2016 11-10 - csu ake - energiedialog stmin. aigner

100 %
0 %
Information about 2016 11-10 - csu ake - energiedialog stmin. aigner
ake

Published on November 9, 2016

Author: MartinEhrenhuber

Source: slideshare.net

1. Aktuelle Vorschläge zur Energiewende des CSU Arbeitskreis Energiewende (AKE) für den energiepolitischen Dialog mit StMin. Ilse Aigner München, den 10. November 2016

2. Aktuelle Vorschläge für die Energiewende des CSU Arbeitskreis Energiewende (AKE) für den energiepolitischen Dialog mit StMin. Ilse Aigner am 10. November 2016 2 1. Forschung und Bildung Für eine zügige Umsetzung der Energiewende ist ein Ausbau der Förderung der angewandten Forschung und der Ausbildung von Fachkräften erforderlich. Daraus ergeben sich folgende Forderungen: Für Bayern:  Förderung von Forschung und Ausbau der Automatisierung der Verteilnetze, um vor Ort auf schwankende Last und Erzeugung reagieren zu können.  Runder Forschungstisch zur Bedarfsermittlung an angewandter Forschung mit den führenden Bayerischen Energieforschungsinstituten (ZAE, ZET Uni Bayreuth, iisys HS Hof, Energiecampus Nürnberg usw.) initiieren. Aus der Bedarfsermittlung sollte ein bayerisches Forschungs- Förderprogramm „Angewandte Energieforschung Bayern“ aufgelegt werden.  Ausbau von Ausbildungs- und Studienangeboten (z.B. in den Disziplinen Geothermie, Kältetechnik, Digitalisierung, Energiespeichersystem).  Bei der Aus- und Weiterentwicklung von Handwerkern, Architekten, Baufachberufen u.A. die Umsetzung und Anwendung von Erneuerbaren Energien intensivieren.  Wiedereinführung von Diplomstudiengängen an den Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften im technischen Bereich (wie z.B. in Thüringen und Sachsen). 2. Erzeugung, Verteilung, Speicherung Auch in Zukunft muss Bayern zur Sicherung der Versorgung, der Wertschöpfung und der Energiepreise (insb. Strompreis) einen größtmöglichen Teil seines Stroms im Freistaat erzeugen, um von Leitungen und Importen soweit wie möglich unabhängig zu sein und um eine einheitliche

3. Aktuelle Vorschläge für die Energiewende des CSU Arbeitskreis Energiewende (AKE) für den energiepolitischen Dialog mit StMin. Ilse Aigner am 10. November 2016 3 Strompreiszone in Deutschland und mit Österreich zu erhalten. Daraus ergeben sich folgende Forderungen: Für Bayern:  Standorte der bayerischen Kernkraftwerke für großtechnische Speicher nutzen.  Netze aller Spannungsebenen (insbesondere Mittel- und Hochspannungsnetze) verstaatlichen, falls Stromnetze verkauft werden. Stromnetze sind Infrastruktur und vom Staat zu stellen, analog zu Straße und Schiene. Das Vorkaufsrecht sollte bei der Öffentlichen Hand liegen.  Rekommunalisierung von Anlagen zur Energiegewinnung, wenn sich die Möglichkeit dazu bietet (z.B. Wasserkraft, wenn Konzessionen auslaufen)  Die Wasserkraft in Bayern soll erhalten bleiben und ausgebaut werden (von ca. 4.000 vorhandenen Querverbauungen, die genutzt werden könnten, werden derzeit nur ca. 30 ausgebaut). Die bestehenden Umweltgesetze für eine stärkere Wasserkraftnutzung müssen auf den Prüfstand gestellt und ggf. angepasst werden.  Höheren Anteil regenerativer Energie in Bayern erreichen durch zügigen Ausbau der Windkraft (z.B. motivierende und aufklärende Kommunikation zur 10H-Regelung und zum EEG2017), Photovoltaik (z.B. großzügige PV Freiflächenkulisse mit gleichzeitiger landwirtschaftlicher Nutzung, Förderung von Batteriespeichern), Geothermie (z.B. Forschungsprojekte/Demonstrationsvorhaben für die petrothermale Geothermie um, Anpassung der Empfehlungen zur Geothermie im Leitfaden „Erdwärmesonden in Bayern“ an den Stand der Technik, Förderung/Übernahme von Bürgschaften für geothermische Fernwärme), Bioenergie (kleine Hofanlagen fördern), Wasserkraft (Anpassung von Umweltgesetzen).  Lastspitzenmanagement ausbauen durch Automatisierung der Netze und Verbrauchsstellen.

