. Fragen, die angerissen werden, können in nachfolgenden Treffen aufgegriffen und bear- beitet werden. . Zielsetzung Die Erzieherinnen konnten für das Projekt gewonnen werden. Sie kennen die Ziele und Anliegen des Projektes und konnten ihre Erwartungen, Hoffnungen und Sorgen äußern. Ein gegenseitiges Kennenlernen hat stattgefunden. - Methode Das Teamtreffen umfasst zwei Elemente: / (Visualisierter) Vortrag zur Vorstellung des Projektes / Moderiertes Teamgespräch Die Koordinatorin moderiert ein Teamgespräch Leitfragen für die Moderation / Wie stehe ich persönlich dazu? Welche Wünsche verbinde ich mit der Kooperation? / Was gefällt mir an dieser Idee? Was könnte meine Arbeit bereichern? / Was macht mir Sorgen dabei? / Welche Verantwortlichkeiten kann ich übernehmen? / Welche Erwartungen habe ich an die Koordinatorin? / An welchen Punkten bin ich skeptisch? h Zu welchem Zeitpunkt die Elternschaft infor- miert und integriert wird, ist eine Entschei- dung der Einrichtung. Wichtig ist, dass diese Frage mit der Leiterin angesprochen und eine Vorgehensweise festge- legt wird. h Nehmen Sie den Erzie- herinnen die Sorge, dass ihnen eine komplett neue Arbeitsweise übergestülpt wird und die bisherigen Vorgehensweisen als falsch betrachtet werden. Es soll vor allem deutlich werden, dass man an bereits Beste- hendem anknüpft und dieses gemeinsam im Rahmen der Möglichkeiten weiterent- wickelt. Machen Sie den Erzieherinnen Mut! Was gefällt mir Was macht mir Sorgen “Wir sollten nicht zulassen, dass unsere Ängste uns davon abhalten, unseren Hoffnungen nach zu gehen.“ John F. Kennedy

AufbauvonKooperationenmitKindertageseinrichtungen II 35 x Ergebnissicherung Ergebnisse auf einen Blick: / Das Anliegen und die Ziele des Projektes sind den Erziehe- rinnen bekannt. / Der Zusammenhang zwischen der Umsetzung des Säch- sischen Bildungsplans und der Projektziele sind den Erzie- herinnen bewusst. / Die Chancen und Bedenken der Erzieherinnen sind benannt und aufgegriffen worden. / Erste Erwartungen an die Koordinatorin sind benannt worden. / Verantwortlichkeiten der Erzieherinnen sind benannt worden. / Die Ziele von Familienbildung sind bekannt. / Die nächsten Schritte / Termine sind vereinbart. / Es ist eine positive Grundstimmung gelegt. / Die inhaltlichen Schwerpunktsetzungen für die Vorstellung im Elternrat sind besprochen und werden von den Erziehe- rinnen mitgetragen. Wünsche der Erzieherinnen: u Sensibilisierung der Eltern für das Miteinander (Erziehungspartnerschaft) u aktive, kooperative und kontinuierliche Elternarbeit u verstärkte Initiative/Beteiligung der Eltern – dadurch Abwechslung und Vielfalt u Verantwortungsübernahme auch durch Eltern u Interesse der Eltern am Tagesablauf ihres Kindes (kein „Parken“ der Kinder in der Kita) u Unterstützungsmöglichkeit für Eltern (Stärkung ihrer Erziehungsfähigkeiten) u Anregungen für Familien für die sinnvolle Nutzung gemeinsamer Zeit u Kontaktmöglichkeiten der Eltern unter- einander = Kita als Begegnungsort u Unterstützung bei der Umsetzung des Sächsischen Bildungsplanes u Erfahrungsaustausch der Erzieherinnen über Elternarbeit mit anderen Kitas u Sicherheit im Umgang mit Eltern gewinnen Verantwortlichkeiten der Erzieherinnen: u Einbezug familienbildender Elemente in die alltägliche Kita-Arbeit u Offenheit für Belange, Ideen und Anliegen der Eltern u Beziehungsarbeit leisten (auf Eltern zugehen, motivieren, Gesprächsbereitschaft, Partner sein) u Einbezug eigener Fähigkeiten u Terminkoordination Skepsis: u Mehrbelastung für Erzieherinnen u Wo bleibt die Arbeit am Kind? u bereits viele Angebote/Projekte in der Kita vorhanden u Erreichbarkeit der Eltern, insbesondere der bildungsungewohnten Eltern u Viele Eltern wollen ihre Ruhe haben. u geringes Zeitbudget der Eltern durch Berufstätigkeit u Nachhaltigkeit Projekterfahrung