4. Aktuelle Vorschläge für die Energiewende des CSU Arbeitskreis Energiewende (AKE) für den energiepolitischen Dialog mit StMin. Ilse Aigner am 10. November 2016 4  Klimaabkommen von Paris umsetzen (Klimaziele für Bayern anpassen und Maßnahmen ableiten) Für den Bund:  Stärkung der Reservekraftwerke in Bayern: Erneut bevorzugt dezentrale KWK Schwarmstromanlagen (Strom und Wärmenutzung) als Alternative zu neuen Gas-Reservekraftwerken prüfen.  Betriebsbereitschaft der bestehenden Reservekraftwerke so lange wie nötig durch eine wirtschaftliche Vergütung erhalten.  Die Wasserkraft braucht eine auskömmliche Vergütung. Es ist zu prüfen, ob die Wasserkraft künftig einen garantierten Mindestpreis erhalten sollte.  HGÜ-Trassen nach Bayern so kostengünstig wie möglich realisieren. Kostentransparenz und Kostenkontrolle verbindlich mit den Übertragungsnetzbetreibern vereinbaren und durch unabhängige Gutachter kontrollieren.  Strompreiszone in Deutschland und mit Österreich erhalten.  Fortführung des Einspeisevorranges in künftigen EEG-Novellen.  Fortführung des Einspeisevorranges für Post-EEG-Anlagen so lange fortführen, bis auch die Schadens- und Entsorgungskosten der fossilen Energien internalisiert werden.  Zellularen Ansatz und Festlegung von Verantwortungsebenen realisieren. Technologieneutraler Zubau und Speicherung von Erneuerbaren Energien sollte im Rahmen dieser Verantwortungsebenen erfolgen.  Strompreisbremse einführen. Als Optionen bieten sich u.a. an: Mehrwertsteuer auf 7% absenken, Stromsteuer zurücknehmen, Industriebefreiungen von Abgaben und Umlagen durch den Öffentlichen Haushalt finanzieren, Treibhausgasemittierende Energieträger sowie Brenn- und Treibstoffe stärker belasten, Investitionsfonds auflegen.

5. Aktuelle Vorschläge für die Energiewende des CSU Arbeitskreis Energiewende (AKE) für den energiepolitischen Dialog mit StMin. Ilse Aigner am 10. November 2016 5  Dynamisierung der EEG-Umlage und von Netzentgelten mit dem Spotmakrtpreis bzw. der Netzsituation, um die Sektorkopplung zu befördern.  Netzentgelte auf alle Verbraucher gleichmäßig umlegen. Für Europa:  Fairen Preiswettbewerb herstellen: Die Schadens- und Folgekosten der Kernkraft sowie von fossilen Energien müssen in den kWh-Preis internalisiert werden.  Bei fossilen Energien muss ein internationaler Co2 Preis (z.B. zunächst auf G-20 Ebene) eingeführt und der europäische Emissionshandel zügig reformieren werden. 3. Förderung und Umsetzung in den Kommunen Die Energiewende in Bayern kann nur gelingen, wenn möglichst viele Bürger, Kommunen, lokale Stadt- und Gemeindewerke und Unternehmen mitmachen und Projekte vor Ort umsetzen. Für Bayern:  Öffentlichkeitswirksames Bekenntnis der Staatsregierung zur Energiewende und Motivation/Information der lokalen Akteure durch Kommunikations-/Informationskampagnen und Öffentlichkeitsarbeit.  Energiewende in den Kommunen umsetzen (Nahwärmenetzte fördern, Wärmepumpen fördern, Gründung von Kommunalen Versorgern fördern).  Hürden bei der Teilnahme an Förderprogrammen (z.B. Programm Bioklima) absenken (z.B. Verringerung der geforderten Vollaststunden bei Wärmeerzeugern, Belegungsdichte bei Nahwärmeleitungen absenken, Contractings ermöglichen, etc.).