AufbauvonKooperationenmitKindertageseinrichtungen II 36 Vorstellung der Kooperationsidee bei der Elternschaft Die Eltern müssen in die Zusammenarbeit ebenfalls integriert wer- den. Die Vorgehensweise und den Zeitpunkt des Informierens und Integrierens legen die Einrichtungen selbst fest. Dieser Vorgang muss der bestehenden Elternarbeit entsprechen. Dies drückt sich z. B. darin aus, wie kommuniziert und ob zuerst der Elternrat oder gleich die gesamte Elternschaft informiert wird. . Zielsetzung Die Elternschaft ist ansprechend über das Anliegen und die Ziele des Projektes informiert. Sie kennt die nächsten Schritte und weiß, wie sie sich einbringen kann. Die Erzieherinnen und ggf. der El- ternrat stehen für Rückfragen und Anregungen zur Verfügung. - Methode Die Eltern werden über einen Elternbrief (Flyer) zunächst schriftlich über das Projekt informiert. Der Brief sollte von der Einrichtung (Erzieherinnen, Elternrat) formuliert werden, d. h. die Handschrift des Hauses tragen und nicht „fremd“ wirken. Vorstellung im Elternrat: / Vorstellung der Person der Koordinatorin  / (Visualisierter) Vortrag zur Vorstellung des Projektes / Moderiertes Gruppengespräch Die Koordinatorin moderiert ein Teamgespräch Leitfragen für die Moderation: / Was bedeutet dies für die Einrichtung? / Wo kann der Elternrat unterstützen? / Welche Ideen bestehen dazu? Vorstellung auf dem Elternabend: / Vorstellung der Person der Koordinatorin / (Visualisierter) Vortrag zur Vorstellung des Projektes / anschließende Diskussion bzw. Fragerunde h Es empfiehlt sich bei einem aktiven und selbstständig arbeitenden Elternrat diesen von Anfang an mit einzube- ziehen. Er ist neben den Er- zieherinnen wichtiger Mittler zur Elternschaft und verfügt über eigene Möglichkeiten, die Eltern der Kindertagsein- richtungen zu gewinnen und zu mobilisieren. h Beispiele für Elternbriefe (Flyer) finden Sie in den „Anregungen“. h Starten Sie einen Vortrag mit einer Erzählung, mit einer Geschichte, mit etwas Persön- lichem! Beispiel  .  Seite 100 ff. h Zur Visualisierung können Sie eine Power Point Präsenta- tion nutzen. Beispiel- folien finden Sie in den „Anregungen“. Beispiel . Seite 96 ff.

AufbauvonKooperationenmitKindertageseinrichtungen II 37 x Ergebnissicherung Ergebnisse auf einen Blick: / Die Eltern konnten für das Projekt gewonnen werden und erkennen einen Nutzen für ihr Kind und für die Einrichtung. / Die Eltern haben einen ersten Eindruck, was auf sie und auf die Einrichtung zukommt. / Die Eltern kennen die nächsten Schritte (Projekttransparenz). / Die Eltern kennen die Informationswege und wissen, bei wem sie nachfragen können. Projekterfahrung Die Elternabende fanden teils gruppenübergreifend vor der gesamten Elternschaft der jeweiligen Einrichtung oder in den einzelnen Gruppen statt. Zeitorganisatorisch betrachtet, ist ein Elternabend pro Ein- richtung günstiger, dennoch ergaben sich innerhalb der gruppeninternen Elternabende mehr Gesprächs- und Dis- kussionsrunden. Die Sensibilisierung der Eltern und auch die Gewinnung im Sinne einer Erziehungspartnerschaft und Partizipation am Alltagsgeschehen der Kita gelingen in einzelnen Gruppenabenden besser. Im Anschluss an jeden Elternabend bietet es sich an, Zeit für individuelle Gespräche mit Eltern über Projektinhalte, persönliche Wünsche und Vorstellungen zur Verfügung zu stellen.