6. Aktuelle Vorschläge für die Energiewende des CSU Arbeitskreis Energiewende (AKE) für den energiepolitischen Dialog mit StMin. Ilse Aigner am 10. November 2016 6 4. Transformation des Verkehrssektors Der Verkehr muss auf klimaneutrale Kraftstoffe umgestellt werden, wofür neben elektrischem Strom auch Wasserstoff und biogene Energieträger in Frage kommen. Die Luftreinhaltung besonders in städtischen Bereichen und entlang der Hauptverkehrsachsen ist zügig zu gewährleisten. Für Bayern:  Ausbau kombinierter Verkehr, keine weitere Schließung von Gütertarifpunkten.  Zukunftskonzept Individualverkehr mit Unterscheidung Stadt-Land erstellen.  Home Offices und Pendlerhäuser fördern, um Verkehr zu vermeiden.  ÖPNV soweit sinnvoll ausbauen, Verkehrsverbund Bayern einführen, Flat Rates im ÖPNV anbieten etc.  Intelligenten und schadstoffminimierten Verkehr fördern: Park & Ride ausbauen, Grüne Wellen gewähren, intelligente Parkraumsteuerung umsetzen, Car-Sharing und Mobility-Sharing initiieren usw.  Schrittweise Einführung von emissionsarmen und emissionsfreien Verkehrsmittel zuerst in den Städten, dann auf dem Land, am besten durch freiwillige Selbstverpflichtung. Für den Bund:  Zukunftskonzept für den Straßengüterverkehr erstellen (Elektrifizierung Autobahnen, Wasserstoffinfrastruktur prüfen, Ladeinfrastrukturen schaffen usw.)  Konzept für den Ersatz von Kleinverbrennungsmotoren hin zu emissionsfreien Fahrzeugen und Maschinen erstellen, wie sie in Mofas, Gartengeräten, Baumaschinen usw. zum Einsatz kommen.  Überarbeitung des Abgaben- und Besteuerungssystems mit stärkerer Orientierung am CO2-Ausstoß und Energieverbrauch.  Förderprämien erhöhen und auf Internationales Niveau heben.

7. Aktuelle Vorschläge für die Energiewende des CSU Arbeitskreis Energiewende (AKE) für den energiepolitischen Dialog mit StMin. Ilse Aigner am 10. November 2016 7 Für Europa:  EU-Grenzwerte für Co2, Feinstäube und Stickoxide kontinuierlich herabsetzen  Realistische und strenge Kontrollen für Emisssionen einführen.  Quotenregelungen für emisssionarme und -freie Verkehrsmittel prüfen. 5. Zukunft der Energienutzung Die meisten regenerativen Energien in Bayern (Sonne, Wind, Wasser) lassen sich sehr effizient in Strom umwandeln. Deswegen sollte elektrischer Strom in Zukunft die Hauptform bei der Endenergienutzung sein, auch bei der Beheizung von Gebäuden. Für Bayern:  Förderung von erneuerbaren Wärmelösungen im Marktanreizprogramm verstetigen.  MAP-Programm des Bundes zusätzlich durch Mittel des Freistaats aufstocken: Auf jeden Euro aus dem MAP z.B. 0,5 oder 1 Euro durch den Freistaat aufstocken.  Förderungen für Fossile Brennstoffe bei Heizungen beenden (in Bundesprogrammen, im 10.000-Häuser-Programm)  Bei rechtlichen Regulierungen im Wärmesektor Erneuerbare Energien in den Mittelpunkt stellen, z. B. Heizen mit regenerativ erzeugtem Strom stärker fördern.  Ladeinfrastruktur für Elektromobilität in den Kommunen, Parkhäusern, Bahnhöfen, Flughäfen und auf privaten Stellplätzen fördern.  Weiterentwicklung und Stärkung der Flexibilitätsprämie für Biomasseanlagen.  Eigenes bayerisches Förderprogramm für kleine Biogas-Hofanlagen bis 75 kW einführen. Finanzierung u.a. durch freie Mittel aus nicht ausgeschöpften, anderen Förderprogrammen, z.B. aus der Landwirtschaft.

Add a comment