AufbauvonKooperationenmitKindertageseinrichtungen II 38 3. Kooperationsaufbau und Konstituierung In dieser Phase ist es notwendig, das Miteinander auf eine verbind- liche Basis zu stellen und die Beziehung zu stabilisieren. Zentrale Merkmale dieser Phase sind: / Ziele und Erwartungen festschreiben / Verbindlichkeiten formulieren / Informationsfluss sicherstellen / erste Aktionen angehen Schritt 1 Ausgestaltung der Kooperationsvereinbarung Schritt 2 Regelmäßiger Kontakt zu allen Mitarbeitern der Einrichtung / Beratung Schritt 3 Aufbau eines einrichtungsübergreifenden Erzieherinnenstammtisches Ausgestaltung der Kooperationsvereinbarung Nachdem das Projekt vorgestellt wurde und ein erstes Kennenler- nen stattgefunden hat, gilt es, das Miteinander auf eine tragfä- hige Basis zu stellen. Eine Kooperationsvereinbarung ist hierfür ein geeignetes Instrument. Die Vereinbarung hält für beide Partner schriftlich fest, wie sie ihr Miteinander gestalten wollen. Die durch die Vereinbarung geschaffene Klarheit dient dazu, Reibungs- verluste so weit wie möglich zu vermeiden und das Miteinander effizienter zu gestalten. Darüber hinaus schafft sie eine hilfreiche Verbindlichkeit. . Zielsetzung Die Kooperationsvereinbarung schafft Klarheit und Transparenz / in der Zielsetzung. / in den Erwartungen. / bei der Klärung von Verantwortlichkeiten. / in der Vorgehensweise. h Die Vereinbarung sollte nicht nur von der Leiterin der Einrichtung und der Koordinatorin, sondern auch vom Träger der Einrichtung unterzeichnet werden. Der Träger muss in jedem Fall die Kooperation mittragen und die notwendigen Rahmen- bedingungen zur Ausgestal- tung der Kooperation zur Verfügung stellen.

AufbauvonKooperationenmitKindertageseinrichtungen II 39 Kooperationsvereinbarung Inhalt: 1. Präambel 2. Ziel der Kooperation 3. Grundsätze der Kooperationsvereinbarung 4. Voraussetzungen 5. Leistungen des Koordinators 6. Leistungen der Einrichtung 7. Folgende Erwartungen der Erzieherinnen verbinden sich mit der Teilnahme am Projekt - Methode Aufbauend auf die Erstgespräche sollte ein eigenes Treffen mit der Leiterin und dem Erzieherinnenteam für die Ausgestaltung der Kooperationsvereinbarung genutzt werden. Die Koordinatorin moderiert ein Gruppengespräch: / Visualisierung der Ergebnisse aus den Erstgesprächen / Vorstellung der Vorlage eines Kooperationsvertrages / Erarbeitung folgender Fragen: u Welche Chancen bietet das Projekt für die Einrichtung? u Welche Chancen bietet das Projekt für die Erzieherinnen? u Welche Verantwortlichkeiten liegen bei den Erzieherinnen? u Welche Erwartungen richten sich an die Koordinatorin? u Wo sind die kritischen Punkte? / Anpassung der Vertragsvorlage x Ergebnissicherung Ergebnisse auf einen Blick: / Die Vereinbarung wird von den Beteiligten innerlich mit- getragen (Freiwilligkeit). / Die Vereinbarung wird vom Träger mitgetragen. / Die Vereinbarung wird unterschrieben. h Die Vorlage eines standar- disierten Kooperationsver- trages ist hilfreich für die Darstellung der notwen- digen Eckpunkte. Der Ver- trag sollte jedoch diskutiert und ggf. angepasst werden. Kopiervorlage 80 ff.

AufbauvonKooperationenmitKindertageseinrichtungen II 40 Regelmäßiger Kontakt zu allen Mitarbeitern der Einrichtung / Beratung Der regelmäßige Kontakt zu der Einrichtung wird über die Leiterin (bzw. die dafür bestimmte Ansprechperson) gepflegt. Die Regel- mäßigkeit der Begegnungen, die unterschiedliche Inhalte haben können, führt zur Stabilisierung der Kooperationsbeziehung. Es ist zentrale Aufgabe der Koordinatorin diesen Kontakt zu ge- stalten und zu pflegen. Darüber hinaus muss ebenfalls ein persönlicher Kontakt zu dem Erzieherinnenteam bestehen. Dies geschieht in Abstimmung mit der Leiterin. Die Koordinatorin unterstützt die Einrichtung in dem Sinne, dass sie hilft, eigene Vorgehensweisen und Lösungen der Erzieherinnen zur Umsetzung zu bringen. Es geht immer darum, die Erziehe- rinnen in ihrer Rolle zu stärken und im Umgang mit den Eltern sicherer zu machen. . Zielsetzung Durch die regelmäßigen Kontakte wird sichergestellt, dass / der Informationsfluss zu und innerhalb der Kita funktioniert. / der „Faden“ zu der Einrichtung nicht abreißt. / „Stolpersteine“ schnell erkannt und aus dem Weg geräumt werden. / ausreichend Beratung für die Leiterin und das Team stattfindet. / die Erzieherinnen aktiv und motiviert mitarbeiten. - Methode Die Koordinatorin berät die Einrichtung durch Einzelgespräche mit der Leiterin und Teamgespräche mit den Erzieherinnen. Die Bera- tung geschieht vor dem Hintergrund aktueller Fragestellungen in der Umsetzung von Kooperationszielen. Die Beratung basiert auf dem Ansatz des Coachings. “Man kann einen Menschen nichts lehren. Man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu finden.“ Galilei h Die Koordinatorin über- nimmt mehr und mehr die Aufgabe der Beratung. Die Beratung geschieht nach dem Ansatz des Coachings. h Im Sinne eines qualitätsorien- tierten Handelns empfiehlt es sich, die gemeinsame Arbeit hinsichtlich der Zielereichung in regelmäßigen Abständen zu reflektieren und aus den ge- wonnenen Erfahrungen für die zukünftige Weiterarbeit Konse- quenzen zu ziehen. Dies hat den Vorteil, das gemeinsame Erfolge für alle Beteiligten sichtbar und ggf. noch nicht erreichte Zielstel- lungen überdacht werden.

AufbauvonKooperationenmitKindertageseinrichtungen II 41 Aufbau eines einrichtungsübergreifenden Erzieherinnenstammtisches Ein einrichtungsübergreifender Erzieherinnenstammtisch dient: / der Austauschmöglichkeit der Kitas zu Inhalten des Projektes und weiteren aktuellen Themen, / der Weiterqualifizierung der Erzieherinnen. Die Kitas können untereinander intensive Netzwerkbeziehungen knüpfen und von dem Erfahrungsschatz der anderen profitieren. . Zielsetzung / Qualifizierung der Erzieherinnen zu Themen der Familien- bildung / Stärkung der Erzieherinnen im Umgang mit ihren Eltern und in ihrer Elternzusammenarbeit / Austauschmöglichkeit („Blick über den Tellerrand“) / Vernetzung der Kitas untereinander / Vermittlung und Vorstellung konkreter Ansprechpartner (Beratungsstellen, ASD etc.) Gut zu wissen! Coaching Coaching ist eine sehr effektive Methode der lösungsorien- tierten Beratung und Unterstützung. Ziel des Coachingpro- zesses ist es, dass der zu Coachende selbst Lösungsideen seines Problems entwickelt und für die Lösung selbst verantwortlich bleibt. Die Metapher des Coaches ist der Taxifahrer mit der Frage: „Wo wollen Sie hin?“ “Coaching ist ‘Navigations- hilfe‘ zur Umsetzung gefundener Lösungen“. Horn/Brick Projekterfahrung Zur Stärkung und Festigung von Kooperationsbeziehungen hat sich bewährt, mit den Einrichtungen kleine „Höhepunkte“ zu schaffen, die die Arbeit der Beteiligen anerkennen und wert- schätzen und zu einer erhöhten Motivation führen, z. B. eine Festveranstaltung zum Kooperationsauftakt. h Leiterinnenstammtisch! Nach einer gewissen Zeit entwickelt sich häufig der Wunsch, nach einem Treffen, auf dem nur Leiterinnen sich austau- schen können – Leiterin- nenstammtisch. Diesen Wunsch gilt es in jedem Fall seitens der Koordina- torin aufzugreifen und umzusetzen.

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